Kinder- und Jugendschutz

Internet braucht zeitgemäßen Jugendschutz

Adresseingabezeile eines Internetbrowsers
Bild: ilker .

Den Gefahren für Minderjährige im Internet müssen alle Beteiligten gemeinsam begegnen. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresbericht 2013 des "I-KiZ", des Zentrums für Kinderschutz im Internet. Es ist eine Initiative des Bundesfamilienministeriums und erarbeitet Lösungsansätze für den digitalen Jugendmedienschutz.

Das Internet ist aus dem Leben gerade junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Es ist daher eine politische Verpflichtung, die Online-Medienkompetenz junger Nutzerinnen und Nutzer zu fördern. Das Kabinett hat nun den Jahresbericht des I-KiZ und die Stellungnahme der Bundesregierung dazu verabschiedet.

Die Liste der Gefährdungen ist lang, die das Surfen im Internet für Kinder und Jugendliche mit sich bringt: sei es der Umgang mit persönlichen Daten, die nicht kindergerechte Aufmachung mit Werbung und kostenpflichtigen Angeboten oder die Präsenz von gewalttätigen und pornografischen Inhalten.

Empfehlungen des Berichts

Der Jahresbericht des I-KiZ enthält konkrete Handlungsempfehlungen zur Förderung der Online-Medienkompetenz junger Nutzerinnen und Nutzer.

Darunter sind:

  1. Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen soll nach dem Prinzip des "Safety by design" bereits bei der Gestaltung neuer Produkte und Dienstleistungen berücksichtigt werden. So sollte etwa bei kindgerechten Web-Angeboten direkt eine technische Schnittstelle für Jugendschutzprogramme mitgedacht werden.

  2. Die Entwicklung eines umfassenden Rat- und Hilfesystems für Kinder und Jugendliche im Netz soll in Angriff genommen werden.

3. So genannte Posendarstellungen, bei denen Kinder in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung gezeigt werden, sollen auch international wirksamer bekämpft werden. In Deutschland sind solche Darstellungen bereits verboten.

Insgesamt problematisch für den Kinderschutz ist die Internationalität des Netzes. Durch die weltweiten Standorte der Anbieter von Internet-Inhalten ist es nicht möglich, deutsches Recht überall durchzusetzen. Daher gilt es, öffentliche und private Institutionen international besser zu vernetzen.

Politik der Bundesregierung bestätigt

Im Wesentlichen bestätigen die im Jahresbericht vorgelegten Analysen und Positionen die Grundlinien der Politik der Bundesregierung. So herrscht Übereinstimmung darin, dass erfolgreicher Schutz im Internet nur durch ein Zusammenspiel aller Beteiligten möglich ist. Nicht nur der Staat muss aktiv sein, sondern auch Anbieter von Inhalten oder Softwarefirmen. Eltern und Erzieher sind ebenso zu aktivem Jugendschutz aufgefordert.

Gute Beispiele sind "Frag Finn", eine Suchmaschine für kindgerechte Webseiten oder der KinderServer. Dieser sorgt technisch dafür, dass Kinder keinen Zugriff auf Webseiten bekommen, die sie in ihrer Entwicklung schädigen.

Für die Bundesregierung ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet ein wichtiges Anliegen. Die Experten des I-KiZ bieten kompetente Unterstützung, um hierzu weitere tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Mit dem "I-KiZ - Zentrum für Kinderschutz im Internet" gibt es seit September 2012 ein Forum auf Bundesebene, das den Jugendschutz im Internet verbessern möchte. Es besteht aus einem Bündnis staatlicher Stellen mit zivilgesellschaftlichen Partnern, Unternehmen und Verbänden. Ihre Aufgabe ist es, Stellungnahmen zu aktuellen Entwicklungen zu erarbeiten und wünschenswerte Lösungsmöglichkeiten zu empfehlen.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 18.09.2013

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