Kinder- und Jugendschutz / Gesundheit

Drogenbeauftragte fordert bessere Finanzierung der Suchtberatung

Eine Frau sitzt bei einem Mann im Beratungssgespräch und stützt den Kopf auf die Hand.
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1.276 Menschen verstarben im vergangenen Jahr an den Folgen ihres Drogenkonsums. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, forderte: „Um Leben zu retten, brauchen wir eine funktionierende Suchthilfe vor Ort!“ Zudem sprach sie sich gegen die Stigmatisierung von Betroffenen und für eine bessere Finanzierung der Suchthilfe aus.

2018 verstarben 1.276 Menschen an illegalen Drogen. 2017 waren es vier Personen weniger. Die meisten Todesfälle sind wie auch in den Jahren zuvor auf Überdosierungen von Opioiden wie Heroin oder Morphin zurückzuführen. Hier liegt die Gesamtzahl (monovalente und polyvalente Vergiftungen) bei 629 Verstorbenen. 2017 waren es 707 Personen. Einen Rückgang gab es bei Personen, die an den Folgen ihres Missbrauchs von sogenannten „Neuen psychoaktiven Stoffen (NpS)“ sowie durch fentanylbasierte Arzneimittel verstarben. Angestiegen sind die Todeszahlen infolge von psychoaktiven Medikamenten, wie beispielsweise Benzodiazepinen.

Menschen besser schützen

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Jeder einzelne Todesfall verpflichtet uns, Menschen noch besser vor den Gefahren von Drogen zu schützen und sie vor den oftmals tödlichen Folgen ihres Drogenkonsums zu retten. Dabei sind Bund, Länder und Kommunen, aber auch Wirtschaft und Zivilgesellschaft gefragt. Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit, Kranke brauchen Hilfe und keine Stigmatisierung. Jeder von uns kann dazu einen Beitrag leisten!“

Betroffene durch Hilfen vor Ort frühzeitig erreichen

Eine zentrale Rolle, um Menschen bei der Bewältigung ihrer Suchtprobleme zu helfen und damit auch die gesundheitlichen und sozialen Folgen des Drogenkonsums zu reduzieren, spielen neben den niedrigschwelligen Angeboten die 1.500 ambulanten Suchtberatungsstellen in ganz Deutschland. Diese erreichen pro Jahr mehr als eine halbe Million suchtkranke Menschen sowie deren Angehörige.

Die Drogenbeauftragte Mortler weiter: „Wenn wir Menschen mit Suchtproblemen frühzeitig erreichen wollen, dann brauchen wir leicht zugängliche Hilfe vor Ort. Das macht eine kommunale Suchthilfe so wichtig. Es ist höchste Zeit, die Suchtberatung bestmöglich für die Zukunft aufzustellen. Die Herausforderungen an die Einrichtungen in den Städten und Gemeinden wachsen. Aber mehr leisten bei gleichbleibender Finanzierung – das funktioniert nicht!“

Suchtberatungsstellen sind eine wichtige Anlaufstelle für Suchtkranke und deren Familien. Dabei werden sowohl Konsumierende von illegalen als auch von legalen Substanzen beraten. Auch für Spielsüchtige stehen Beratungsangebote zur Verfügung.

Kommunen als Akteur der Suchtprävention und Suchthilfe

Das Thema „Kommunen als Akteur der Suchtprävention und Suchthilfe“ ist der diesjährige Jahresschwerpunkt der Drogenbeauftragten der Bundesregierung. Ziel dabei ist es unter anderem, eine Plattform zu schaffen, in der Kommunen und Suchthilfe miteinander über die Zukunft der Suchtberatung sprechen.

Auch auf der Jahrestagung der Drogenbeauftragten am 25. November 2019 wird mit mehr als 400 Expertinnen und Experten über die Frage beraten, wie die kommunale Suchthilfe auch in Zukunft leistungsfähig und wirkungsvoll bleiben kann.

Quelle: Drogenbeauftragte der Bundesregierung vom 10.04.2019

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