Kinder- und Jugendschutz

Dr. Reinhard Höppner übernimmt Vorsitz des Arbeitskreises zur Aufarbeitung von Thüringens Heimerziehung der DDR-Zeit

Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), hat heute in der Regierungsmedienkonferenz über den aktuellen Stand bei der Aufarbeitung von Misshandlung/Missbrauch in ehemaligen DDR-Kinderheimen und Jugendwerkhöfen informiert.

Dabei stellte die Sozialministerin in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt den Ministerpräsidenten a. D. von Sachsen-Anhalt, Dr. Reinhard Höppner, als neuen Vorsitzenden des Arbeitskreises vor.

Heike Taubert sagte: „Ich bin sehr froh, dass Dr. Reinhard Höppner den Vorsitz unseres Arbeitkreises übernommen hat. Ich wollte jemanden gewinnen, der neutral ist und keine Bezüge zu ehemaligen Heimen in Thüringen und den Jugendhilfestrukturen der DDR hat. Ich bin sicher, dass Dr. Reinhard Höppner mit seiner politischen Erfahrung und vor allem mit seiner Fähigkeit, komplizierte Prozesse moderieren zu können, der richtige Mann für diese schwierige Aufgabe ist.“

Heike Taubert warb um Geduld bei der Aufarbeitung von Misshandlung/Missbrauch in ehemaligen DDR-Kinderheimen und Jugendwerkhöfen. „Die Erwartungen an den Arbeitskreis und seinen neuen Vorsitzenden sind hoch. Die Betroffenen und die Äffentlichkeit erwarten schnelle Ergebnisse, doch die Aufarbeitung ist aufwendig und schwierig. Aktionismus ist bei diesem sensiblen Thema fehl am Platz, er wird weder Anliegen und Ziel des Arbeitskreises, vor allem aber nicht den Betroffenen gerecht. Die Aufarbeitung wird auf jeden Fall wissenschaftlich unterstützt und begleitet. Das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit bringt dazu in diesen Tagen konkrete Projekte auf den Weg. Sichtung der Akten und Befragungen der Betroffenen werden aber ihre Zeit brauchen.“

Der Arbeitskreis hatte sich Anfang Juni auf Anregung von Heike Taubert konstituiert. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, des Weißen Ring e. V., des Thüringischen Landkreistages, des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen, der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege sowie verschiedener Ministerien an. Auch die Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen Hildigund Neubert und die Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Ruth Ebbinghaus konnten zur Mitarbeit gewonnen werden.

Im Arbeitskreis wurde die Bildung von zwei Arbeitsgruppen verabredet. Eine befasst sich mit dem Thema „Aufarbeitung“, die andere mit dem Thema „Prävention“. Die Arbeitgruppen haben bereits mehrfach getagt, zuletzt Ende Oktober und Anfang November.

Ziel des Arbeitskreises ist eine sachliche, differenzierte und offene Auseinandersetzung mit Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch in ehemaligen DDR-Kinderheimen und Jugendwerkhöfen. Dazu gehört zum einen, dass im Interesse der Opfer angemessene Formen der Aufarbeitung und der persönlichen Bewältigung des Erlebten gefunden werden. Zum anderen sollen gezielt Möglichkeiten der Intervention und Prävention diskutiert werden, um künftig derartig schwerwiegende Vorkommnisse möglichst zu verhindern.

Herausgeber: Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit - Landesjugendamt

 

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