Kinder- und Jugendarbeit / Jugendsozialarbeit

Sichtbar handeln – Umgehen mit Antisemitismus in Jugend- und Bildungsarbeit

Sechs Fachkräfte diskutieren in einem Workshop
Bild: © ConAct

ConAct hat ein neues Projekt zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der Jugend- und Bildungsarbeit in Deutschland gestartet. Das Modellprojekt zielt darauf ab, Fachkräften in diesen Bereichen einen qualifizierten Lern- und Diskussionskontext zu eröffnen, um die persönliche Sicherheit im Umgehen mit antisemitischen Äußerungen in der Jugend- und Bildungsarbeit zu stärken.

Zum einen soll das einjährige Modellprojekt „Sichtbar handeln gegen Antisemitismus“ die Möglichkeit bieten, den Wissens- und Erfahrungshorizont auf jüdisches Leben in Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart zu erweitern. Zum anderen gilt es, durch Begegnungsreisen nach Israel Innensichten in israelische Diskurse und Lebensalltag anzubieten, Vorbehalte zu thematisieren und bestehende Negativbilder infrage zu stellen und zu diskutieren. Im Rahmen des einjährigen Projekts wird ein Lern- und Diskursangebot für Fachkräfte entwickelt, welches Module für Wissenserwerb, Perspektivwechsel und fachlichen Austausch mit Gesprächspartner/-innen in Israel verbindet.

Bilaterales Wirken gegen Antisemitismus verstärken

ConAct wird gemeinsam mit der Israel Youth Exchange Authority den bestehenden fachlichen Diskurs zur diskriminierungskritischen Bildungsarbeit intensivieren und das Wirken gegen Antisemitismus stärker in den Mittelpunkt der bilateralen Zusammenarbeit setzen. Vor dem Hintergrund der Geschichte des Nationalsozialismus und der heute zunehmenden antisemitischen und israelfeindlichen Einstellungen in Deutschland unterstreicht dieses Projekt den Wunsch, den Aktionsraum für das Wirken gegen Antisemitismus verstärkt bilateral zu gestalten. So zielt dieses Projekt darauf ab, die Bildungsarbeit gegen Antisemitismus in Deutschland mit dem Feld deutsch-israelischer Zusammenarbeit und Austauschprojekten zu verknüpfen.

Fachkräfte in Jugendhilfe und Jugendbildung erreichen

Das Projekt soll Fachkräfte der Jugendhilfe, Jugendsozialarbeit und Jugendbildungsarbeit in den Kontexten ihrer täglichen pädagogischen Arbeit mit jungen Menschen bundesweit erreichen. Dazu gehören bereits aktive Partner/-innen im Feld der deutsch-israelischen Begegnungen wie auch Fachkräfte der Jugendarbeit, die bisher noch keine Berührung mit dem Arbeitsfeld der deutsch-jüdisch-israelischen Begegnungsarbeit hatten. Insbesondere Fachkräfte, die mit bildungsfernen oder aufgrund persönlicher Geschichten israelkritischen jungen Menschen arbeiten, sollen im Laufe des Projekts erreicht werden. In Kooperation mit Gesprächspartner/-innen in Israel steht die starke Wirkungskraft der Begegnung im Mittelpunkt dieses Projekts. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, interessierte Fachkräfte dazu zu befähigen, jungen Menschen ihrer Zielgruppe ebenfalls Annäherung an Israel zu ermöglichen.

Auf seiner Webseite hält ConAct Interessierte auf dem Laufenden zu aktuellen Entwicklungen des Projekts.

Das Modellprojekt „Sichtbar handeln gegen Antisemitismus“ wird von ConAct in Kooperation mit der Israel Youth Exchange Authority realisiert. Es wird im Jahr 2020 durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert.

Dieser Artikel „Sichtbar handeln – Umgehen mit Antisemitismus in Jugend- und Bildungsarbeit“ wurde von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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