Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

KMK unterstützt Junge Islam Konferenz

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Bild: Ilja Koschembar

Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Stephan Dorgerloh, stellte in der KMK-Sitzung am 10. Oktober 2013 die Junge Islam Konferenz (JIK) vor. Interessierte Bundesländer können sich um die Ausrichtung einer JIK-Länderkonferenz bewerben. In bis zu vier Ländern wird die Junge Islam Konferenz in Kooperation mit den entsprechenden Ländern durchgeführt.

Die JIK ist das erste wissenschaftsbasierte Dialogforum für junge Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund in dem Islam- und Muslimbilder in Deutschland analysiert werden, um den Umgang mit Minderheiten in Demokratien hieran exemplarisch zu debattieren. Ziel ist es, positive und vorurteilsbewusste Vorstellungen von Vielfalt in der Gesellschaft, an Schulen, in der Politik, aber vor allem im öffentlichen Raum zu entwickeln. Bis 2016 sollen neben dem bereits etablierten Dialogforum auf Bundesebene auch Dialogforen auf Länderebene eingerichtet werden.

„Die Junge Islam Konferenz als bildungsorientiertes Dialogforum hat sich zum Ziel gesetzt, einen wesentlichen Beitrag für Integration und den Abbau von Vorurteilen zu leisten. Die Kultusministerkonferenz unterstützt diese Zielsetzung. Ich möchte deshalb auch für ein reges Interesse der Länder werben, die Junge Islam Konferenz als Partner in der Bildungsarbeit wahrzunehmen“, so Stephan Dorgerloh.

„Mit der Durchführung der Konferenzen auf Länderebene wird der Tatsache entsprochen, dass zahlreiche Verhandlungsthemen der JIK in den Kompetenzbereich der Bundesländer fallen. Die Einrichtung der Länder-JIK zielt darauf ab, die Verhandlungsthemen unter Berücksichtigung von regionalen und lokalen Rahmenbedingungen sowie von Alltagsrealitäten der Teilnehmenden zu bearbeiten“, erklärt Esra Küçük, Leiterin der Jungen Islam Konferenz.
Dr. Naika Foroutan, Leiterin der begleitenden Forschungsgruppe "Junge Islambezogene Themen in Deutschland" (JUNITED), ergänzt: „Die abnehmende Verankerung in einer europäischen Identität und die große Verunsicherung gegenüber der steigenden kulturellen und religiösen Heterogenität in Deutschland führen zu zunehmenden  Abwertungsmechanismen, auch in der bürgerlichen Mitte. Das äußert sich immer häufiger mit Bezug auf die Gruppe der Muslime. Die wissenschaftliche Begleitung ermöglicht es den Teilnehmenden, Abwertungsprozesse zu erkennen und aktiv Anerkennungsstrukturen aufzubauen.“

In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bundesländern, die eine JIK ausrichten, werden pädagogische Materialien sowie Fortbildungen zur Jungen Islam Konferenz für den Einsatz in Schulen partizipativ entwickelt. Themen wie „Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt“, „Diskriminierung“ und „Demokratieverständnis im Umgang mit Minderheiten“ können so vertiefend im Unterricht behandelt werden.

Bundesländer können sich bis 15. Januar 2014 für die Durchführung der Jungen Islam Konferenz bewerben; Einzelheiten dazu gibt es hier.

Weitere Informationen gibt es unter www.junge-islamkonferenz.de.

Über die Junge Islam Konferenz

Die Junge Islam Konferenz – Deutschland findet einmal jährlich im Vorfeld der Deutschen Islam Konferenz auf Bundesebene statt. Etwa 30 bis 40 Jugendliche aus den einzelnen Länderkonferenzen sowie Alumni des Projekts tragen ihre Ergebnisse zusammen und formulieren einen gemeinsamen Empfehlungskatalog. Die Junge Islam Konferenz auf Länderebene ist ein Dialogforum und Multiplikatorennetzwerk junger Menschen aus dem jeweiligen Bundesland im Alter von 17 bis 23 Jahren. Sie ist ein Projekt der Stiftung Mercator und des Mercator Program Centers in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Landesregierung. Als landesweites Forum bietet die Junge Islam Konferenz auf Länderebene jungen Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund eine Plattform für Wissensgewinn, Austausch und Intervention in gesellschaftliche Debatten.
Sie entsendet zudem Delegierte in die jährlich stattfindende Bundeskonferenz der Jungen Islam Konferenz. Das Projekt wird durch die Forschungsgruppe JUNITED an der Humboldt-Universität zu Berlin wissenschaftlich begleitet.

Quelle: Stiftung Mercator vom 10.10.2013

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