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Kinder- und Jugendarbeit

KLJB: Ohne Kirche keine lebendigen Dörfer

Zum wiederholten Male beteiligten sich die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) und die Evangelische Jugend in ländlichen Räumen (ejl) mit einer Begleitveranstaltung unter dem Titel „Segel oder Anker setzen? – Wo Kirche im Dorf konkret wird.“ am „BMEL Zukunftsforum Ländliche Entwicklung“.

Bei der Veranstaltung ging es vor allem darum, wie sich Kirche den Herausforderungen ländlicher Realitäten stellt und welchen Beitrag sie für lebendige Dörfer leisten kann. Karin Silbe, Bundesvorsitzende der KLJB und Manfred Walter, Sprecher der ejl führten durch die Veranstaltung und diskutierten gemeinsam mit externen Referentinnen und Referenten sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Aufgaben und die Bedeutung von kirchlichem Engagement in Ländlichen Räumen.

Segel oder Anker setzen?

In Dörfern, in denen nur eine Handvoll Jugendliche leben und in denen es keine ausreichende Internetversorgung gibt, können diese Jugendlichen vom sozialen Leben nahezu ausgeschlossen sein. Hier liegt es auch in den Händen der Politik, nötige Infrastrukturen zu schaffen, seien es die Breitbandversorgung oder Verbesserungen im Nahverkehr, wie die KLJB seit langem fordert. Doch das allein reiche nicht. In vielen Regionen schrumpfen die Bevölkerungszahlen, vor allem der Anteil junger Menschen nimmt ab. Häufig bieten Kirchen die einzigen Angebote vor Ort. Besonders dort ist es ihre Aufgabe, auch verstärkt kulturelle Angebote zu schaffen. Kirchliche AkteurInnen müssten darüber hinaus neue Wege der Kommunikation und des Austausches über Glauben finden, wie Karin Silbe von der KLJB betonte. „Junge Menschen befinden sich in einer Findungsphase. Kirche hat die Verantwortung, Jugendliche in dieser Sinn- und Wertesuche abzuholen und zu unterstützen.“ Sie verfüge über ein enormes Potenzial, Identifikation mit der eigenen Region herzustellen und so ein Heimatgefühl zu schaffen. Dabei können sich die Kirchen nicht mehr darauf verlassen, dass die Menschen zu ihnen kommen. Wo Jugendliche auf dem Land sehr viel online kommunizieren, müssen wir als Kirchen neue Möglichkeiten finden, und diese auch für den Austausch über Glaubensfragen nutzen. Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne könnten amtskirchliche Strukturen hemmend sein. Besonders deutlich wurde auch, dass das Laienapostolat noch stärker gefördert und anerkannt werden sollte.

Land ist nicht gleich Land

Auf der Veranstaltung wurden nicht nur Herausforderungen diskutiert; es wurden besonders erfolgreiche Projekte und die inspirierende Arbeit einzelner Akteur(inn)(e)n vorgestellt. Doch was in meinem Dorf funktioniert, geht noch lang nicht im Nachbardorf. Ländliche Regionen können sehr unterschiedlich sein, wie im Vergleich zwischen alten und neuen Bundesländern deutlich wurde. Die Vielfalt in den Dörfern braucht individuelle Herangehensweisen und Konzepte, damit kirchliche Aktivitäten Früchte tragen und zur Lebendigkeit des Landlebens beitragen können. Für Manfred Walter von der ejl ist schon heute klar: „Kirche auf dem Land wird sich verändern. Ihre Rolle als Partnerin in der Zivilgesellschaft kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.“ Wenn sowohl die Politik als auch die Kirchen zu ihrem Auftrag stehen und ihren Beitrag leisten, so sind sich KLJB und ejl einig, steht einer Zukunft Ländlicher Räume als Orte hoher Lebensqualität auch für Jugendliche nichts im Wege.

Weitere Informationen zum Zukunftsforum des BML gibt es unter www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de

Quelle: Kath. Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) e.V. vom 23.01.2014