Kinder- und Jugendarbeit

Eindrucksvolle Preisverleihung beim Bundesfestival Video in Gera

Junge Frau mit Videokamera
Bild: Margarit Ralev   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Am Sonntag, dem 17. Juni ging mit der feierlichen Preisverleihung im Konzertsaal des Großen Hauses in Gera das diesjährige Bundesfestival Video zu Ende. Seit Freitag hatten die 35 nominierten Filmemacher ihre Produktionen der Jury und dem Publikum präsentiert. Während der zweistündigen Preisverleihung wurden insgesamt 31 Preise in den beiden Wettbewerben Deutscher Jugendvideopreis und Video der Generationen an die „Besten der Besten“ überreicht.

Mehr als 500 Teilnehmer und Besucher waren für drei Tage Gast beim wichtigsten Festival für Nachwuchsfilmer.Über 8.000 Filmemacher aus ganz Deutschland hatten in diesem Jahr über 700 Filme eingereicht und damit erneut die Bedeutung der Bundeswettbewerbe unterstrichen. Inhaltlich bildeten die vorgelegten Produktionen die gesamte Bandbreite jugendkultureller und gesellschaftspolitischer Fragen ab – etwa Fragen nach dem Sinn und den Perspektiven des Lebens ganz allgemein, des Umgangs mit demenzkranken Patienten oder der Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Die weiter gewachsene Professionalität in der filmtechnischen Umsetzung werten die Preisstifter, Initiatoren und Veranstalter der Bundeswettbewerbe als Indiz für die ungebrochene Attraktivität des Filmemachens – nicht zuletzt im Nachwuchs- und Amateurbereich.

Heike Taubert, Ministerin für Soziales, Familien und Gesundheit in Thüringen, und Prof. Dr. Ralf Vollbrecht, Vorsitzender des Kuratoriums des KJF, hatten in Ihren Grußworten betont, dass das Bundesfestival Video zeige, dass Medien als Chance und Bereicherung des Lebens wahrgenommen und genutzt werden müssen. Im Zusammenspiel von pädagogischer Begleitung, technischer Unterstützung und Ermöglichung kreativer Freiräume könnten junge und ältere filmbegeisterte Menschen so eindrucksvolle inhaltliche und künstlerische Impulse setzen.

Im Anschluss hatten Geras Bürgermeister Norbert Hein, Michael Panse, Thüringer Beauftragten für das Zusammenleben der Generationen, und Volker Amrhein, Projektleiter des Projektbüro „Dialog der Generationen die Preise an die Filmemacher überreicht.
Als Ehrengast der Preisverleihung wurde Benjamin Quabeck begrüßt, der 1996 mit einem Film beim Deutschen Jugendvideopreis erfolgreich gestartet war. Der Drehbuchautor, Regisseur und Cutter arbeitet heute für zahlreiche Produktionen. Seine Botschaft an den Filmnachwuchs: „Traut euch weiterhin, eure Filme zu machen, so wie sie ihr denkt, dass es richtig ist. Habt Mut, diese Filme auch anderen zu zeigen und vergesst dabei nie die ‚Liebe zum Film‘!“

Ein Höhepunkt des Veranstaltungswochenendes waren elf Workshops, die den Filmemachern und allen Interessierten wertvolle Tipps und Hintergrundinformationen zu verschiedenen Themen des Filmemachens gaben. Die Thüringer Landesmedienanstalt und der Offene Kanal Gera hatten diese Angebote konzipiert und die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt.

Christian Exner, Leiter des Bundesfestival Video: „Es gibt quasi keinen Film beim Bundesfestival, dessen Geschichte oder Machart dem Zuschauer irgendwie bekannt vorkäme. Jeder Film verkörpert eine höchst individuelle Sicht auf die Dinge und ist in diesem Sinne einzigartig, erfrischend, überraschend. Im 25. Jahr des Deutschen Jugendvideopreises und des Festivals gilt diese Feststellung wie im Gründungsjahr 1988. Das erklärt die ungebrochene Anziehungskraft dieser Veranstaltung.“

Ideale Voraussetzungen hatten die Otto-Dix-Stadt Gera und die Partner des Bundesfestivals aus Thüringen geboten. Neben der Thüringer Staatskanzlei, dem Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit bzw. der Stadt Gera hatten vor allem die Thüringer Landesmedienanstalt – vertreten durch den Offenen Kanal Gera – sowie die Deutsche Kindermedienstiftung GOLDENER SPATZ das Bundesfestival Video auch im zweiten Jahr in Gera zum Erfolg werden lassen.

Dr. Eva Bürgermeister, Leiterin des veranstaltenden Kinder- und Jugendfilmzentrums in Deutschland (KJF): „Vielen Dank Gera! Unsere Partner vor Ort haben wieder maßgeblich dazu beigetragen, dass während der drei Festivaltage nicht nur Erstaunliches auf der Leinwand zu sehen war, sondern die Organisation perfekt und professionell klappte. Wir sind hier mit offenen Armen empfangen worden – das liegt ganz sicher an der langjährigen Tradition Geras als Stadt des Kinder- und Jugendfilms. Vielleicht konnten wir mit dem Bundesfestival aber auch den einen oder anderen neuen Impuls für die regionale Filmszene geben.“

Das Bundesfestival Video ist als Wanderfestival konzipiert. Nach 2011 und 2012 in Gera wird im kommenden Jahr voraussichtlich Halle in Sachsen-Anhalt Austragungsort sein.

Eine vollständige Liste der Preisträger – inklusive Jurybegründungen finden Sie hier:
>> www.jugendvideopreis.de
>> www.video-der-generationen.de

Quelle: Kinder- und Jugendfilmzentrums in Deutschland (KJF)