Kinder- und Jugendarbeit / Digitalisierung und Medien

BW: Jugendliche gestalten ihre Zukunft in der digitalisierten Welt

Bild: MFG Baden-Württemberg   Lizenz: INT 2.0 – Namensnennung CC BY 2.0

55 technikbegeisterte Jugendliche kamen auf Einladung der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg in Stuttgart zusammen, um gemeinsam ihre Vorstellungen einer digitalen Zukunft in die Realität umzusetzen. Drei Tage hacken, coden und tüfteln: Ob smarte Apps, interaktive Games oder digitale Anwendungen zur Erleichterung des Schulalltags – beim Jugend-Hackathon „Hack To The Future“ war dem Ideenreichtum der Stuttgarter Jugendlichen keine Grenze gesetzt.

Motto „Unser Leben in der Zukunft“

„Unser Leben in der Zukunft“ – unter diesem Motto trafen sich vom 22. bis 24. Februar 2019 55 technikbegeisterte Jugendliche zu einem Jugend-Hackathon (Wortschöpfung aus „Hacken” und „Marathon”) in Stuttgart. Gemeinsam wollten sie ihre Zukunftsvisionen von Schule, Freizeit oder Umwelt mit den technischen Möglichkeiten von Hard- und Software umsetzen. Mit der fünften Ausgabe von „Hack To The Future“ kehrte die Veranstaltungsreihe des Staatsministeriums, der Landesanstalt für Kommunikation und der MFG Baden-Württemberg aufgrund der großen Nachfrage wieder in die Landeshauptstadt zurück. Im VDI-Haus konnten die zehn- bis 18-jährigen Teilnehmenden mit Hilfe von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren löten, programmieren, 3D-drucken, basteln und designen.

Dabei entstanden 14 spannende Projekte, die im Rahmen einer großen Abschlusspräsentation vorgestellt wurden.

Beim Projekt „Gewächshaus der Zukunft“ zum Beispiel entwickelten fünf Jugendliche einen mit vielfältigen Sensoren ausgestatteten Pflanzenbehälter. Temperatur, Feuchtigkeit und Lichteinfall werden dabei jederzeit automatisch überwacht. Die Steuerung per App ermöglicht eine Bewässerung oder das Hinzuschalten der Beleuchtung, sobald gewisse Grenzwerte erreicht werden.

Das Team „Social De-Source“ beschäftigte sich mit der Zukunft der Medien und mit der Frage, ob man der Datensammelwut der großen Internetkonzerne entgehen kann. Hierfür entwickelten sie mit der Programmiersprache Java eine dezentralisierte Messenger App, die eine Verbindung ohne dazwischengeschaltete Server ermöglicht. So ist es möglich direkt zu kommunizieren, ohne dass Nachrichten auf fremde Server weitergeleitet oder dort gespeichert werden.

Kreative Plattform zum Lernen, Experimentieren und Vernetzen

Mit „Hack To The Future“ fördert die Landesregierung im Rahmen der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg, deren Schirmherrschaft Ministerpräsident Winfried Kretschmann innehat, das technikbasierte Lernen und freie Experimentieren von Jugendlichen. „Mit der Initiative Kindermedienland wollen wir Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen helfen, das Wissen um die Funktion- und Wirkungsweisen der digitalen Medien zu erlernen, um dann auch bewusster mit Medien umgehen zu können. Der Landesregierung ist es daher wichtig, technikbegeisterten Jugendlichen einen Raum zu geben, um zu experimentieren, sich zu vernetzen und dadurch ihre Zukunftsvisionen umsetzen zu können“, so Regierungssprecher Rudi Hoogvliet.

Sich kritisch mit Medien und Entwicklungen auseinandersetzen

Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit Fragestellungen, die sie selbst im Alltag betreffen und setzen sich kritisch mit medientechnischen Anwendungen und Entwicklungen auseinander. Im Rahmen ihrer Projekte diskutierten die Jugendlichen zum Beispiel wie die Stadt von morgen oder die Schule der Zukunft aussehen soll. Mit ihren kreativen Ideen und fortschrittlichen Ansätzen begeisterten die Teilnehmenden am vergangenen Wochenende auch die anwesenden Mentorinnen und Mentoren. „Es ist wirklich spannend zu sehen, wie die Jugendlichen aus einer anfänglich noch groben Vorstellung einen funktionsfähigen Prototypen entwickeln und dabei vorhandene Technologien gezielt zur Lösung ihrer Probleme nutzen“, sagte Stefan Schlott, Mitglied des Chaos Computer Clubs Stuttgart.

Weitere Events in Baden-Württemberg geplant

„Hack To The Future“ ist ein Programm der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg. Es wird von der MFG Baden-Württemberg im Auftrag des Staatsministeriums und in Kooperation mit der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) konzipiert und durchgeführt. Partner der Veranstaltung in Stuttgart war der Württembergische Ingenieurverein VDI, der Kindern und Jugendlichen einen praktischen Einstieg ins Thema Technik ermöglichen möchte. Inhaltliche Unterstützung leisteten zudem die Mitglieder des Stuttgarter Hackerspaces shack sowie des Chaos Computer Club Stuttgart.

Für das Jahr 2019 sind zwei weitere Hackathons geplant: Ende Juni in Bruchsal und Mitte Oktober in Schwäbisch Gmünd.

Kindermedienland Baden-Württemberg

Die Landesregierung setzt sich mit der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann dafür ein, die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Land zu stärken. Mit dem Kindermedienland Baden-Württemberg werden zahlreiche Projekte, Aktivitäten und Akteure im Land gebündelt, vernetzt und durch feste Unterstützungsangebote ergänzt. So wird eine breite öffentliche Aufmerksamkeit für die Themen Medienbildung und -erziehung geschaffen. Träger und Medienpartner der Initiative sind die Landesanstalt für Kommunikation (LFK), der Südwestrundfunk (SWR), das Landesmedienzentrum (LMZ), die MFG Baden-Württemberg, die Aktion Jugendschutz (ajs) und der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV).

MFG Baden-Württemberg

Die MFG Medien- und Filmgesellschaft ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und des Südwestrundfunks. Aufgabe der MFG ist die Förderung der Filmkultur und -wirtschaft und der Kultur- und Kreativwirtschaft. Mit bedarfsorientierten Programmen und Projekten unterstützt die MFG Baden-Württemberg in ihrem Geschäftsbereich „MFG Kreativ“ Kultur- und Kreativschaffende im Südwesten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Vernetzungs- und Vermittlungsaktivitäten sowie im Kompetenzfeld Digitale Kultur.

Quelle: MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH

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