Kinder- und Jugendarbeit / Flucht und Migration

BDAJ und KLJB: Interreligiöse Brücken gebaut

Podiumsdiskussion auf der BirD-Abschlussveranstaltung
Bild: Katholische Landjugendbewegung (KLJB)

Nach drei erfolgreichen Jahren wurde das Projekt "BirD - Brücke Interreligiöser Dialog" am vergangenen Wochenende beendet. Katholische Landjugend und Alevitische Jugend ziehen Bilanz.

Im Rahmen des großen Bundestreffens "Plattacke! — Mit uns sieht die Welt wieder Land" der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands e.V. (KLJB), das in der letzten Woche in Lastrup im Oldenburger Münsterland stattfand, ist auch das Projekt "BirD — Brücke interreligiöser Dialog (BirD)" zu Ende gegangen. In dem Projekt der KLJB und des Bundes der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland (BDAJ) haben zwei Jugendverbände mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen über drei Jahre hinweg zusammengearbeitet. "Hier mischt sich Wehmut über das Ende des Projektes mit einer großen Begeisterung und Dankbarkeit für alles, was wir in den letzten drei Jahren im Bereich interreligiöser Dialog vorantreiben konnten", beschreibt KLJB-Bundesseelsorger Daniel Steiger die Stimmung der Projektteilnehmenden.

Abschlussveranstaltung auf dem KLJB-Bundestreffen

Einen fulminanten Abschluss erfuhr das Projekt auf dem KLJB-Bundestreffen. Mehrere Hundert Interessierte nahmen an der BirD-Podiumsdiskussion "Interreligiöser Dialog live!" am Samstagabend teil. Mit dabei waren Comedian und Youtube-Star Idil Baydar, Dr. Timo Güzelmansur, Geschäftsführer der Christlich-islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle (CIBEDO) in Frankfurt, KLJB-Bundesseelsorger Daniel Steiger sowie BDAJ-Bundesvorsitzender Mazlum Dogan. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ansgar Drücker, Geschäftsführer von IDA e.V. Zu Beginn der Veranstaltung berichteten die KLJBlerinnen und Projektteilnehmerinnen Marina Minst und Maria Haberland in einem Interview von ihren Erfahrungen mit BirD.

BirD-Ziele: Beitrag zu einer offenen Gesellschaft

Beide Verbände verstehen die Förderung des interreligiösen Dialogs und die gleichzeitige Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe von Jugendlichen als einen Beitrag zu einer offenen Gesellschaft, die ein gutes Zusammenleben aller Menschen in unserem Land ermöglicht, egal welche kulturellen und religiösen Hintergründe sie mitbringen. Dafür, dass die Interessen und Bedürfnisse Jugendlicher in unserer Gesellschaft ihren Platz finden, kämpfen beide Verbände außerdem zusammen im Deutschen Bundesjugendring, in dem der BDAJ Vollmitglied und die KLJB über den Dachverband BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) vertreten ist. "Die interkulturelle Öffnung von Jugendverbänden und der interreligiöse Dialog sind Prozesse, die mit dem Abschluss eines Projekts nicht enden werden. Wir werden diese wichtigen Prozesse auch über das Projekt hinaus weiterverfolgen und voranbringen", erklärt BDAJ-Bundesvorsitzender Mazlum Dogan.

Highlights: Dialogkonferenzen

Als besondere Highlights des Projektes empfanden die teilnehmenden Katholik/-innen und Alevit/-innen neben zahlreichen Kleinprojekten vor Ort vor allem die Dialogkonferenzen, von denen fünf stattfanden. Während die erste noch dem Kennenlernen untereinander diente, waren vor allem die letzten beiden stark praxisorientiert: 2014 gab es unter dem Motto "Gemeinsame Heimat. Interreligiöse Begegnungen im Revier" erlebnispädagogische Übungen im Duisburger Landschaftspark Nord und 2015 fand ein Theaterpädagogik-Wochenende zum Thema Alltagsrassismus in Bayern statt.

Die KLJBlerinnen Marina Minst und Maria Haberland, die über den gesamten Zeitraum in das Projekt involviert waren, fassen ihre Erfahrungen mit BirD so zusammen: "Wir konnten viel über das Alevitentum erfahren und dabei auch unseren eigenen Glauben reflektieren und besser kennenlernen. Auf den BirD-Konferenzen konnten wir in eine andere Glaubenswelt eintauchen und sehen, welche Bedeutung Glaube für jeden einzelnen Jugendlichen im Alltag hat. Wir sind dankbar für diese Erfahrungen und werden den Austausch zwischen den beiden Jugendverbänden auch nach dem Projekt weiterhin pflegen."

Hintergrund

Die KLJB (Katholische Landjugendbewegung Deutschlands) ist ein Jugendverband mit bundesweit 70.000 Mitgliedern. Sie vertritt die Interessen Jugendlicher im ländlichen Raum und engagiert sich für eine aktive und lebendige Kirche. Als engagierte Christinnen und Christen gestalten Jugendliche in der KLJB mit an der Zukunft der Gesellschaft und setzen sich für eine gerechte und zukunftsfähige Welt ein. Im Rahmen der MIJARC (Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique) setzt sich die KLJB auch weltweit für Solidarität und eine nachhaltige ländliche Entwicklung ein. Mehr Informationen über Themen und Projekte des Jugendverbandes finden sich auf der Internetseite der KLJB.

Der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. (BDAJ) ist die eigenständige Jugendorganisation der Alevitischen Gemeinde Deutschland, einer nach Grundgesetz anerkannten Religionsgemeinschaft. Der BDAJ ist in elf Bundesländern vertreten und spricht über seine 135 Untergliederungen mehr als 33.000 Menschen im Alter bis 27 Jahren an. Damit ist der BDAJ die größte Migrantenjugendselbstorganisation (MJSO) Deutschlands und als einziger eigenständiger Jugendverband mit "migrantischem" Hintergrund bereits Mitglied des Deutschen Bundesjugendring (DBJR). Weitere Informationen zum Verband und zur sozial-humanistischen alevitischen Lehre stehen auf der Internetseite des BDAJ zur Verfügung.

Informationen zum KLJB-Bundestreffen auf der Veranstaltungsseite und auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.  

Quelle: Pressemitteilung der Katholischen Landjugendbewegung Detschlands e. V. und des Bundes der Alevitischen Jugend in Deutschland e. V. vom 12.08.2015

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