Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

aej: Demokratie stärken durch echte Teilhabe von Vereinen junger Migranten

Junge Erwachsene unterschiedlicher Herkunft stehen lächelnd in einer Reihe.
Bild: © Daniel Ernst - fotolia.com

Vereine junger Migrant(inn)en (VJM) leisten einen entscheidenden Beitrag zur Gestaltung des Aufwachsens junger Menschen in einer pluralen, demokratischen und freiheitlichen Gesellschaft. Das machte die Fachtagung „DRANBLEIBEN! Jugendverbände engagiert für Vielfalt und Demokratie“ von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) in Berlin überdeutlich.

An der Organisation der Fachtagung der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) waren auch die Islamische Jugend in Bayern als Gemeinde des Verbandes der islamischen Kulturzentren, die Koptische Jugend Deutschland, die Muslimische Jugend in Deutschland sowie der Orthodoxe Jugendbund beteiligt.

Jugendverbände können ein Vorbild für die Gesellschaft sein

Annette Widmann-Mauz, MdB (CDU/CSU), die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration eröffnete die Fachtagung mit einem Grußwort und hob hervor: „Mir ist wichtig, Christen, Juden und Muslime miteinander ins Gespräch zu bringen. Wir können erfahren, dass es viel mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes gibt und das schafft Zusammenhalt. Entscheidend ist, dass wir den Dialog suchen, miteinander ins Gespräch kommen und auch bei Angriffen von außen im Gespräch bleiben." Für die aej antwortet der Vorsitzende Dr. Sven Evers seinerseits: „Gerade die Jugendverbände können mit dem, was sie nach außen tun, ein Vorbild für die Gesellschaft sein, wenn wir Unterschiedlichkeit nicht als etwas Bedrohliches sondern als etwas Bereicherndes verstehen.“

Partizipation von Vereinen junger Migrant(inn)en mit etablierten Jugendverbänden

Seit fast 20 Jahren initiiert die aej unterschiedlichste interreligiöse Projekte. Immer mit dem Ziel die interkulturelle Öffnung der Jugendverbandsarbeit voranzutreiben. Viele Zwischenziele wurden dabei schon erreicht und manche VJM haben den Status eines etablierten Jugendverbands mit entsprechenden Hauptamtlichkeits-Strukturen geschafft. Dennoch ist die Mehrheit nach wie vor nicht fest in den Strukturen der Jugendverbandsarbeit und somit auch nicht in der finanziellen Förderung von Jugendverbandsarbeit verankert, insbesondere auf Bundesebene. Den Teilnehmer(inne)n der Fachtagung war deshalb besonders wichtig, weiter auf eine echte Partizipation von Vereinen junger Migrant(inn)en mit den etablierten Jugendverbänden hinzuarbeiten.

aej-Generalsekretär Mike Corsa stellte deshalb auch fest: „Wir sind eine vielfältige Gesellschaft mit vielen Lebenslagen. Ein Problem? Nein, kein Problem! Wir wenden uns gegen alle Bestrebungen Vielfalt als negativ zu beschreiben! Denn Monokulturelle Gesellschaften sind langweilig. Wir haben so viel von unseren Projektpartner(inne)n gelernt, da bleiben wir dran!“

Jugendliche mit Migrationsgeschichte sollten in den Strukturen der Jugendverbandsarbeit Normalität werden

Im Hinblick auf verbandliche Organisation kommentierte Klaus Waldmann, früherer Bundestutor der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftliche Jugendbildung (et), aus seiner Perspektive als Berater von muslimischen Jugendorganisationen: „Jugendverbände sollten gemeinsam dafür einstehen, dass es insgesamt mehr Mittel geben soll, aber auch bereit sein mal zu verzichten, um einer neuen Initiative die Möglichkeit zu geben sich zu etablieren.“

In Anbetracht der jüngeren politischen Entwicklungen müsse noch mehr getan werden, um zur Normalität von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte in den Strukturen der Jugendverbandsarbeit zu gelangen, so der Tenor der Fachtagung. Für alle beteiligten Akteur*innen bedeutet dies: Dranbleiben, um für ausreichende Ressourcen der Vereine zu streiten, Professionalisierung auszubauen und das Zusammenwachsen in Vielfalt weiter zu stärken.

Über die aej

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) ist der Zusammenschluss der Evangelischen Jugend in Deutschland. Als Dachorganisation vertritt die aej die Interessen der Evangelischen Jugend auf Bundesebene gegenüber Bundesministerien, gesamtkirchlichen Zusammenschlüssen, Fachorganisationen und internationalen Partnern. Ihre derzeit 33 Mitglieder sind bundeszentrale evangelische Jugendverbände und Jugendwerke, Jugendwerke evangelischer Freikirchen und die Kinder- und Jugendarbeit der Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Acht evangelische oder ökumenische Verbände, Einrichtungen und Fachorganisationen sind als außerordentliche Mitglieder angeschlossen. Die aej vertritt die Interessen von ca. 1,35 Millionen jungen Menschen.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) vom 19.11.2019