Kinder- und Jugendarbeit / Flucht und Migration

2015 startet ein bundesweites Weiterbildungsprogramm "Jugendarbeit in den Moscheegemeinden und Extremismusprävention"

Imam nimmt an einer Weiterbildug teil.
Bild: Emin Albayrak/Universität Osnabrück An der Universität Osnabrück startet ein neues bundesweites Weiterbildungsprogramm.

Im Januar 2015 startet am Institut für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück das Programm "Jugendarbeit in den Moscheegemeinden und Extremismusprävention". Das Angebot richtet sich insbesondere an Imame und das seelsorgerische Personal in Moscheegemeinden.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gewährt eine Anschubfinanzierung von zunächst 100.000 Euro. Eine Anmeldung für das Programm ist ab sofort möglich. Informationen dazu sind auf der Internetseite des IIT unter www.islamische-theologie.uni-osnabrueck.de/fileadmin/documents/public/Imamweiterbildung_2015.pdf (PDF-Datei, 534 KB) verfügbar.

"Für den erfolgreichen Integrationsprozess der Muslime und des Islam in Deutschland ist es erforderlich, die Kenntnisse des religiösen und religionspädagogischen Betreuungspersonals über die Verhältnisse in Deutschland zu verbessern", so Prof. Dr. Bülent Ucar, Direktor des Instituts für Islamische Theologie, zu dem Programm. Dabei gehe es primär um diejenigen Kompetenzen, die für ein gedeihliches Miteinander in einer religiös-pluralistischen Gesellschaft wichtig sind. "Besonders die junge Generation prägt im Wesentlichen das Bild des Islam in Deutschland als Bürger dieses Landes", so der Osnabrücker Religionswissenschaftler. "Ihre Teilhabe in allen wichtigen Aspekten des Lebens ist im Hinblick auf die Integration des Islam und der Muslime aber auch im Hinblick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt von zukunftsweisender Bedeutung", erläutert Ucar.

"Die Imame und das Moscheepersonal sind in dem Osnabrücker Weiterbildungsprogramm wichtige Multiplikatoren, die zwischen der muslimischen Community und der Mehrheitsgesellschaft vermitteln können", erklärt Vizepräsident Prof. Dr. Joachim Härtling. "Das Programm am Institut für Islamische Theologie hat daher bundesweit eine wichtige Brückenfunktion." Die Anschubfinanzierung durch das Land Niedersachsen unterstreiche zudem das wichtige Anliegen, so der Vizepräsident für Studium und Lehre der Universität Osnabrück.

Jugendarbeit und Extremismusprävention

Das erfolgreiche Vorläuferprogramm war zum Wintersemester 2010/11 gestartet und gemeinsam vom Land Niedersachsen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert worden. Nach Auslaufen des Förderzeitraums und einer internen Evaluationsphase wird das Projekt nun als zweisemestriges berufsbegleitendes Angebot mit den geänderten Schwerpunkten "Jugendarbeit in den Moscheegemeinden" und "Extremismusprävention" neu aufgesetzt.

Die einjährige Fortbildung vermittelt Informationen über Geschichte, Politik, Recht und Gesellschaft der Bundesrepublik. In einem weiteren Modul werden pädagogische Kenntnisse für die Jugend- und Gemeindearbeit und den interreligiösen Dialog vermittelt. Ein Schwerpunkt ist die Prävention von religiösem Extremismus in der Jugendarbeit.

Die Lehrveranstaltungen werden von Dozenten der Islamischen Religionspädagogik, der katholischen und evangelischen Theologie, des Interdisziplinären Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) und des Instituts für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) durchgeführt. Für einige Modulinhalte werden auch externe Lehrkräfte eingesetzt. Nach erfolgreicher Teilnahme wird ein Zertifikat ausgestellt.

Quelle: Universität Osnabrück vom 07.10.2014