Hilfen zur Erziehung / Sozialforschung

Sozialpädagogische Familienhilfe: Weniger unterstütze Familien in Hamburg, mehr in Schleswig-Holstein

Kleines Kind sitzt auf einer Schaukel, wird links von einem Mann und rechts von einer Frau festgehalten
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Während 2016 in Hamburg fünf Prozent weniger Familien durch sozialpädagogische Familienhilfe unterstützt wurden, stieg die Zahl der betreuten Familien in Schleswig-Holstein um acht Prozent an. Hauptgrund für die Hilfegewährung war die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern. Problemlagen der Eltern und die Gefährdung des Kindeswohls waren weitere Gründe.

Am Jahresende 2016 sind in Hamburg 2.107 Familien mit 4.731 Kindern im Rahmen der Jugendhilfe durch sozialpädagogische Familienhilfe unterstützt worden. Im Vergleich zum Vorjahr sank damit die Zahl der geförderten Fa­milien um fünf Prozent und die der zugehörigen Kinder um drei Prozent, so das Statistikamt Nord. 36 Prozent der betroffenen Familien hatten ein Kind, 31 Prozent zwei, 17 Prozent drei und 16 Prozent vier oder mehr Kinder. Bei 57 Prozent der Familien war mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft.

Mehr unterstützte Familien in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein haben am Jahresende 2016 insgesamt 2.836 Fami­lien mit 5.977 Kindern durch so­zialpädagogische Familienhilfe erhalten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der unterstützten Familien um fast acht Prozent, und die der dazugehörigen Kinder um elf Prozent, so das Statistikamt Nord. 42 Prozent der unterstützten Familien hatten ein Kind, 29 Prozent zwei, 15 Prozent drei und 14 Prozent vier oder mehr Kinder. Der Anteil der Fami­lien mit Migrationshintergrund (mindestens ein Elternteil ausländischer Her­kunft) lag bei 21 Prozent.

Eingeschränkte Erziehungskompetenz als Hauptgrund

In 35 Prozent der Fälle wurde die Hilfe in Hamburg hauptsächlich wegen ein­geschränkter Erziehungskompetenz der Eltern (z.B. Erziehungsun­sicherheit, pädagogische Überforderung, unangemessene Verwöhnung) gewährt. Auf Belastungen des jungen Menschen durch Problemlagen der Eltern (z.B. psychische Erkrankung, Suchtverhalten, geistige oder seelische Behinderung) waren 20 Prozent zurückzuführen. Weitere zwölf Prozent der Hilfen gingen auf unzureichende Förderung, Betreuung oder Versorgung des jungen Menschen in der Familie (z.B. soziale, gesundheitliche und/oder wirtschaftliche Probleme) zurück.

Auch in Schleswig-Holstein war der Hauptgrund für die Hilfegewährung in 37 Prozent der Fälle die einge­schränkte Erziehungskompetenz der Eltern. Auf unzu­reichende Förderung, Betreuung oder Versorgung in der Familie gingen 17 Prozent der Hilfen zurück. Auf eine Gefährdung des Kindeswohls (Vernachlässigung, körperliche, psychische und sexuelle Gewalt in der Familie) entfielen weitere elf Prozent.

12 bis 15 Monate Unterstützung

Die sozialpädagogische Familienhilfe ist üblicherweise auf längere Zeit an­gelegt und erfordert regelmäßig die Mitarbeit aller Familienmitglieder. So lag die Dauer der am Jahresende 2016 bestehenden Hilfen in Hamburg im Durchschnitt bei zwölf Monaten. In Schleswig-Holstein lag sie im Durchschnitt bei 15 Monaten.

Quelle: Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein vom 26.01.2018

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