Inobhutnahme / Junge Flüchtlinge

NRW-Jugendamtsleitungen: Integration bleibt wichtige Aufgabe der Jugendhilfe

Junge steht vor Wand und blickt in die Ferne
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Bei der gemeinsamen Arbeitstagung der Leiterinnen und Leiter von Jugendämtern in Nordrhein-Westfalen am 20. und 21. März in Bonn ging es u.a. um das Thema Integrationsarbeit. Weitere Themen waren die Qualitätsentwicklung im Kinderschutz anhand problematischer Fallverläufe, die Vormundschaftsreform und der medizinische Kinderschutz.

Die Zahl der Menschen, die nach Deutschland fliehen, geht zurück. Und auch die Anzahl der unbegleiteten Minderjährigen, die von der Jugendhilfe in Nordrhein-Westfalen versorgt werden müssen, ist rückläufig. Gleichwohl bleibt die Integration der jungen Menschen mit Fluchthintergrund eine wichtige Aufgabe der Jugendhilfe. Das ist der Tenor auf der gemeinsamen Arbeitstagung der Jugendamtsleitungen in NRW (JALTA), die am 20. und 21. März in Bonn tagten und zu der die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) eingeladen hatten. „In einem gemeinsamen Kraftakt haben die Jugendämter ab dem Jahr 2015 eine enorme Zahl von jungen geflohenen Menschen im System Jugendhilfe versorgt. Doch trotz einer gewissen Entspannung müssen wir beim Thema Integration am Ball bleiben und Perspektiven bieten“, so LVR-Jugenddezernent Lorenz Bahr.

Chancengeber für Kinder und Jugendliche

Familienstaatssekretär Andreas Bothe wies auf die vielfach großen Fortschritte in der Integrationsarbeit der Landesregierung hin: „Gerade bei den jüngeren Flüchtlingen sehen wir häufig eine sehr positive Entwicklung. Dazu gehört neben der erfolgreichen Sprachvermittlung bei Kindern und Jugendlichen auch die Integration junger Erwachsener in den Arbeitsmarkt.“ Seit 2015 kamen rund 566.000 minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland, rund ein Fünftel von ihnen nach Nordrhein-Westfalen. „Wir wollen Chancengeber für Kinder und Jugendliche in unserem Land sein. Es geht uns nicht darum, wo jemand herkommt, sondern darum, wohin er mit uns will“, so Staatssekretär Bothe.

Auswirkungen der Zahl unbegleiteter Minderjähriger auf den Fachkräftebedarf

Aladin El-Mafaalani, Leiter der Abteilung Integration im NRW-Integrationsministerium und Autor des Buches „Das Integrationsparadox“, stellte zu diesem Thema die Arbeit seiner Abteilung vor. Jens Pothmann vom Forschungsverbund der TU Dortmund und DJI nahm die Entwicklung der Fallzahlen bei den unbegleiteten minderjährigen Ausländern in den Blick und stellte die Auswirkungen auf den Fachkräftebedarf dar.

Weitere Themen der JALTA waren die Qualitätsentwicklung im Kinderschutz anhand problematischer Fallverläufe, die Vormundschaftsreform und der medizinische Kinderschutz.

Quelle: Landschaftsverbände Rheinland vom 20.03.2019

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