Sozialforschung / Coronavirus

KomDat Jugendhilfe 1/2020: Das Personal in der Kinder- und Jugendhilfe im Fokus

Illustration die eine Lupe und unterschiedliche Icons zeigt wie beispielsweise ein Tortendiagramm
Bild: rawpixel.com

Die aktuelle KomDat-Ausgabe der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfe (AKJStat) befasst sich mit den Beschäftigten in der Kinder- und Jugendhilfe Ende 2018, Anfang 2019. Damals spielte zwar die Corona-Pandemie noch keine Rolle, aber die Analysen verdeutlichen eine auch in diesen Tagen wichtige Tatsache.

Die Gesamtzahl von inzwischen über 1 Million Beschäftigten zeigt, wie viele Personen allein in diesem Bereich derzeit herausgefordert sind, ihre Aufgaben und Dienstleistungen weiterhin zu erbringen und ggf. im Lichte von Corona weiterzuentwickeln. Daneben leisten die Beiträge des KomDat-Heftes Einblicke in die Personalsituation ausgewählter Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch die der Allgemeinen Sozialen Dienste.

Anfang 2020 hat das Statistische Bundesamt die Ergebnisse der Einrichtungs- und Personalstatistik zum Stichtag 31.12.2018 für die Arbeitsfelder der Kinder- und Jugendhilfe außerhalb der Kindertageseinrichtungen veröffentlicht. Im Gegensatz zur jährlichen „Kita-Statistik“ werden diese inzwischen alle zwei Jahre erfasst. Damit liegt für die Jahreswende 2018/19 wieder ein Gesamtdatensatz vor, der sowohl einen aktuellen Überblick zum Personal in der Kinder- und Jugendhilfe ermöglicht als auch einen Vergleich der Arbeitsfelder untereinander.

Kaum eine Zahl verdeutlicht die gesellschaftliche Bedeutung der Kinder- und Jugendhilfe so anschaulich wie die des Personals in ihren Einrichtungen, Diensten und Behörden: Ende 2018/Anfang 2019 arbeiteten fast 1,1 Mio. Personen in der Kinder- und Jugendhilfe. Damit ist der Personalbestand in der Kinder- und Jugendhilfe höher als in anderen bedeutenden Branchen wie der Landwirtschaft oder der Automobilindustrie. Von den 1,1 Mio. Personen waren rund 951.000 pädagogisch oder im Verwaltungsbereich tätig.

U3-Ausbau als treibende Kraft der Personalexpansion

Gegenüber dem letzten Gesamterhebungszeitpunkt 2016/17 zeigt sich 2018/19 ein Zuwachs der Beschäftigten im pädagogischen Bereich bzw. Verwaltungsbereich von immerhin 8%. Dieser betrifft alle großen Arbeitsfelder, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung.

Die treibende Kraft der bundesweiten Personalexpansion ist in erster Linie der massive Ausbau der Kindertagesbetreuungsangebote für unter 3-Jährige und die Ausweitung der ganztägigen Angebote in der Kindertagesbetreuung, aber auch die Verbesserungen des Personalschlüssels (vgl. Böwing-Schmalenbrock/Sempf i.d.H.) sowie der unerwartet starke demografische Anstieg der Zielgruppe dieser Angebote durch Geburtenanstieg und Zuwanderung. Auch die anderen großen Arbeitsfelder tragen mit einem Plus von 84.000 Beschäftigten seit 2006 zu dem starken Zuwachs bei (+50%). Zuletzt lag das Wachstum für den Zeitraum 2016 bis 2018 bei 7%.

Veränderungen in der Altersstruktur

In den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe ist der Anteil älterer Beschäftigter ab 55 Jahren in den letzten Jahren weiter angestiegen. Aufgrund des starken Personalausbaus wurden zugleich viele jüngere Beschäftigte neu eingestellt, sodass auch der Anteil der unter 30-Jährigen zunahm.

Die Arbeitsfelder mit einem besonders hohen Anteil jüngerer Beschäftigter, wie z.B. die Kinder- und Jugendarbeit und die Heimerziehung, dürften in höherem Ausmaß nicht nur mit den Herausforderungen des Wissenstransfers – etwa im Rahmen der Einarbeitung – befasst sein, sondern sie müssen zudem häufiger den – zumindest temporären – Verlust von Beschäftigten kompensieren, die aufgrund einer Familienphase zeitweise nicht beruflich tätig sind oder ihre Arbeitszeit (anschließend) reduzieren.

Download und weitere Informationen

Die aktuelle Ausgabe der Ausgabe 1/2020 von KomDat (PDF 4,2 MB) steht bei der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik als Download zur Verfügung.

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) ist Teil des Forschungsverbundes Deutsches Jugendinstitut/Technische Universität Dortmund. Weitere Informationen zu der AKJStat unter: www.akjstat.tu-dortmund.de

Quelle: Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/ Technische Universität Dortmund

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