Sozialforschung / Kinder- und Jugendpolitik

DJI-Erhebung „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ – Einblicke in aktuelle Lebenswelten junger Menschen

Viele Menschen stehen aufgereiht nebeneinander
Bild: rawpixel.com

Der Survey des Deutschen Jugendinstituts „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“, kurz AID:A bietet detaillierte Einblicke in die Lebensbedingungen und die Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und ergänzt damit die Analysen der amtlichen Statistik. Im März startet die dritte umfassende Erhebung AID:A 2019. Die gewonnenen Informationen ermöglichen repräsentative Aussagen zu unterschiedlichen Themenfeldern, z.B. der zunehmenden Digitalisierung des Alltags und der Ausbildungs- und Berufswelt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Jugendinstituts (DJI) erheben und analysieren für den Survey AID:A 2019 die Daten von 6.000 Haushalten, das bedeutet 13.000 Menschen im Alter von 0-32 Jahren, sowie deren Eltern – das sind zusätzlich 7.000 Väter und Mütter. Ziel ist es, einen einmaligen, repräsentativen Datensatz zu generieren, wissenschaftlich auszuwerten und damit Politik, Wissenschaft und Gesellschaft wertvolle Erkenntnisse darüber zu bieten, was junge Menschen bewegt, wie sie leben und welche Einflüsse ihre Lebensumstände prägen.

Bedingungen des Aufwachsens umfassend beschreiben

Damit leistet das DJI einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur Beschreibung von gesellschaftlichen Trends in Deutschland. „Während sich amtliche Erhebungen wie der Mikrozensus auf ausgewählte Fakten beschränken, erfasst der DJI-Survey breitere Aspekte der Lebensbedingungen und darüber hinaus auch Einstellungen, Bewertungen und subjektives Wohlergehen der Befragten. Damit lassen sich relevante Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen in Deutschland umfassender beschreiben und Entwicklungen in einzelnen Bereichen als ein ineinander verschränktes Geschehen betrachten“, erklärt Prof. Dr. Sabine Walper, Stellvertretende Direktorin des DJI.

Seit 30 Jahren liefern Forscherinnen und Forscher des DJI wichtige Erkenntnisse über das Aufwachsen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland sowie über die Rolle von Familie und gesellschaftlichem Umfeld. „In unserer neu aufgelegten Befragung AID:A 2019 knüpfen wir an diese Befunde an und erschließen neue Themengebiete, wie die zunehmende Digitalisierung des Alltags und der Ausbildungs- und Berufswelt“, ergänzt Sabine Walper. Die aktuelle Erhebung betrachtet die Befragten nicht als Einzelpersonen, sondern als Mitglieder umfassender sozialer Netzwerke mit ihren spezifischen Biographien. Die gelebten Beziehungen rücken somit in den Mittelpunkt.

Die gewonnenen Informationen zum Thema Aufwachsen in Deutschland ermöglichen repräsentative Aussagen zu unterschiedlichen Themenfeldern. Im Jahr 2020 ist eine Reihe von Berichten der Bundesregierung geplant, die dann auf das Datenmaterial zurückgreifen können, darunter der Familienbericht, der Bildungsbericht und der Kinder- und Jugendbericht.

Themen und Ablauf der Befragung

Die wissenschaftliche Leiterin des Zentrums „Methoden der Dauerbeobachtung“ am DJI und Projektleiterin AID:A 2019, Dr. Susanne Kuger, betont: „Es ist uns wichtig, in AID:A 2019 die komplexen Beziehungen und Kontexte, in denen Menschen aufwachsen, darzustellen. Der DJI-Survey versteht sich als integrierender Baustein der sozialwissenschaftlichen Kindheits-, Jugend- und Familienforschung und der Sozialberichterstattung über die Lebenslagen. Nicht nur die zufällig aus den Einwohnermelderegistern gezogenen Personen sind Interviewpartner, sondern auch alle Geschwister, Eltern, Partnerinnen und Partner oder eigene Kinder.“ Professionelle Interviewer eines externen Erhebungsinstituts befragen ab März 2019 alle in dem jeweiligen Haushalt lebenden Personen.

Übergreifende Themen sind unter anderem das Leben der Kinder etwa im Hinblick auf die Betreuungssituation, Freizeitgestaltung, Gesundheit und – falls das Kind schon eingeschult ist – auch über die Schule. Diese Fragen an Kinder im Alter von 0 bis 11 Jahren beantworten die Eltern. Ab dem Alter von 9 Jahren wird jedes Familienmitglied zu seinen jeweiligen Lebenswelten interviewt: 9 bis 11-Jährige beispielsweise zu Familienklima, Freundeskreis oder die sich anbahnende Autonomie vom Elternhaus. Der Fragebogen für 12 bis 17-Jährige vertieft Themen zu Bildung, Hobbies, Engagement in Vereinen, Mobbingerfahrungen und ersten romantischen Beziehungen. Ausbildung und Erwerbstätigkeit sowie ein möglicher Nebenjob von Schülerinnen und Schülern kommen hinzu. Ab einem Alter von 16 Jahren werden außerdem Fragen zu politischer Partizipation gestellt, ab 18 Jahren zu eventuellen Kinderwünschen, zur Bildungs- und Erwerbsbiografie, zu kritischen Lebensereignissen sowie zur Nutzung sozialstaatlicher und kultureller Angebote. Eltern erhalten Fragen zu ihrer Elternschaft, unter anderem mit Aspekten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zu ihrer finanziellen Situation und Partnerschaft.

Die gewonnenen Daten werden mittelfristig über das Forschungsdatenzentrum des DJI der Fachöffentlichkeit zur Verfügung stehen. Finanziert wird das Projekt vor allem aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus Eigenmitteln des DJI.

Weiterführende Informationen zur DJI-Surveyforschung AID:A mit Teilprojekten und Kompetenzteams stehen beim Deutschen Jugendinstitut zur Verfügung. Dort finden sich auch ausführliche Informationen zur aktuellen dritten Welle von AID:A 2019.

Quelle: Deutsches Jugendinstitut e.V. vom 21.03.2019

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