Sozialforschung

Demografie: Höchster Anteil unter 18-Jähriger in Baden‑Württemberg

Jugendliche
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Baden Württemberg hat bundesweit den höchsten Anteil Minderjähriger an der Bevölkerung: 17,1 Prozent sind unter 18 Jahre alt. Mit nur 13,4 Prozent Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung hat Sachsen-Anhalt hingegen relativ wenig Nachwuchs.

Das teilt das Statistische Landesamt Baden Württemberg nach Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung zum 31.12.2013 auf Basis Zensus 2011 mit. 17,1 Prozent der Bevölkerung Baden Württembergs sind unter 18 Jahre alt. Niedersachsen hat mit 16,9 Prozent nur einen geringfügig niedrigeren Anteil Minderjähriger. Deutschlandweit sind 16,1 Prozent der Bevölkerung unter 18 Jahre alt.

Mit nur 13,4 Prozent Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung hat Sachsen-Anhalt relativ wenig Nachwuchs. In allen fünf neuen Bundesländern sind die Anteile der Minderjährigen niedrig. Wesentliche Ursachen für die verhältnismäßig wenigen jungen Einwohner in den neuen Bundesländern sind der dortige Einbruch der Geburtenzahlen Anfang der 1990er Jahre, hauptsächlich verursacht durch Unsicherheiten in den Lebensverhältnissen und –perspektiven in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung, und der anhaltende Fortzug vor allem junger Frauen aus dem Gebiet der ehemaligen DDR. Die in den neuen Bundesländern verbliebenen Frauen bekamen in den letzten Jahren im Durchschnitt pro Kopf ähnlich viele Kinder wie Frauen im Westen, allerdings gibt es nun viel weniger junge Frauen als in den 90er-Jahren.

Bei den 65-Jährigen und Älteren hat Baden Württemberg mit 19,6 Prozent nach den beiden Stadtstaaten Hamburg und Berlin (18,8 Prozent bzw. 19,1 Prozent) den drittniedrigsten Anteil. Die höchsten Anteile haben Sachsen-Anhalt und Sachsen mit 24,7 Prozent. Der Deutschlanddurchschnitt liegt bei 20,8 Prozent. Für Hamburg und Berlin ist der hohe Anteil der mittleren Altersgruppen, insbesondere der 25- bis unter 45-Jährigen charakteristisch, der mehr als 5 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt von 25,1 Prozent liegt. Die Altersstruktur von Baden Württemberg ist der von Bayern sehr ähnlich. Bayern hat einen geringfügig niedrigeren Anteil der Einwohner unter 45 Jahren und einen etwas höheren bei den 45-Jährigen und Älteren. Dennoch ist das Durchschnittsalter in Bayern mit 42,4 Jahren niedriger als in Baden Württemberg mit 43,2 Jahren (vgl. Schaubild 2). Eine Ursache dafür ist die in Baden Württemberg etwas höhere Lebenserwartung.

Bayern hat zusammen mit Hamburg und vor Berlin und Baden Württemberg die jüngste Bevölkerung. Die durchschnittlich ältesten Einwohner haben die neuen Bundesländer. Mit deutlichem Abstand führend ist Sachsen-Anhalt mit 47,3 Jahren.

In den Stadt- und Landkreisen der Bundesrepublik gibt es noch größere Unterschiede beim Durchschnittsalter. In Baden Württemberg hat der Stadtkreis Baden-Baden nach wie vor die älteste Bevölkerung mit durchschnittlich 47,5 Jahren. Bundesweit leben die ältesten Einwohner im Stadtkreis Suhl in Thüringen (50,2 Jahre).

Im bundesweiten Vergleich der Stadt- und Landkreise liegt Baden-Baden auf Rang 30. Fast alle der "ältesten" Kreise liegen in den neuen Bundesländern. Der "älteste" Landkreis im Westen ist Osterode am Harz in Niedersachsen mit 48,5 Jahren.
Mit einem Alter von 40,3 Jahren hat der Stadtkreis Freiburg im Breisgau von den Kreisen in Baden Württemberg die im Durchschnitt jüngste Bevölkerung, knapp vor Heidelberg mit 40,4 Jahren. Freiburg liegt auf Platz drei unter den bundesdeutschen Stadt- und Landkreisen. Die deutschlandweit jüngste Bevölkerung wohnt im Landkreis Freising in Bayern (39,7 Jahre). Hauptursache für ein niedriges Durchschnittsalter in den Stadt- und Landkreisen ist der durch Hochschulen hervorgerufene Zuzug junger Erwachsener.

Weitere Informationen und zugehörige Grafiken unter: http://statistik-bw.de/Pressemitt/2015085.asp

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 07.04.2015

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