Familienforschung / Digitalisierung und Medien

digital facts 2015-12 gibt Einblick in die digitalen Familienverhältnisse

Vater und Sohn beschäftigen sich mit dem Laptop

Über 13 Mio. Deutsche über 14 Jahre leben in Mehrpersonen-Haushalten mit Kindern. 96 Prozent der Deutschen in Mehrpersonen-Haushalten surfen regelmäßig im Netz. Digitale Familien besitzen eine Vielzahl an technischen und oft auch mit dem Netz verbundenen Geräten.

Auch wenn Deutschland oft als Land der Alleinstehenden und -lebenden gilt: Insgesamt 13,77 Millionen Deutsche leben in Haushalten mit zwei Personen oder mehr und mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren - ledig und alleine im Haushalt wohnen aber immerhin noch 7,41 Millionen.

Das Internet darf dabei bei fast keinem fehlen, 96 Prozent der Deutschen in Mehrpersonen-Haushalten surfen regelmäßig im Netz. Bei den Alleinstehenden sind es im Vergleich nur 82 Prozent, auch wenn diese gerade tendenziell etwas jünger sind, 58,1 Prozent gehören der Altersklasse 20-39 Jahre an. Bei den "Familienmenschen" ist die größte Gruppe mit 61,7 Prozent im Alter von 30-49 Jahren. Auch bei der Geschlechterverteilung unterscheiden sich beide Zielgruppen: Bei den alleinlebenden Onlinern sind zwei Drittel Männer (66,9%), bei den digitalen Familien haben die Frauen mit 52,4 Prozent die Nase vorne.

Die Digitalität hört zudem nicht beim Internetzugang alleine auf. Digitale Familien besitzen eine Vielzahl an technischen und oft auch mit dem Netz verbundenen Geräten, z.B. Flachbildfernseher (87,6%), Spielkonsolen (55,1%) oder Pay-TV Abos (21,5%). Die Nutzer mobiler Angebote, die in Mehrpersonen-Haushalten mit Kindern leben, sind durchweg sogar noch besser technisch ausgestattet als ihre digitalen Kollegen allgemein.

Für den passenden finanziellen Hintergrund für derartige Anschaffungen sorgt ein passendes Haushaltsnetto-Einkommen, 39 Prozent der digitalen Familien verfügen über 3.000 Euro und mehr im Monat. Bei den Singles können - trotz der größeren Anzahl an Bessergebildeten (fast die Hälfte verfügt über Abitur oder einen Hochschulabschluss, bei den Familienmenschen gehören nur 37 Prozent zu dieser Gruppe) - nur 10,7 Prozent auf ein solches Budget zugreifen.

Dafür sorgt vielleicht auch der berufliche Hintergrund: In Mehrpersonen-Haushalten mit Online-Nutzung sind 6,2 Prozent sogenannte Entscheider. Dazu zählen laut AGOF Definition selbstständige Unternehmer mit mindestens sechs Beschäftigten, freiberuflich Tätige mit Arbeitgeberfunktion (mindestens ein Beschäftigter), leitende Angestellte mit einem persönlichen Netto-Einkommen von mindestens 3.000 Euro oder höhere Beamte ab Besoldungsstufe A14. Bei den jüngeren, besser gebildeten Singles zählen dagegen nur 3,7 Prozent zu dieser Zielgruppe.

Weiterführende Informationen: http://www.agof.de/studien/digital-facts/

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. (AGOF) vom 17.03.2016.

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