Bildungsforschung / Flucht und Migration

Staatsministerin Böhmer: "Die Förderung junger Migranten ist entscheidend für den Erfolg unseres Bildungssystems"

Deshalb sollten die Länder Tempo und Intensität ihrer Maßnahmen zur individuellen Förderung junger Migranten deutlich erhöhen. Es gilt, alle Kräfte zu bündeln, damit Kinder aus Zuwandererfamilien die gleichen Startchancen wie Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund erhalten. Unser Land kann es sich nicht leisten, dauerhaft auf die Potenziale des steigenden Anteils von Migrantenkindern zu verzichten", erklärte Staatsministerin Maria Böhmer anlässlich der Vorstellung der PISA-Studie 2009.

"Der Erfolg unseres Bildungssystems hängt zunehmend davon ab, ob die Förderung junger Migranten gelingt. Die aktuellen PISA-Ergebnisse sind zwar ermutigend. Aber trotz aller Fortschritte sind Bildungserfolg und die Chance auf den sozialen Aufstieg in unserem Land weiterhin in erheblichem Umfang von der Herkunft abhängig.

Deshalb sollten die Länder Tempo und Intensität ihrer Maßnahmen zur individuellen Förderung junger Migranten deutlich erhöhen. Es gilt, alle Kräfte zu bündeln, damit Kinder aus Zuwandererfamilien die gleichen Startchancen wie Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund erhalten. Unser Land kann es sich nicht leisten, dauerhaft auf die Potenziale des steigenden Anteils von Migrantenkindern zu verzichten", erklärte Staatsministerin Maria Böhmer anlässlich der Vorstellung der PISA-Studie 2009.

Böhmer nannte fünf Schwerpunkte für eine stärkere individuelle Förderung von Migrantenkindern:

1. "Entscheidend ist, bei der Sprachförderung früher die richtigen Weichen zu stellen. Dafür sprechen auch die Ergebnisse aus der Hirnforschung. Deshalb plädiere ich dafür, bereits bei allen 3-Jährigen, das heißt mit Beginn des Kindergartenalters, verbindliche Sprachtests durchzuführen. Wird dabei ein Förderbedarf festgestellt, sollte für das jeweilige Kind der Kindergartenbesuch mit Sprachförderung verpflichtend sein. Diese frühe Sprachförderung kommt nicht nur jungen Migranten, sondern allen Kindern zu Gute!"

2. "Auf die Qualifikation der Erzieherinnen und Lehrkräfte kommt es an. Eine intensive Aus- und Fortbildung muss sie auf die größer werdende Vielfalt in Kindergärten und Schulen vorbereiten. Heterogenität ist keine Ausnahme mehr, sondern Normalität. In vielen Städten liegt der Anteil der Migrantenkinder bereits jetzt bei über 60 Prozent."

3. "In Zeiten von eigenverantwortlichen Schulen kommt den Schulleiterinnen und Schulleitern eine zentrale Bedeutung zu. Sie haben es in der Hand, die richtigen Hebel für eine verstärkte individuelle Förderung von jungen Migranten zu setzen. Dies geht über die Stärkung der deutschen Sprache im Schulalltag hinaus."

4. "Grundlegend für den Bildungserfolg der Kinder ist die Mitwirkung der Eltern. In Bildungsfragen müssen Kindertageseinrichtungen, Schule und Elternhaus und das gesamte soziale Umfeld Hand in Hand arbeiten. Die PISA-Ergebnisse zeigen erneut den positiven Einfluss auf die schulischen Leistungen, wenn zu Hause auch Deutsch gesprochen wird."

5. "Die Länder müssen Schulen mit einem hohen Migrantenteil stärker unterstützen. Solche Schulen brauchen mehr Lehrer, mehr Schulsozialarbeiter sowie mehr Zeit - also mehr Ganztagsschulen."

Quelle: Bundesregierung, Pressemitteilung vom 07.12.2010

 

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