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Migration / Nachhaltigkeit

„Kommune bewegt Welt“ – Herausragendes Engagement ausgezeichnet

Kinderhände halten einen Globus
Bild: © Joachim Wendler - Fotolia.com

Der Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ zeichnet herausragende kommunale Beispiele zu Migration und Entwicklung aus. Bereits zum dritten Mal wurde der Preis an Städte, Landkreise und Gemeinden verliehen, die sich gemeinschaftlich mit migrantischen Organisationen und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren für eine global nachhaltige Entwicklung einsetzen.

Die Preisverleihung des Wettbewerbs „Kommune bewegt Welt“ fand am Dienstag, dem 25. September 2018 in Berlin statt. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller: „Die Kommunen sind für unsere Entwicklungszusammenarbeit geschätzte und wichtige Partner – sie haben das Wissen und kennen die Lösungen für die Herausforderungen, vor denen auch andere Kommunen in aller Welt stehen. Das zeigen auch die hier ausgezeichneten Kommunen dieses Wettbewerbs Integration ist keine Einbahnstraße – und wir können profitieren, wenn Menschen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, ihren Horizont und ihr Wissen mit einbringen und der kommunalen Entwicklungspolitik neue Impulse geben. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Debatten ist es wichtig, die Leistungen von Migrantinnen und Migranten in unseren und für unsere Kommunen zu würdigen.“

Kategorie „über 100.000 Einwohner“: Saarbrücken

Eine unabhängige Jury aus Expertinnen und Experten im Bereich Migration und Entwicklung wählte die diesjährigen Preisträger in drei verschiedenen Kategorien. In der Kategorie „über 100.000 Einwohner“ belegt die Stadt Saarbrücken, die sich aufgrund ihres langjährigen Engagements und die Zusammenarbeit mit Migrantinnen und Migranten im Bereich Fairer Handel durchsetzen konnte, den ersten Platz. Laut der Jury ziehen sich die Themen Fairer Handel und Faire Beschaffung wie ein roter Faden durch die entwicklungspolitische Arbeit der Stadt. Das Engagement ist authentisch, da Migrantinnen und Migranten als „Botschafterinnen und Botschafter des Fairen Handels“ aus dem globalen Süden berichten und als Referentinnen und Referenten in entwicklungspolitischen Regionalforen fungieren.

Kategorie „20.000 bis 100.000 Einwohner“: Ingelheim

In der Kategorie „20.000 bis 100.000 Einwohner“ setzte sich die Stadt Ingelheim gegen andere Bewerber durch. Grund dafür: Bei dem Projekt „Integration mit Geschmack“ geht es um weitaus mehr als Integration. Es ist ein gelungenes Beispiel gemeinsamer entwicklungspolitischer Aktivitäten des Vereins Casa del Sol und des Migrations- und Integrationsbüro der Stadt Ingelheim (MIB) in Lateinamerika. Diese Zusammenarbeit ist eingebettet in ein großes Netzwerk von Akteuren aus der Verwaltungen und des Stadtrates, Ingelheimer Migrantinnen und Migranten, Kleinproduzenten im globalen Süden, dem Handel, Ingelheimer Bürgerinnen und Bürger als Konsumenten und den Medien.

Kategorie „bis 20.000 Einwohner“: Engen

In der Kategorie „bis 20.000 Einwohner“ belegt die Stadt Engen den ersten Platz. Das Thema Migration und Entwicklung wird von der Stadt Engen als Querschnittsthema von Kultur- und Hauptamt behandelt, wobei sehr eng mit der Zivilgesellschaft kooperiert wird. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Engagments von Kommunalverwaltung und Zivilgesellschaft steht die Veranstaltungsreihe „Unser buntes Engen“. Dabei handelt es sich um Länderabende, die von den jeweiligen Migrantinnen- und Migrantengruppen in Kooperation mit der Stadt vorbereitet, durchgeführt und moderiert werden.

Weiterhin wurden die Kommunen Donauwörth, Bitburg, Fellbach, Winnenden, Mannheim und Kiel ausgezeichnet.

Mutmachgeschichte für alle, die sich engagieren

Das Preisgeld in Höhe von 135.000 Euro wird zu gleichen Teilen zwischen den drei Kategorien verteilt. Dr. Bernhard Felmberg, Abteilungsleiter im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, überreichte die Urkunden an die Gewinnerinnen und Gewinner. Dr. Jens Kreuter, Geschäftsführer der Engagement Global, stellte fest: „Die große Zahl und die Bandbreite der Bewerbungen zeigt, wie viele herausragende Beispiele es für Zusammenarbeit gibt und wie groß das Interesse für Entwicklung ist. Dieser Wettbewerb ist eine Mutmachgeschichte für alle, die sich engagieren. Das ist eine enorm positive Botschaft und an sich schon einen Preis wert.“

Poetisch wurde es auch. Die Berliner Wortakrobaten der Kiezpoeten brachten die Thematik des Tages auf den Punkt: „Und es gibt immer einen Idioten, der auf unsere Erde, statt Wasser, auch noch Beton kippt. Aber, wenn sogar auf betonierten Straßen immer noch was wachsen kann, dann lasst uns nicht nur Grashalme sein, oder den Wind uns forttragen. Denn wir sind Rosen, aus dem Riss im Beton.“

„Kommune bewegt Welt“ ist ein Wettbewerb im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, durchgeführt von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global.

Quelle: Engagement Global gGmbH vom 26.09.2018

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