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Kinderschutz / Kinder- und Jugendpolitik

Menschenverachtende Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung durchbrechen

Afrikanische Mutter trägt ihr Kind in Tuch auf Rücken
Bild: © poco.bw - Fotolia.com

Zum Internationalen Tag zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung am 6. Februar ruft Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller dazu auf, diese frauenverachtende Tradition zu durchbrechen. Weltweit leben mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen mit weiblicher Genitalverstümmelung, in Deutschland sind es schätzungsweise 50.000 Betroffene.  

Minister Müller: „Weibliche Genitalverstümmelung ist in vielen Ländern ein großes gesellschaftliches Tabu. Als Tradition getarnt halten sich Beschneidungsrituale noch immer in vielen Gemeinden und Familien. Wir dürfen nicht nachlassen, in Aufklärung und Schutz zu investieren, um diese besonders herabwürdigende Form von Gewalt an Frauen zu beenden. Nur so können starke Mädchen unversehrt zu starken Frauen heranwachsen.“
 
Weibliche Genitalverstümmelung verursacht Komplikationen bei der Geburt, andauernde Schmerzen und seelische Traumata für Mädchen und Frauen. Sie kann im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

Zahl der Betroffenen steigt 

In Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa 50.000 Frauen, die verstümmelt wurden. Die Zahl der betroffenen Frauen und Mädchen stieg durch die Zuwanderung aus Ländern, in denen Beschneidung praktiziert wird, wie Eritrea, Somalia, Äthiopien und Irak, deutlich an.

In Deutschland steht weibliche Genitalverstümmelung unter Strafe. Viele der Frauen werden aber bei Besuchen in ihren Herkunftsländern beschnitten. Deswegen kann diese grausame Tradition nur durch einen Bewusstseinswandel und unterstützende Maßnahmen in den betroffenen Entwicklungsländern beendet werden. 

Im westafrikanischen Guinea ist die Genitalverstümmelung besonders weit verbreitet: nach Angaben der Vereinten Nationen sind rund 90 Prozent der erwachsenden Frauen betroffen. Das Entwicklungsministerium investiert daher in Guinea zusätzlich zwei Millionen Euro in ein Gesundheitsprogramm, um Frauen und Mädchen vor Genitalbeschneidung zu schützen. 

Mittel für Aufklärung und Behandlung 

Mit den neu zugesagten Mitteln unterstützt das Ministerium lokale Organisationen, die auch mit religiösen und traditionellen Autoritäten über die Gefahren der Beschneidung sprechen. Zudem werden Fachkräfte geschult, die über die körperlichen und seelischen Folgen der Beschneidung aufklären und Genitalverstümmelungen besser behandeln können.
 
Weltweit müssen mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen mit weiblicher Genitalverstümmelung leben. In den kommenden zehn Jahren könnten noch einmal 30 Millionen Mädchen neu hinzukommen.

Quelle: Bundesminsiterium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom 05.02.2018

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