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Sexuelle Ausbeutung im Netz

Bildung schützt Kinder vor Selbstgefährdung

Jugendliche mit Smartphone, die ein Live-Video streamt
Bild: © kucherav - fotolia.com

Im Vorfeld des Europäischen Tags zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch am 18. November veranstaltate der Europarat ein Web-Seminar zur Frage, wie durch Bildungsmaßnahmen Gefahren vorgebeugt werden kann, die mit von Kindern selbst erzeugten Bildern und Videos mit sexuellem Inhalt verbunden sind.

Das Web-Seminar des Europarates spiegelt das zentrale Thema des diesjährigen europäischen Tags wider: „Prävention von Risikoverhalten von Kindern: Von Kindern selbst erzeugte Bilder und/oder Videos mit sexuellem Inhalt“. Die stetig zunehmende Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien bringt für Kinder zweifellos neue Möglichkeiten im Hinblick auf Bildung, Freizeit und die Entwicklung zwischenmenschlicher Fähigkeiten mit sich. Allerdings steigt durch neue IKT-Tools auch die Gefahr von sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch von Kindern im Internet. Dies gilt insbesondere dann, wenn Kinder selbst erzeugte Bilder und Videos mit sexuellem Inhalt mit ihren Altersgenossen und anderen Personen teilen. Es ist äußerst wichtig, dass derartige Inhalte nicht in die falschen Hände geraten und von Sexualstraftätern genutzt werden.

Ausgangsbeschränkungen erhöhen Risiken

Eine der Hauptrednerinnen, Christel De Craim, Vorsitzende des Lanzarote-Ausschusses, betonte, dass Kinder infolge der mit dem Coronavirus verbundenen Ausgangsbeschränkungen zunehmend im Internet und von sozialen Medien abhängig sind, um ihre Gefühle auszudrücken, einschließlich im beziehungsbezogenen oder sexuellen Zusammenhang. Leider bestehe dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass zum Zweck sexueller Handlungen mit Kindern Kontakt aufgenommen wird und sie Opfer von Cyber-Mobbing, sexueller Erpressung oder anderen Formen sexueller Ausbeutung werden. Bildung ist daher ein Schlüsselelement zur Warnung von Kindern vor Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, wenn sie Bilder und/oder Videos mit sexuellem Inhalt von sich selbst erzeugen und teilen, unterstrich sie.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des griechischen Vorsitzes im Ministerkomitee des Europarates abgehalten, als Teil des Europaratesprojekts [email protected], das auf die Prävention und Bekämpfung von sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch von Kindern im Internet anhand relevanter internationaler und europäischer Normen abzielt, insbesondere der Lanzarote-Konvention.

Quelle: Europarat vom 12.11.2020

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