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Flucht und Migration

Jugendwohnen als Beitrag zur Modernisierung des Bildungssystems

„Mit dem Unterstützungsangebot des Jugendwohnens schaffen wir Rahmenbedingungen um junge Menschen mit Migrationshintergrund erfolgreich in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren.“ Klare Worte von Andreas Finke, dem Projektleiter des Forschungs- und Praxisentwicklungsprojektes „leben.lernen.chancen nutzen.“

Köln, 25. Juni 2010. Andreas Finke bezieht sich damit auf den letzte Woche von der „Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder“ (KMK) und dem „Bildungsministerium für Bildung und Forschung“ (BMBF) vorgestellten Bericht „Bildung in Deutschland 2010“, der angesichts des demografischen Wandels die Potenzialentwicklung aller Jugendlichen empfiehlt.

„Gerade junge Menschen mit Migrationshintergrund profitieren beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf mehr als deutlich vom niedrigschwelligen und bedarfsorientierten Jugendwohnen“, so Andreas Finke. In einer Umfrage des durch das „Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend“ (BMFSFJ) geförderten Forschungsprojektes gaben über 54 Prozent der Migrantinnen und Migranten im Jugendwohnen an, dass sie ihren aktuellen Schul- bzw. Ausbildungsplatz ohne das Jugendwohnen nicht angenommen hätten. Des weiteren bestätigten über 32 Prozent, dass sie ohne die sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung des Jugendwohnens ihre Ausbildung abgebrochen hätten.

Das „Bundesinstitut für Berufsbildung“ (BIBB) belegt, dass der Anteil unter ausländischen Jugendlichen, die einen Ausbildungsvertrag im dualen System abschließen, mit 35 Prozent weniger als halb so groß ist wie unter den deutschen. „Wir sind davon überzeugt, dass es den Zielen des BIBB entgegen kommen könnte, das Jugendwohnen bei Forschungen und Bemühungen zur Weiterentwicklung der beruflichen Ausbildung in Deutschland zu berücksichtigen“, empfiehlt Andreas Finke. „Es gilt, gemeinsam zu evaluieren, welche Faktoren für junge Menschen mit Migrationshintergrund ausbildungshemmend sind und inwieweit das Jugendwohnen dem noch stärker entgegenwirken kann.“

Gleichzeitig könnte erforscht werden, inwieweit das Jugendwohnen eine reale Unterstützungsstruktur zur Verfügung stellen kann, um regionale Disparitäten am Ausbildungsstellenmarkt zu überwinden und für junge Menschen auch und gerade mit Migrationshintergrund eine Möglichkeit bietet, Mobilität zu realisieren. Andreas Finke: „Das Jugendwohnen antwortet auf die Bedarfe junger Migrantinnen und Migranten - es benötigt jedoch politische Hilfe, um selbst noch gezielter helfen zu können.“ 

Quelle: Projekt Jugendwohnen

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