Junge Flüchtlinge / Sozialpolitik

Erstes Vernetzungstreffen der Psychosozialen Zentren für Geflüchtete in Hessen

Junger schwarzer Mann sitzt auf einem Bett und verbirgt sein Gesicht in seinen Händen
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Psychosoziale Zentren bieten Hilfe für Opfer von Folter und Gewalt. In Hessen werden vier dieser Einrichtungen für traumatisierte und psychisch belastete Flüchtlinge seit dem vergangenen Jahr durch die Landesregierung gefördert. Um die Zusammenarbeit der Zentren zu stärken, trafen sich die Akteure zu einer Vernetzungstagung, wo der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt stand.

Seit Ende 2017 fördert die Hessische Landesregierung vier Psychosoziale Zentren, die sich in Hessen um traumatisierte und psychisch belastete Geflüchtete sowie Opfer von Folter und Gewalt sorgen. Zum gemeinsamen Austausch veranstaltete das Hessische Ministerium für Soziales und Integration gestern ein Vernetzungstreffen, bei dem die über 30 Teilnehmenden der vier Zentren in Hessen im Rahmen von Fachvorträgen die Möglichkeit wahrnahmen, voneinander zu lernen und die gemeinsame Zusammenarbeit der Zentren zu stärken.

Versorgung unabhängig vom Aufenthaltsort

Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Dr. Wolfgang Dippel, betonte bei seiner Rede, „dass die Erfahrungen und Erkenntnisse des Projekts Step-by-Step eine wesentliche Grundlage und wegweisend für das Entstehen und die Arbeit der vier Psychosozialen Zentren sind. Gerade diese vernetzte Zusammenarbeit ermöglicht es Geflüchteten hessenweit, unabhängig des Aufenthaltsortes versorgt zu werden.“ Das Land Hessen stellt Fördergelder in Höhe von bis zu 1,6 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Erste Anlaufstelle bei akuten Krisen

Die Psychosozialen Zentren dienen als erste Anlaufstelle bei akuten Krisen sowie als kompetente Ansprechpartner in Fragen der psychosozialen Betreuung. Sie bieten strukturierende Angebote und unterstützen geeignete Schritte zur Stabilisierung und Weitervermittlung der traumatisierten Menschen in die örtlichen Regelstrukturen. Die Angebote richten sich sowohl an die Bewohnerinnen und Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes, als auch an bereits kommunal zugewiesene Betroffene. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt insbesondere in der begleitenden Beratung beim Übergang zwischen dem Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung und der Unterbringung in kommunalen Unterkünften. Für die Aufnahmeeinrichtungen stehen die aufsuchende Beratung und die Organisation tagesstrukturierender Angebote im Vordergrund.

Verbesserung der Angebote durch Vernetzung

Dr. Dippel betonte: „Durch niedrigschwellige Hilfen der Psychosozialen Zentren wird die besondere Situation zwischen dem Ankommen der Geflüchteten und einer Integration in das Regelsystem berücksichtigt.“ Durch eine starke Vernetzung untereinander und durch die Netzwerke der Träger, wird die Versorgung unterstützt und wesentlich verbessert. „Ich freue mich, dass das Sigmund-Freud-Institut die Arbeit wissenschaftlich begleitet und so weiter an der Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Geflüchteten in Hessen arbeitet“, schloss der Staatssekretär. Durch die Gewinnung objektiver Daten werde hierdurch eine kontinuierliche Evaluierung und Weiterentwicklung der Zentren unterstützt.

Psychosozialen Zentren in Hessen:       

  • Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete in Nordhessen in Kassel, Tel.: 0561 / 81 64 43 21
  • Psychosoziales Zentrum für geflüchtete Menschen in Mittelhessen in Gießen, Tel.: 0641 / 98 42 66-0
  • Psychosozialer Verbund Rhein-Main in Frankfurt, Tel.: 069 / 49 91 74
  • Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete Südhessen in Darmstadt, Tel.: 06151 / 50 02 86 0

Quelle: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration vom 18.09.2018

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