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Inklusion / Bildungspolitik

Learning by doing – Inklusion entwickelt sich

Verschiedene Berufsgruppen wurden von einem Kind auf Papier gemalt.
Bild: © frenta - Fotolia.com

Die inklusive Gestaltung der beruflichen Bildung kommt voran. Ansätze, die den Weg in betriebliche Ausbildung ebnen, sind verlässliche Unterstützung, die Sicherung von Anschlüssen sowie reguläre vollqualifizierende Angebote, die die berufliche Handlungsfähigkeit junger Menschen und damit ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig verbessern.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bündelt in einem Sammelband zum Thema „Inklusion im Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf“ erfolgreiche Praxisbeispiele, betrachtet mit Beiträgen verschiedener Expertinnen und Experten das Thema Inklusion am Übergang Schule – Beruf aus unterschiedlichen Perspektiven und stellt Ausschnitte des Fach- und Praxiswissens für gelingende Inklusion im Übergang zur Verfügung. Ganz im Sinne von BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser, der betont: „Das berufliche Bildungssystem eröffnet bereits in vielen Bereichen Teilhabemöglichkeiten. Diese müssen aber nach wie vor weiter erschlossen werden.“

Berufliche Bildung: Inklusiv und anpassungsfähig

„Üben, üben, üben“, das hören Auszubildende oft, wenn sie am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Und auch bei der inklusiven Gestaltung der beruflichen Bildung gilt es, weiter zu üben und immer besser zu werden: Bildungsträger, die Sonderwege vermeiden, und Unternehmen, die Regelangebote inklusiv gestalten, können erfolgreich jungen Menschen eine Perspektive eröffnen und dringend benötigten Fachkräftenachwuchs ausbilden. Das gelingt vor allem dann besonders gut, wenn Ausbildung nicht als statisch, sondern als dynamisch-lernendes System verstanden wird.

Dafür gibt es eindrucksvolle Beispiele aus der Praxis, die belegen, wie inklusiv und anpassungsfähig berufliche Bildung praktiziert werden kann:

  • Eine Werkstatt für behinderte Menschen in Oberschwaben öffnet ihre Qualifizierungsangebote für Außenstehende und kooperiert mit Unternehmen. Am Ende haben sich die Betriebe eine neue Zielgruppe für die Mitarbeiterrekrutierung erschlossen und die Absolventinnen und Absolventen besitzen ein anerkanntes Zertifikat.
  • Junge Menschen in Brandenburg können mit professioneller Unterstützung ihre Lernschwierigkeiten überwinden und sind nun erfolgreiche Auszubildende im ersten Arbeitsmarkt.
  • Ein Projekt in Hamburg hat mehr als 300 Schülerinnen und Schüler beim Übergang ins Arbeitsleben begleitet. Seit Anfang 2018 gehört das Konzept zum regulären Angebot für Jugendliche.

Individuelle Förderung ist die Basis für Inklusion

Der Praxisteil des BIBB-Sammelbandes zeigt, dass Teilhabe an Regelangeboten möglich ist. Es wird deutlich, dass eine differenzierte individuelle Förderung die Basis für Inklusion in der beruflichen Bildung ist. Ein Katalog mit Fragen zu Schlüsselthemen – wie individuelle Beratung und Begleitung, Ausgestaltungsprinzipien für Bildungsangebote und Institutionen, rechtlich-finanzielle Rahmenbedingungen oder inklusive Didaktik – gibt Anregungen für die weitere Entwicklung, denn: „Themen wie die Digitalisierung prägen zurzeit die öffentliche Diskussion. Dabei dürfen wir andere, wichtige Themen wie die Inklusion nicht aus den Augen verlieren“, so BIBB-Präsident Esser.

Der Berichtsband zeigt ferner auf, dass die zunehmende Polarisierung in der Inklusionsdebatte durch nicht eindeutige Begrifflichkeiten und ein unterschiedliches Verständnis von Inklusion in den einzelnen Fachdisziplinen geprägt ist. Die Diskussion und Untersuchung dessen, was als normal gilt und welche Mechanismen der Ausgrenzung es gibt, sind daher ebenfalls Teil der BIBB-Publikation.

Weitere Informationen zum BIBB-Sammelband finden sich unter: www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/show/9556

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vom 18.12.2018

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