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Gesundheit

Verbesserte zahnärztliche Früherkennung für Kinder bis zum 6. Lebensjahr

Junge beim Zahnarzt
Bild: © Claudia Paulussen - Fotolia.com

Die vertragszahnärztliche Vorsorge für Kinder bis zum 6. Lebensjahr wird ab Juli 2016 nachhaltig gefördert. Das sogenannte Gelbe Heft (Kinderuntersuchungsheft) enthält künftig sechs rechtsverbindliche Verweise vom Kinderarzt (Pädiater) zum Zahnarzt für Kinder vom 6. bis zum 64. Lebensmonat. Einen entsprechenden Beschluss hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erwirkt, dem wichtigsten Beschlussgremium der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Eltern erhalten das Gelbe Heft in der Regel auf der Entbindungsstation oder vom Kinderarzt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der G-BA in der neugefassten Kinderrichtlinie auf Initiative der KZBV eine stärkere Vernetzung von Kinder- und Zahnärzten verankert und damit die Voraussetzung für die Entscheidung und für die Verbesserung zahnärztlicher Prävention bei Kleinkindern geschaffen. Das Gelbe Heft ist Bestandteil der Kinderrichtlinie.

„So manche Erkrankung, wie etwa frühkindliche Karies wird häufig noch zu spät entdeckt. Das kann zu erheblichen Folgeschäden für das bleibende Gebiss führen. Wenn hingegen frühzeitig und zielgerichtet behandelt wird, lässt sich die Krankheit eindämmen oder sogar völlig vermeiden“, sagte Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV. Milchzahnkaries sei in Deutschland auf dem Vormarsch, betonte Eßer. „Die Häufigkeit liegt bei 10 bis 15 Prozent, in sozialen Brennpunkten steigen die Prävalenzen bis auf 40 Prozent. Betroffen ist damit etwa jedes zehnte Kleinkind im Alter von 0 bis 3 Jahren.“

Die jetzt beschlossenen Verweise im Gelben Heft stehen in Einklang mit der Intention des Präventionsgesetzes und dem darin enthaltenen Auftrag an den G-BA, früher als bisher im Kleinkindalter zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen umzusetzen.
Im Kinderuntersuchungsheft sind ab Juli folgende Verweise zu vertragszahnärztlichen Untersuchungen durch Ankreuzfelder vorgesehen und zu dokumentieren:

  • Im Zeitraum der U5 (6.-7. Lebensmonat) zur Abklärung von Auffälligkeiten an Zähnen und Schleimhaut,
  • im Zeitraum der U6 (10.-12. Lebensmonat) zur Abklärung von Auffälligkeiten an Zähnen und Schleimhaut,
  • im Zeitraum der U7 (21.-24. Lebensmonat) zur Abklärung von Auffälligkeiten im Kieferwachstum und an Zähnen und Schleimhaut,
  • im Zeitraum der U7a (34.-36. Lebensmonat) zur zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung,
  • im Zeitraum der U8 (46.-48. Lebensmonat) zur zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung,
  • im Zeitraum der U9 (60.-64. Lebensmonat) zur zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung

Die Umsetzung einer engeren und systematischeren Zusammenarbeit von Kinder- und Zahnärzten ist eine der Kernforderungen des Versorgungskonzeptes „Frühkindliche Karies vermeiden“, das von KZBV und Bundeszahnärztekammer erarbeitet wurde. Als stimmberechtigte Trägerorganisation des G-BA hatte die KZBV Elemente des Konzeptes in den G-BA eingebracht.

Der Beschluss vom 19. Mai des G-BA ist in Kürze im Internet abrufbar unter www.g-ba.de.

Quelle: OTS: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung vom 19.5.2016