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Gesundheit / Förderung der Erziehung in der Familie

Neues Schulungsprogramm "ModuS" verbessert die Lebensqualität von Kindern mit chronischen Erkrankungen

Eine Ärzin mit einem kleinen Jungen
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Kinder mit chronischen Erkrankungen und deren Familien profitieren von dem neuen Schulungsprogramm "ModuS". Das zeigt der nun veröffentlichte Abschlussbericht.

Von dem Angebot profitieren auch Kinder mit weniger häufig auftretenden chronischen Erkrankungen. Positive Effekte fanden sich insbesondere bei der Lebensqualität und der Unterstützung im Alltag. Das Projekt "Fit für ein besonderes Leben: Modulares Schulungsprogramm für chronisch kranke Kinder und Jugendliche sowie deren Familien (ModuS)" wird vom Bundesministerium für Gesundheit seit Dezember 2009 mit 555.000 Euro gefördert. Der Abschlussbericht ist auf der Internetseite des BMG abrufbar.

Dazu erklärt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: "Unser Ziel ist es, Kindern mit chronischen Krankheiten und ihren Familien Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Krankheit zu geben. Schulungsprogramme vermitteln den Familien das Wissen und das Handwerkszeug zu einem besseren Umgang mit der Krankheit. Sie ergänzen damit hervorragend die medizinische Behandlung. Ich hoffe, dass dieses neue Programm auch bei den Krankenkassen auf ein hohes Interesse stößt. Damit viele chronisch kranken Kinder und Jugendlichen davon profitieren können."

Für häufig vorkommende chronische Erkrankungen wie Asthma bronchiale oder Neurodermitis existieren bereits seit Jahren gut bewährte und etablierte Schulungsprogramme. Für Kinder und Jugendliche mit weniger häufig auftretenden chronischen Erkrankungen, die aber ebenfalls mit hohen Belastungen einhergehen, standen dagegen kaum vergleichbare etablierte und qualitätsgesicherte Schulungsprogramme zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund hat das Kompetenznetz Patientenschulung im Kindes- und Jugendalter e.V. (KomPaS; www.patientenschulung-kompas.de) unter Leitung von Dr. Rüdiger Szczepanski vom Kinderhospital Osnabrück ein krankheitsübergreifendes, modulares Schulungsprogramm entwickelt und erprobt.

Dieses im Baukastensystem aufgebaute Programm enthält sowohl Schulungsmodule, die für eine Mehrzahl von chronischen Erkrankungen im Kindesalter angewendet werden können, als auch spezielle krankheitsspezifische Module. Für die Indikation Asthma bronchiale, für die ein gut etabliertes und akkreditiertes Programm vorliegt, wurde das modular umgestaltete Schulungskonzept erprobt und mit der herkömmlichen Schulung verglichen. Anschließend wurde es auf sieben weniger häufige Indikationen übertragen (chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Harninkontinenz, Mukoviszidose, Nephrotisches Syndrom, Stoffwechsel-erkrankungen, chronischer Schmerz / Bauchschmerz und primäre Immundefekte). Es konnte gezeigt werden, dass die ModuS-Schulung deutliche positive Effekte auf die Lebenszufriedenheit, die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die Erhöhung des krankheitsspezifischen Wissens der betroffenen Kinder und deren Eltern hat und gleichzeitig die Krankheitsbelastung verringert.

Die Schulungsmaterialien und der Trainerausbildung sollen bis Jahresende in Form eines Handbuches veröffentlicht und der Fachöffentlichkeit elektronisch zur Verfügung gestellt werden.

Das Projekt ist Teil der Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) setzt sich in dieser Strategie für eine bessere Gesundheitsförderung und mehr Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen ein. Dazu gehört die Unterstützung von Kindern mit chronischen Erkrankungen und deren Familien. Das Projekt erhielt 2011 den 1. Niedersächsischen Gesundheitspreis in der Kategorie "Projekte mit innovativen Ansätzen der Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche".

Derzeit fördert das Bundesministerium für Gesundheit ein Nachfolgeprojekt mit dem Schwerpunkt auf Patientenschulungen für Jugendliche und deren Familie zur Erleichterung des Übergangs von der pädiatrischen Versorgung in die Erwachsenenversorgung.

Details zum Projekt

Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit unter:
www.bundesgesundheitsministerium.de/kindergesundheit

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit vom 20.08.2013