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Gesundheit / Förderung der Erziehung in der Familie

Familienministerin Haderthauer fordert mehr Engagement zur Bekämpfung des Komatrinkens

"Wenn es darum geht, Alkoholmissbrauch unter Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen, sind zu allererst die Eltern in der Pflicht. Sie tragen die Verantwortung, dass ihre Kinder sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln und die eigenen Grenzen kennen", erklärte Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer heute in München mit Blick auf den Internationalen Antidrogentag.

Eltern, die, nachdem ihr Sprössling sich ins Koma getrunken hat, kein Problembewusstsein zeigen, müssten an ihre Aufsichtspflicht erinnert werden. Haderthauer: "Wenn ein Jugendlicher wegen einer Alkoholvergiftung behandelt wird und Eltern ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen, muss in Bayern der Arzt das Jugendamt einschalten. Wir haben hier die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen und die Ärzte auf ihre Verpflichtung hingewiesen."

Die Ministerin appellierte aber auch an die Bayerischen Kommunen, Testkäufe durchzuführen: "Kinder und Jugendliche kommen zu leicht an Alkohol. Bereits 2009 habe ich deshalb die Möglichkeiten erweitert, Testkäufe durchführen zu lassen. Allen Händlern muss klar sein: Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz sind kein Kavaliersdelikt. Es drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld! Bisherige Rückmeldungen aus den Kommunen sind alarmierend. Bei mehr als der Hälfte der Testkäufe wurden Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt. Die Erfahrungen zeigen auch, dass Testkäufe, obwohl nur Stichproben, eine wichtige Signalwirkung haben und durchaus zu einem Umdenken bei vielen Betrieben führen."

Handlungsbedarf sieht Haderthauer auch beim Bund. 2003 sei gegen das Votum Bayerns im Jugendschutzgesetz die Möglichkeit für Eltern geschaffen worden, Volljährige zu beauftragen, die elterlichen Aufsichtspflichten zu übernehmen. "Die Regelung wird nach den Erfahrungen von Polizei und Rettungsdiensten leider als Freibrief angesehen. Die 'Erziehungsbeauftragten' nehmen ihre Pflichten kaum wahr und sind überfordert, Alkoholexzesse zu verhindern. Daher fordere ich, das Mindestalter des Beauftragten von 18 auf 25 Jahre anzuheben", so Haderthauer.

Laut einer bundesweiten BZgA-Studie hat im Jahr 2010 jeder Fünfte männliche 12- bis 17-Jährige mindestens einmal im Monat exzessiv Alkohol getrunken. Zugleich ist Alkohol ein Aggressionsverstärker. 54 Prozent der heranwachsenden Gewalttäter in Bayern waren 2010 laut Kriminalstatistik zur Tatzeit alkoholisiert.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen