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Girls' and Boys' Day

In Rheinland-Pfalz gibt es nach wie vor stereotypische Unterschiede in der Berufs- und Studienwahl junger Frauen und Männer

Sieben illustrierte Personen, die unterschiedliche Berufe darstellen, u.a. Feuerwehrmann und Krankenschwester
Bild: rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Im Bildungswesen, in der Berufs- und Studienwahl sowie in der Berufspraxis gibt es nach wie vor stereotypische Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das belegen Zahlen, die das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz zum Girls' and Boys' Day veröffentlicht hat.

Im Rahmen des Girls' Day bzw. Boys' Day lernten junge Männer Berufsfelder kennen, in denen häufiger Frauen tätig sind, und junge Frauen Berufe, die traditionell eher von Männern ausgeübt werden. Dabei sollten die Jugendlichen ihre Fähigkeiten und Interessen erkunden, die Vielfalt der Lebensentwürfe und Laufbahnentwicklungen erleben und differenzierte Rollenbilder erfahren.

Schulische Bildung

Bei der Belegung der Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe zeigten sich zu Beginn des Schuljahren 2020/21 teilweise deutliche Unterschiede zwischen den Präferenzen von Schülerinnen und Schülern: Während in künstlerischen (80 Prozent) und sprachlichen (63 Prozent) Kursen der Frauenanteil deutlich höher war, lag der Anteil der Männer im Fach Sport (59 Prozent) über dem der Frauen. In den sogenannten MINT-Fächern, also naturwissenschaftliche, informationstechnische oder mathematische Fächer, bestand ein nahezu ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Doch auf Ebene der einzelnen Fächer zeigen sich auch hier Differenzen. So präferierten Frauen insbesondere das Fach Biologie (Frauenanteil: 63 Prozent); in den Leistungskursen in Informatik (85 Prozent), Physik (77 Prozent), Mathematik (58 Prozent) und Chemie (51 Prozent) überwog hingegen der Männeranteil.

Berufliche Ausbildung

Auch die Wahl der beruflichen Ausbildung erfolgt häufig nach traditionellen Mustern und Rollenbildern. So zählen bei den Frauen insbesondere soziale, gesundheitsbezogene und kaufmännische Berufe wie die Ausbildungen zur Erzieherin (4.800), Kauffrau für Büromanagement (2.600) und Sozialassistentin (2.300) zu den beliebtesten Bildungsgängen. Junge Männer wählen eher technische Berufe wie Kraftfahrzeugmechatroniker (3.500), Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik und Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik (jeweils 2.300).

Hochschulbildung

Wie in der Wahl der beruflichen Ausbildung bestehen auch in der Studienfachwahl Unterschiede zwischen jungen Männern und Frauen. Im Sommersemester 2020 waren mit rund 3.700 Studentinnen die meisten Frauen in das Fach Germanistik/Deutsch eingeschrieben, gefolgt von den Fächern Psychologie und Rechtswissenschaft (jeweils 2.700). Bei den jungen Männern waren hingegen Betriebswirtschaftslehre (3.100), Informatik (2.500) und Maschinenbau/-wesen (2.100) die meistgewählten Fächer.

Faltblatt „Frauen in Rheinland-Pfalz“

Im Faltblatt „Frauen in Rheinland-Pfalz“, das jährlich vom Statistischen Landesamt neu aufgelegt wird, finden sich weiterführende Informationen und ausgewählte statistische Daten zu geschlechterspezifischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Das Faltblatt steht als PDF-Datei zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz vom 20.04.2021