Ganztagsbildung / Bildungsforschung

Fachtagung zieht Bilanz zu 15 Jahren Forschung zur Ganztagsschule

Im Unterricht sitzt ein Mädchen über ihren Schulunterlagen am Schreibtisch
Bild: © pressmaster - Fotolia.com

Die Entwicklung der Ganztagsschulen in Deutschland ist in den vergangenen 15 Jahren enorm vorangekommen. Dies ist ein Fazit der Bilanz-Tagung zur Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG). Dort diskutierten Wissenschaftler/-innen zudem, wie die Potenziale der Ganztagsschule künftig besser genutzt werden können und welche Herausforderungen weiterhin bestehen.

Die 2005 gestartete und von mehreren Forschungseinrichtungen durchgeführte Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) zog auf einer Tagung in Berlin Bilanz. Es ging darum, welche Impulse die wissenschaftliche Arbeit im Rahmen der Studie geben konnte und zu welchen Erkenntnissen die Forschung geführt hat. Zugleich thematisierte die Veranstaltung nach wie vor bestehende Herausforderungen und Entwicklungspotenziale der Ganztagsschule und stellte aktuelle Forschungsergebnisse vor.

Potenziale der Ganztagsschule besser nutzen

Die Tagung startete mit der Keynote von Professor Dr. Ludwig Stecher von der Justus-Liebig-Universität Gießen, einem der Hauptverantwortlichen der Studie. Er skizzierte nicht nur zentrale Befunde der StEG-Forschung, sondern ging auch auf offene Fragen ein. Die Inhalte seiner Präsentation wurden anschließend vom gesamten Plenum diskutiert, das sich aus Akteurinnen und Akteuren aus der Bildungspolitik, der Schulpraxis und der Wissenschaft zusammensetzte. Die leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fassten die StEG-Bilanz folgendermaßen zusammen: „Die Entwicklung der Ganztagsschulen in Deutschland ist in den vergangenen 15 Jahren enorm vorangekommen. Das gilt im Besonderen für den quantitativen Ausbau und für einen großen Teil der Schulen auch für die pädagogische Qualität, wobei sich hier ambivalente Befunde zeigen. Zugleich müssen die Potenziale der Ganztagsschule nach wie vor besser genutzt werden.“

Erprobte Maßnahmen und kontroverse Diskussionen

Im weiteren Verlauf der Tagung stellten Workshops erste Ergebnisse der aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten der Studie vor. Seit 2016 lag der Fokus dieser Teilprojekte darauf, Ansätze zu erarbeiten, wie die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern in Ganztagsangeboten verbessert werden kann. Dazu haben die insgesamt vier Projekte auch gemeinsam mit Schulen Maßnahmen erarbeitet und erprobt – zum Beispiel im Bereich der Leseförderung oder der Hausaufgabenbetreuung.

Im Anschluss setzten sich vier Foren mit Themen auseinander, die in der Debatte um Ganztagsschulen kontrovers diskutiert werden. Dazu gehören die Fragen, inwieweit der Ausbau der Ganztagsschulen zu einer stärkeren sozialen Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler beiträgt und wie die Kooperation unterschiedlicher pädagogischer Professionen im Rahmen der Ganztagsschule gelingen kann. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Ausblick in Form einer Podiumsdiskussion. Dabei steht im Zentrum, wie die Forschung die Ganztagsschulentwicklung künftig weiter unterstützen kann.

Weitere Informationen zu Tagung und Projekt finden sich unter www.projekt-steg.de.

Hintergrund

Die bundesweite Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Zentrale Verantwortung für die Studie hat ein Konsortium, das sich aus leitenden Wissenschaftlern von vier Forschungseinrichtungen zusammensetzt: dem DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (Koordination der Studie), dem Deutschen Jugendinstitut (DJI), dem Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund (IFS) und der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). StEG wird in Kooperation mit der Universität Kassel, der Philipps-Universität Marburg sowie der Pädagogischen Hochschule Freiburg durchgeführt.

Quelle: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation vom 08.11.2019

Info-Pool