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Freiwilliges Engagement

Träger des bisherigen Zivildienstes beklagen Planungsunsicherheit

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck kritisiert, dass die Bundesregierung mit ihrem Vorhaben eines künftigen Bundesfreiwilligendienstes für die bisherigen Träger des Zivildienstes noch keine Planungs- und Finanzierungssicherheit hergestellt hat. Das gelte auch für die Träger des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) und des Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ).

„Das entsprechende Gesetz soll ab April gelten. Die Träger planen aber jetzt den Einsatz der Freiwilligen für den Sommer. Sie sind also völlig im Unklaren, auf welcher organisatorischen und finanziellen Grundlage sie im Sommer mit dem Bundesfreiwilligendienst starten sollen. Man kann Organisationen, die wesentlich zum Funktionieren unseres Sozialstaates beitragen, so nicht behandeln“, sagte Beck im Anschluss an ein Treffen mit Vertretern der Träger des bisherigen Zivildienstes, des FSJ und des FÖJ am Dienstag in der Mainzer Staatskanzlei.

Gemeinsam mit Sozialministerin Malu Dreyer, Innenminister Karl Peter Bruch und Wissenschaftsstaatssekretär Michael Ebling erläuterte der Ministerpräsident den Trägern des bisherigen Zivildienstes, des FSJ und des FÖJ in Rheinland-Pfalz die Vorschläge der Landesregierung für einen Freiwilligen Sozialen Dienst. Dieser müsse nicht nur den Qualitätsmaßstäben des Jugendfreiwilligendienstegesetzes entsprechen, sondern auch Anreize mitbringen, die eine Entscheidung für den Dienst erleichterten. So setze sich die Landesregierung dafür ein, die Zeit des Freiwilligen Dienstes, des FSJ und des FÖJ bei der späteren Zulassung zum Studium als Wartezeit anzurechnen. Die während des Dienstes erworbenen Kenntnisse und Qualifikationen sollten zertifiziert und gerade bei Studiengängen im Sozialbereich anerkannt werden. Beck kündigte auch an, dass die Landesregierung mit den Unternehmerverbänden über eine Selbstverpflichtung zur besonderen Berücksichtigung von solchen Bewerberinnen und Bewerbern sprechen werde, die einen Freiwilligen Dienst absolviert haben.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung und der Verbände stimmten darin überein, dass der neue Freiwillige Dienst kein „Frauendienst“ werden dürfe. Bisher habe der Zivildienst viele junge Männer für einen Beruf im Sozialbereich gewinnen können, die sich dort ohne die Dienstpflicht nicht engagiert hätten. „Auch hierzu müssen neue Anreize geschaffen werden. Es gibt einen Berg von offenen Fragen und fehlenden Regelungen bei dem neuen Freiwilligen Dienst“, sagte Ministerpräsident Beck, „die jetzt schnell gelöst werden müssen.“ Für ihn sei das freiwillige Engagement junger Menschen auch ein Zeichen dafür, wie eine Gesellschaft als Gemeinschaft lebe, es verdiene Wertschätzung und Anerkennung.

Landesregierung und Verbände vereinbarten die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die trotz der nur vom Bund zu schließenden Regelungslücken Vorschläge für die künftige Ausgestaltung des Freiwilligen Dienstes, des FSJ und des FÖJ in Rheinland-Pfalz erarbeiten soll.

Quelle: Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz