Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Transparenz schaffen und Vielfalt stärken – Themen der Medienanstalten für 2019

Eine Menschenhand und eine Roboterhand berühren sich mit einem Finger
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Ein Fokus der Medienanstalten liegt 2019 auf einer fairen Regulierung der Medienzukunft. Dabei stehen die Themen Algorithmen, Künstliche Intelligenz, neue Werbeformen und Social Bots auf der Agenda. Ziel ist es, Transparenz bei den Anbietern sowie Bewusstsein bei der Bevölkerung zu schaffen. Zudem bereiten sich die Landesmedienanstalten auf die Regulierung von Medienintermediären wie Facebook und Google vor.

„Wenn wir Vertrauen in Digitalisierung und neue Medien zurückerobern wollen, müssen für smarte Medienangebote Regeln gelten, die für Transparenz und Fairness sorgen“ – betonte die Vorsitzende Cornelia Holsten anlässlich der 300. Sitzung der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM). Auch vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen um den neuen Medienstaatsvertrag wird es für die Medienanstalten 2019 darum gehen, der algorithmusbasierten Medienzukunft mit moderner Regulierung zu begegnen.

Algorithmen, Künstliche Intelligenz und Social Bots

Algorithmen und Künstliche Intelligenz (KI) stehen deshalb auch 2019 auf der Agenda der Medienanstalten, wobei auch der zukünftige Umgang mit Social Bots zu diskutieren sein wird. Obwohl diese Themen längst in der Lebenswirklichkeit aller Mediennutzer angekommen sind, herrschen nach wie vor Unkenntnis in der Bevölkerung und Transparenzdefizite bei Anbietern. Um das Bewusstsein auf beiden Seiten zu stärken, werden die Medienanstalten ihre Forschungsprojekte vertiefen, neue zielgerichtete Angebote gestalten und kontinuierlich öffentlichkeitswirksame Aufklärungsarbeit leisten.

Intermediärsregulierung

Als Mittler zwischen Inhalten und Nutzern beeinflussen Medienintermediäre wie Facebook und Google die Meinungs- und Medienvielfalt. Die Regulierung dieser Medienintermediäre wird laut des aktuellen Entwurfs des Medienstaatsvertrags zur Aufgabe der Landesmedienanstalten. Die Landesmedienanstalten werden sich 2019 auf diese anstehende Aufgabe gründlich vorbereiten, denn laut Holsten ist „Resignation auch bei übermächtig erscheinenden Playern keine Option“.

Auffindbarkeit bei Sprachassistenten und auf neuen Benutzeroberflächen

Auch im Zusammenhang mit der rasanten Weiterentwicklung von Sprachassistenten und neuen Benutzeroberflächen steigt die Notwendigkeit angemessener Regulierung. Rundfunkangebote und rundfunkähnliche Telemedien müssen diskriminierungsfreien Zugang zu Sprachassistenten und Benutzeroberflächen erhalten und diskriminierungsfrei auffindbar sein. Die Landesmedienanstalten werden sich 2019 deswegen nicht nur für eine bessere Auffindbarkeit, sondern auch für Chancengleichheit und Diskriminierungsfreiheit einsetzen.

Neue Werbeformen

Private Medienanbieter sind und bleiben – unabhängig von ihrer Form – in der digitalen Welt auf Werbeerlöse angewiesen. Holsten erklärt: „Die Debatte um Schleichwerbung in der Pastewka-Serie auf Amazon Prime hat gezeigt, dass es sich durchaus lohnen kann, im Sinne des Nutzers auch dann tätig zu werden, wenn eine Zuständigkeit auf den ersten Blick nicht gegeben zu sein scheint.“ Ob bei Streamingdienst oder Social Media – die neuen Werbeformen und ihre regulatorische Einordnung werden 2019 ein zentrales Thema sein – im Sinne des Nutzerschutzes und einer fairen Medienregulierung.

Quelle: die medienanstalten vom 23.01.2019

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