Digitalisierung und Medien / Jugendforschung

Neue Studie zu LAN-Parties veröffentlicht

Grafik: Computerspielen im sozialen Kontext
Bild: Institut für Jugendkultur

Computerspiele sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken und für einen Großteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Eine neue Studie des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien befasst sich mit dem Phänomen.

Insgesamt 35% der deutschen Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren nutzen täglich bzw. mehrmals pro Woche elektronische Spiele. (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2010, S.36) Unter den Jugendszenen in Deutschland ist die Computerszene mit 26% neben der Fußballszene mit 34% die größte. (vgl. tfactory 2011a) In der Jugendkultur entwickelte sich mit dem Aufschwung der Computerspiele auch eine
neue Form des gemeinschaftlichen Spielens: die LAN-Party, das gemeinsame Spielen in einem lokalen, selbst erstellten Netzwerk. Auf den sogenannten LAN-Partys setzen sich Jugendliche und junge Erwachsene mit ihren PCs zusammen und spielen gemeinsam.

Jugendliches Spielverhalten in Zahlen

In der Altersgruppe der 15- bis 19-jährigen spielen 10% regelmäßig auf LAN-Partys, bei den 20- bis 24-jährigen sind es 8%. Gemeinsames Offline-Spielen mit einer Konsole betreiben bei den 15- bis 19-jährigen 35%, bei den 20- bis 24-jähringen sind es sogar 40%. Ungefähr genauso viele spielen auch offline und alleine zu Hause: 32% sind es in der Altersgruppe der
15- bis 19-jährigen und 37% in der Gruppe der 20- bis 24-jährigen.

Diese Zahlen belegen, dass gemeinsames Spielen für Jugendliche ungefähr genauso wichtig ist, wie alleiniges Spielen, wobei das Spielen in der Gruppe sogar die Nase vorn hat. (vgl. Grafik 1)

Doch wenn in den Medien von computerspielenden Jugendlichen die Rede ist, herrscht nach wie vor das Klischee vom sozial isolierten „Computer-Nerd“ vor. Auch der Amoklauf in Erfurt hat das Bild des Computerspielers in der Gesellschaft noch ein Stück weiter ins falsche Licht gerückt. Dass dieses Bild aber nur die Ausnahme von der Regel ist, zeigt eine im Rahmen
der Universität Wien verfasste Diplomarbeit zum Thema LAN-Partys.

Lesen Sie mehr über die Ergebnisse der neuen Studie im Pressedienst des Instituts für Jugendkulturforschung in unserem Materialienfundus.

Quelle: Pressedienst des Instituts für Jugendkulturforschung, Ausgabe 31 vom 8.8.2011

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