Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

JIM-Studie 2010: Jugendliche sehen „Abzocke“ als größte Gefahr des Internets

Das Internet ist unbestritten ein fester Bestandteil des Alltags junger Menschen. Neben vielen Chancen stehen in der Öffentlichkeit oft die problematischen Aspekte im Vordergrund. Jugendliche sind sich den Gefahren im Internet durchaus bewusst.

Während allerdings in der öffentlichen Wahrnehmung mehr „Grooming“ und sexuelle Anmache in der Diskussion stehen, sind aus Sicht der Jugendlichen eher Abzocke und Daten-missbrauch/-manipulation sowie Viren das Problem. Auch Cybermobbing wird von Jugendlichen als Gefahr wahrgenommen. Immerhin kann jeder vierte Jugendliche berichten, dass in seinem Freundeskreis schon einmal jemand im Internet fertig gemacht wurde. Dies sind Ergebnisse der JIM-Studie 2010 (Jugend, Information, (Multi-)Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs), die am 26.11.2010 im Musikpark Mannheim der Öffentlichkeit präsentiert wurden. „Auch mit dem nunmehr dreizehnten Jahrgang der Studie wird erneut das aktuelle Medienverhalten der Jugendlichen abgebildet, eine mittlerweile mehr als 10-Jährige Dokumentation des Wandels“, so Dr. Walter Klingler, Leiter der SWR Medienforschung

Jugendliche verbringen aktuell 138 Minuten pro Tag im Internet, überwiegend nutzen sie diese Zeit zur Kommunikation – meist in Communities und mit Instant Messenger. Soziale Netzwerke im Internet haben eine starke Anziehungskraft auf Jugendliche. Jeder Zweite zwischen 12 und 19 Jahren loggt sich täglich in seiner Online-Community ein, die meisten von ihnen sogar mehrmals täglich. Der Austausch von Bildern, Einträgen, Kommentaren und Statusmeldungen über soziale Netzwerke ist somit die am häufigsten verwendete Kommunikationsform im Internet.

Zwei Drittel der jugendlichen Onliner haben Fotos oder Filme von sich ins Netz gestellt, jeder Vierte hat dort seine Instant Messenger Kontaktdaten gepostet. Doch haben viele Jugendliche inzwischen dazugelernt: Die Bereitschaft persönliche Daten im Internet zu verbreiten ist gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Zudem verwenden immer mehr Jugendliche sogenannte „Privacy-Optionen“. Diese Konfigurationsmöglichkeiten, die die Daten nur für einen bestimmten Personenkreis sichtbar zu machen, nutzen zwei Drittel der Jugendlichen. „Datenschutz ist auch ein Thema für Jugendliche.“ so Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation bei der Präsentation der Studie. „Nur wenn man bewusst mit seinen persönlichen Daten umgeht, kann man die Chancen der Netzwerke für sich optimal nutzen und ist vor bösen Überraschungen sicher. Das Internetangebot „www.handysektor.de“ bietet beispielsweise eine gute Orientierung.“

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 gemeinschaftlich mit der SWR Medienforschung durchgeführt. Für die repräsentative Studie wurden im Frühsommer des Jahres 1.208 Jugendliche telefonisch befragt. Die Untersuchung bildet das Medienverhalten der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland ab.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).

Die komplette Studie können Sie hier als PDF-Dokument herunter laden.

Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

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