Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Jahrbuch der Medienanstalten 2018: Lootboxen, Kaufappelle und technischer Jugendmedienschutz

Junger Mensch mit Köpfhörern schaut auf Laptop-Bildschirm auf dem das Wort Internet steht
Bild: rawpixel.com

Die Landesmedienanstalten haben ihr Jahrbuch 2018 veröffentlicht. Es dreht sich vor allem um die Anpassung der Medienregulierung an die moderne Medienlandschaft. Dabei widmet es sich in einem Kapitel aktuellen Entwicklungen im Bereich des Jugendmedienschutzes und geht auch auf die Themen Medienkompetenz und Meinungsvielfalt in neuen Medien ein.

2018 war geprägt von Themen moderner Regulierung, deren gesetzliche Grundlagen dringend novelliert werden müssen. So wurde im Sommer 2018 ein Diskussionsentwurf eines neuen Medienstaatsvertrags vorgestellt, der im Sinne einer grundlegenden Modernisierung eine Abkehr von der analogen Welt beschreibt. Die Kernforderungen der Medienanstalten: Ein schlankes und zügiges Verfahren für Rundfunkzulassungen durch eine qualifizierte Anzeigepflicht ersetzen und eine moderne Regulierung von Intermediären einführen.

Mindeststandards für die Regulierung von Intermediären gefordert

Für die Regulierung von Intermediären (wie z.B. Google und Facebook formulierten die Medienanstalten vier gesetzlich verpflichtende Mindeststandards: Transparenz im Hinblick auf die Selektion der Inhalte, keine Diskriminierung in der Auswahl meinungsrelevanter Inhalte, Reporting von inhaltlicher Auswahl und Selektion sowie die Angabe eines inländischen Zustellungsbevollmächtigten.

Dokumentation der Zusammenarbeit der Medienanstalten

Diese und weitere Positionen und Tätigkeiten der Medienanstalten beinhaltet das jüngst erschienene Jahrbuch 2018. Die Publikation dokumentiert umfassend die Arbeit der 14 Landesmedienanstalten sowie deren länderübergreifende Zusammenarbeit in den gemeinsamen Gremien und Kommissionen, wie DLM (Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten), ZAK (Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten), GVK (Gremienvorsitzendenkonferenz), KEK (Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich) und KJM (Kommission für Jugendmedienschutz).

Bei aller Modernisierung sind und bleiben die Grundprinzipien der Medienanstalten indes zeitlos und auch zukünftig nicht verhandelbar: der Schutz der Menschenwürde und der Jugendmedienschutz, die Vielfaltssicherung und der Nutzerschutz.

Das Jahrbuch 2018 ist auf der Webseite der Landesmedienanstalten abrufbar.

Quelle: die medienanstalten vom 25.03.2019

Info-Pool