Digitalisierung und Medien

Fachtagung zur mobile Mediennutzung bei Jugendlichen

Smartphone
Bild: JESHOOTS / pixabay.com

97 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone oder internetfähiges Handy. Grenzenlos und nie mehr allein – Auf ihrer Fachtagung am 8. Juli in Hannover diskutiert die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen die Risiken, aber auch die Chancen mobiler Mediennutzung.

Sie sind im Durchschnitt 192 Minuten am Tag online, posten regelmäßig private Filme und Bilder, nennen sich Celine123, TrueStory oder MarySaucool – und auf einem ihrer vielen Profile bei What´s App, Facebook oder Instagram wird man sie auch mit dem Klarnamen finden. Der mangelnde Schutz privater Daten ist nur ein Problem bei der mobilen Mediennutzung Jugendlicher.

Jugendliche können mit ihren Smartphones in sozialen Netzen Profile anlegen, Bilder austauschen und Live-Streams direkt aus dem Kinderzimmer senden. Altersgrenzen gibt es nicht – wer beim umstrittenen Streaming-Dienst YouNow per Mausklick angibt, mindestens 13 zu sein, ist dabei. 97 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone oder internetfähiges Handy. Mit der digitalen Vollversorgung entstehen neue Aufgaben für pädagogische Fachkräfte, Erzieher und Lehrer.

"Jugendliche eignen sich die neuen Möglichkeiten unbefangen an und sind sehr selbstbewusst in ihrem Umgang mit Öffentlichkeit", konstatiert Eva Hanel, Referentin für Medien bei der LJS. "Ebenso frei sind viele von ihnen, wenn es darum geht, private Daten weiterzugeben, um eine App herunterzuladen – oder ein Like für den neuen Facebook-Post zu bekommen." Beschäftigte in der Jugendarbeit müssen diese Balance zwischen Aufgeschlossenheit und Leichtfertigkeit verstehen, begleiten und mit sinnvollen Angeboten zur Medienkompetenzförderung unterstützen.

Welche Möglichkeiten es hier gibt, wird ebenfalls Thema der Tagung sein. Einführend vermittelt Dr. Nadia Kutscher von der Universität Vechta Fakten zum Alltag Jugendlicher mit mobilen Medien. Wie diese für die soziale Arbeit genutzt werden können, illustriert Dr. phil. Maren Risch vom Mainzer Weiterbildungsträger medien+bildung.com.

Die Welt der Jugendlichen auf YouTube veranschaulicht Daniel Seitz von der Berliner Agentur medialepfade.de. Schließlich vermittelt Martin Drechsler von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia e.V. in Berlin wichtige rechtliche Aspekte des Jugendmedienschutzes.

Quelle: Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen vom 30.06.2015

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