Digitalisierung und Medien

"Facebook out", Snapchat lebt, Video geht ab: 5. Deutscher Social TV Summit zeigt Wandel der Social Media-Welt

Bunte Plättchen mit Social Media Symbolen
Bild: © Maksym Yemelyanov - Fotolia.com

Der Kampf um den Nutzer im Social Web ist in vollem Gange. Welche Plattformen muss man mit welchen – vor allem auch eigenproduzierten – Inhalten für welche Zielgruppen bespielen? Darum ging es beim 5. Deutschen Social TV Summit, zu dem die Bayerische Landeszentrale für neue Medien und die Medientage München eingeladen hatten. Das Motto: "Sichtbar, präsent, unabhängig? Der Kampf um den Nutzer ins Social Web".

Die rund 200 Besucher hatten während des Tages einige der von Keynote-Speaker Claus Strunz beschworenen „Magic Moments“. Ein persönlicher magischer Moment des Geschäftsführers TV- und Video­produktionen bei Axel Springer in Sachen Social TV: als die Reichweite eines Kommentars in den Social Media-Kanälen die TV-Reichweite übertraf. Seine Tipps, um Social TV erfolgreich als Marketingtool zu nutzen: topaktuelle Themen subjektiv und plattformgerecht erzählen, eine streitbare Haltung einnehmen und unbedingt den Dialog mit den Zuschauern aufnehmen.

Auf welchen Plattformen Nutzer zu finden sind, ist längst nicht mehr so klar. Auch wenn allen voran Twitter als TVs Liebling, Facebook und You Tube noch immer die gängigsten Plattformen seien, finde derzeit eine Reichweitenverschiebung statt, so Branchenkenner Bertram Gugel in seinem Marktüberblick. Die Nutzer wanderten in Messenger wie Snapchat ab. „Video geht durch die Decke“, Live sei – nicht immer berechtigterweise – das neue Mantra, lautete seine Statusanalyse. Künftig müssten wir aber unsere Hausaufgaben vor allem in Sachen Inhalten machen. Nicht allein der Algorhythmus, sondern die Kuration der Inhalte und die direkte Ansprache der Nutzer werden über den Erfolg im Social Web entscheiden. 

Die Homepage hat bald ausgedient, „all social“ heißt laut Martin Wittmacher von Zoomin.TV Deutschland die Devise. Und für Videoabrufe ist Snapchat die wichtigste Social Media Plattform. Nur wie müssen die Inhalte, gleich ob gekauft oder eigenproduziert, gestaltet sein? So haben Nachrichten auf YouTube keinen leichten Stand, da reine Informationen wegen ihrer Ubiquität an Wert verloren haben. Darüber waren sich Dr. Clas Dammann von heute+, Lisa Ludwig aus der Vice Media GmbH und die YouTuberin Lisa Sophie in der Diskussion einig. Die Kunst sei es, Inhalte zuzuspitzen. Für die Generation Snapchat ist Facebook längst out und wird nur noch als „erweitertes E-Mail-Programm“ genutzt, bekannte die 21-Jährige Lisa Sophie, die auch für das WDR-Format #3sechzich moderiert. 

Die Begriffe krass, personalisiert und zielgruppenspezifisch fielen während des gesamten Social TV Summit immer wieder. Das wichtigste Learning aus dem Tag: Mit Disziplin dranbleiben, nicht am Scheitern verzweifeln und das „Trial and Error“-Prinzip beherzigen. 

Weitere Informationen, Fotos und Präsentationen zum Social TV Summit unter  www.medienpuls-bayern.de.

Quelle: Bayerische Landeszentrale für neue Medien vom 24.06.2016.

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