Digitalisierung und Medien

Desinformationen im Netz: Trolle gegen die Verteidiger des demokratischen Diskurses

Auf einer großen Tafel ist eine Mindmap "Social Media" zu sehen
Bild: © Rawpixel - Fotolia.com

Wer ist für den „Informationskrieg“ im Internet verantwortlich und wie können die Rollen darin zukünftig verteilt sein? Diesen Fragestellungen widmet sich die Dritte Ausgabe des Forschungsmonitors zu Informationsintermediären von der Landesanstalt für Medien NRW. Außerdem geht es darum, wie Informationsmediäre definiert werden können.

Auch die neueste Ausgabe des Forschungsmonitors zu Informationsintermediären, herausgegeben von der Landesanstalt für Medien NRW, gibt einen Überblick zu neuen Veröffentlichungen, aktuellen Forschungsprojekten und Veranstaltungshinweisen. Das vorliegende Papier legt dieses Mal – besonders vor dem Hintergrund der Europawahl im Mai – seinen Schwerpunkt auf den Einfluss algorithmischer Entscheidungsprozesse auf die politische Meinungsbildung.

Der Informationskrieg im Netz

Insbesondere das Thema Desinformation wurde im Kontext der Europawahl intensiv bearbeitet und die Forschung thematisiert zunehmend Strukturen eines „Informationskriegs“. Dabei arbeiten auf der einen Seite Trolle, engagiert von Staaten oder Parteien, aktiv an der Schwächung einzelner Personen und Meinungen, während auf der anderen Seite die Verteidigerinnen und Verteidiger des freien und demokratischen Diskurses für dessen Erhalt kämpfen. Daran schließen sich natürlich unmittelbar die spannenden Fragen an, wer für diesen Krieg verantwortlich ist und wie die Rollen darin zukünftig verteilt sein können.

Was sind Informationsintermediäre?

Außerdem berichtet die Forschung nach wie vor von Schwierigkeiten in Bezug auf die Analyse der Wirkweise dieser machtvollen Inhalte-Vermittler und beklagt vor allem mangelnde Transparenz. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass man sich einer konsensfähigen Definition dessen, was unter Informationsintermediären zu verstehen ist, annähert. Dabei steht die Annahme im Zentrum, dass Algorithmen zunehmend die jeweilige mediale Wirklichkeit jedes Einzelnen kuratieren. Die Grundlage für diese Kuratierung bilden massenhaft gesammelte Daten von Nutzerinnen und Nutzern, mit deren Hilfe Algorithmen bestimmen, was beispielsweise auf die personalisierten Ergebnisseiten der Suchmaschinen gelangt, und private Newsfeeds von Social Media-Profilen gestalten.

Informationsintermediäre sind also vielfach zwischen (den Rezipienten und der Information) Person und Information geschaltet und erfüllen eine vermittelnde Funktion. Dabei schaffen sie ein jeweils individualisiertes Angebot, welches für die allgemeine Öffentlichkeit nicht einsehbar ist und sich nicht nach Relevanz, sondern eher persönlichen Interessen richtet.

Inhalt der aktuellen Ausgabe

Die aktuelle Ausgabe trägt den Titel „Im Krieg der Desinformationen – Trolle gegen die Verteidiger des demokratischen Diskurses“ und beinhaltet folgende Kapitel:

I. NEUE VERÖFFENTLICHUNGEN
Insight 1: Korrekte Informationen gegen Trolle und „Fake“
Insight 2: Desinformation im EU-Wahlkampf überschätzt
Insight 3: Sind Filterblasen Fake News?
Insight 4: Trolle – die Krieger im „LikeWar“
Insight 5: Die Unfassbarkeit von Fake News
Insight 6: Zeig mir deine Daten und ich sag dir, wen du wählst

II. AKTUELLE FORSCHUNGSPROJEKTE
Insight 7: Soziale Netzwerke als Instrument des Populismus‘ in Deutschland
Insight 8: Facebook öffnet erstmals seine Datentresore
Insight 9: Die Suche nach sinnvollen Regulierungen

III. VERANSTALTUNGSANKÜNDIGUNG
Insight 10: Wer nicht sucht, der findet

Der vollständige Forschungsmonitor steht auf der Webseite der Landesanstalt für Medien NRW zum Download zur Verfügung.

Wer in Zukunft über das Forschungsmonitoring oder vergleichbare Projekte informiert werden möchte, kann sich für den Forschungsverteiler anmelden.

Quelle: Landesanstalt für Medien NRW vom 17.07.2019

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