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Aufholen nach Corona

Träger bündeln Engagement für die Jugend bei digitalem Zukunftsforum

Eine Gruppe Jugendlicher mit Mund-Nase-Bedeckung pflanzt Bäume
Bild: Eyoel Kahssay   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Bei einem digitalen Vernetzungstreffen haben sich Akteure und Akteurinnen, die das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ umsetzen, ausgetauscht. Vom Ministerium über Bundesverbände bis zu lokalen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe. Ihr gemeinsames Ziel: Die Folgen der Pandemie für junge Menschen und ihre Familien abmildern.

Das Bundesjugendministerium hat gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ein digitales Zukunftsforum eröffnet. Daran nahmen mehr als 120 Akteure und Akteurinnen teil, die das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ der Bundesregierung vor Ort umsetzen. In ihrer Begrüßung sprachen sich Lambrecht und Rolvering für eine intensive Vernetzung aller Beteiligten aus.

Christine Lambrecht: „Es ist gut und wichtig, dass wir das Aktionsprogramm vielfältig gestaltet haben, dass unterschiedliche Organisationen, Strukturen, Verbände mitarbeiten, um junge Menschen und ihre Familien zu erreichen. [...] Ihre Vertreterinnen und Vertreter kommen heute digital zusammen, um darüber zu sprechen, welche Meilensteine bereits erreicht wurden und wie das Aktionsprogramm weiter erfolgreich junge Menschen und ihre Familien unterstützen kann.“

Anne Rolvering: „Nach den vergangenen Monaten der Pandemie ist es wichtig, dass wir junge Menschen in ihrer Entwicklung stärken und darin unterstützen, Lernstoff, aber auch gemeinsame Freizeiterlebnisse ‚aufzuholen‘. Aus unserer Arbeit wissen wir, wie wichtig dafür Netzwerke und Akteurinnen und Akteure vor Ort sind – in der Kommune und im Sozialraum. Mit dem Zukunftsforum machen wir einen wichtigen Schritt, damit Kinder und Jugendliche auch während Corona gut aufwachsen und miteinander lernen können.“

Bundespolitik, Verbände der Jugendarbeit sowie Länder- und Kommunalvertreter/-innen diskutierten darüber, wie die Angebote im Aktionsprogramm Beteiligung und Bindung junger Menschen nachhaltig stärken können. Dieses mit einem Umfang von zwei Milliarden Euro ausgestattete Programm zeigt deutlich, dass die Belange von Kindern und Jugendlichen in der Coronakrise nicht länger unberücksichtigt bleiben. Sie dabei zu unterstützen, sich verselbständigen und positionieren zu können und positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln, ist weiterhin von zentraler Bedeutung.

Allianz für die Jugend

Das Aktionsprogramm nutzt sinnvoll die Strukturen und Erfahrungen der außerschulischen Verbände und lokalen Träger für kinder- und jugendgerechte Angebote. Die Verflechtung von bildungs- und jugendpolitischen Strategien sowie die Zusammenarbeit von Bund, Verbänden und Ländern sind für den Erfolg des Programms wichtig. Dies hatten die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und ihre Mitglieder in einem Forderungspapier der Fachorganisationen Kultureller Bildung anlässlich der Bundestagswahl 2021 längst gefordert: „Wir brauchen jetzt eine Allianz für die Jugend, damit die junge Generation nicht zur Verliererin der aktuellen Krise wird.“

„Mit Kultur, Medien und Spiel erobern und gestalten junge Menschen die Welt und machen ihre Perspektiven sichtbar. Die Träger kultureller Bildung schaffen dafür Räume der Begegnung, der Freude, des Ausprobierens, der Beteiligung und des Engagements. Das ist sehr wichtig, hilft Erfahrungen der Pandemie zu bewältigen und zu verhindern, dass sich Nachteile und Ungleichheiten weiter verfestigen“, so die Vorsitzende der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ), Prof. Dr. Susanne Keuchel.

Die BKJ lobgt, dass das Programm außergewöhnlich schnell von der Bundesregierung aufgestellt worden sei, um kurzfristig auf die Pandemieauswirkungen zu reagieren. Den Dialog der beteiligten Akteure gelte es nun fortzusetzen, um mittel- und längerfristige Perspektiven zu schaffen: hinsichtlich der gemeinsamen Analyse tatsächlicher Bedürfnisse junger Menschen, bezüglich der Entwicklungsmöglichkeiten der Träger, die mit jungen Menschen arbeiten, oder mit Blick auf Überlegungen, wie Bundesprogramme eine größtmögliche und zielgenaue Wirkung entfalten können.

„Das Aufholprogramm ist ein wichtiger Schritt, es greift aber noch zu kurz, um Angebote mehr jungen Menschen zugänglich zu machen, durch Kooperationen mögliche Synergien zu entwickeln und Träger, die diese Angebote entwickeln und umsetzen, nachhaltig und über die Krise hinaus zu unterstützen. Die BKJ und ihre Mitglieder stehen jederzeit für eine Allianz bereit, um gemeinsam mit Bund, Ländern, Kommunen und Verbänden sowie den unmittelbar Betroffenen jungen Menschen neue Strategien umzusetzen“, so die BKJ-Vorsitzende anlässlich des „Zukunftsforums“.

Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“

Mit dem Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ stellt die Bundesregierung in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt zwei Milliarden Euro zur Verfügung, um Kinder und Jugendliche durch vielfältige und niedrigschwellige Angebote vor Ort dabei zu unterstützen, Versäumtes nachzuholen. Das gilt nicht nur für Lerninhalte. Das Bundesjugendministerium verantwortet dabei die Bereiche frühkindliche Bildung, außerschulische Angebote und Ferienfreizeiten sowie die Begleitung und Unterstützung junger Menschen im Alltag und in der Schule.

Über das Aufholpaket Kulturelle Bildung

Gemeinsam mit ihren Mitgliedern fördert die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung als Zentralstelle Projekte, die Gemeinschaftserlebnisse ermöglichen, Freude bringen und kulturelle Teilhabe und Engagement unterstützen. Diese Förderung wird durch das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ der Bundesregierung aus Mitteln des Kinder- und Jugendplanes des Bundes ermöglicht. Gefördert werden Projekte der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit bis zum 31. Dezember 2021. Eine Ausschreibung für das Jahr 2022 erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Weitere Informationen zu den Bedingungen und zur Antragsstellung finden sich auf der Website der BKJ.

Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 30.08.2021 und Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung vom 31.08.2021

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