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Aufholpaket

Rheinland-Pfalz stellt 14 Millionen Euro Maßnahmenpaket vor

Drei lachende junge Frauen, eine junge Frau trägt eine Andere Huckepack
Bild: Jacob Lund - stock.adobe.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Die Mittel sollen beispielsweise in mehr Sozialarbeit, mehr außerschulische Förderung und mehr Ferienbetreuung fließen. Die Vereinbarung ist Teil des Landesprogrammes „[email protected]“, das unter anderem den Ausbau der Feriensprachkurse, die Ferienschule, additive Lernangebote sowie Lernpatenschaften enthält.

Die Corona-Pandemie habe vor allem Kinder, Jugendliche und Familien im Land enorm getroffen. Schule und Kita fanden nicht in gewohntem Umfang statt. Auch Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe waren eingeschränkt. Und so mussten Kinder und Jugendliche nicht nur auf ihr gewohntes Umfeld in der Schule verzichten, sondern konnten auch ihre Freunde nicht mehr treffen oder ihren Hobbies nachgehen. Einsamkeit, Gewichtszunahme, Ängste sind nur einige der Folgen der Corona-Pandemie, von denen man bereits weiß.

Jetzt gehe es darum, gemeinsam alles dafür tun, um Kindern und Jugendlichen zu helfen, damit sie die Folgen der Pandemie überwinden und gestärkt aus dieser Krise hervorgehen können, erklärte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig am 29. September anlässlich der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung für die Umsetzung von Förder- und Unterstützungsangeboten im Bereich der Jugendhilfe, zusammen mit dem Landkreistag Rheinland-Pfalz sowie dem Städtetag Rheinland-Pfalz.

Die zur Verfügung stehenden Mittel stammen aus dem Bundesprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche in den Jahren 2021 und 2022“, bei dem insgesamt rund 63 Millionen Euro auf Rheinland-Pfalz entfallen.

Mehr Sozialpädagogik, mehr außerschulische Förderung, mehr Ferienbetreuung

Im ersten Handlungsfeld kann damit beispielsweise mehr Sozialarbeit finanziert werden, für die die Kommunen im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe zuständig sind. Sozialarbeit flankiere Schule und sei weitaus mehr als das Vermitteln von Lernstoff. Es brauche jetzt mehr sozialpädagogische Angebote in der Jugendarbeit, um die Folgen der Pandemie aufzuarbeiten, erklärte der Geschäftsführende Direktor des rheinland-pfälzischen Städtetags, Michael Mätzig. Die Jugendämter können in diesem Bereich auch erlebnispädagogische Projekte Dritter finanzieren. Insgesamt erhält dieser Bereich 8,38 Millionen Euro.

Im zweiten Maßnahmenbereich kann außerschulische Lernunterstützung gefördert werden. Dafür stehen weitere 4,85 Millionen Euro zur Verfügung. In Rheinland-Pfalz gäbe es zahlreiche außerschulische Unterstützungsangebote, beispielsweise Jugendzentren, Stiftungen, Vereine, Hilfen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Das seien Angebote, die die schulischen Fördermaßnahmen in den Kommunen ergänzen, fügte der Geschäftsführende Direktor des rheinland-pfälzischen Landkreistags, Burkhard Müller, hinzu.

Im dritten Teil der Vereinbarung geht es um die Stärkung der Ferienbetreuungsmaßnamen. Diese werden jedes Jahr vom Land mit einer Million Euro gefördert. Dafür werden zusätzliche Mittel in Höhe von 500.000 Euro für die Jahre 2021 und 2022 zur Verfügung gestellt.

Ein großer Vorteil der Vereinbarung sei die unbürokratische Abwicklung für die Jugendämter vor Ort. Diese entschieden selbst über den Mitteleinsatz. Das sei sinnvoll, denn sie kennen die Strukturen und Bedarfe vor Ort selbst am besten, so Mätzig, Müller und Dr. Frieden. Die Antragsstellung erfolgt über die Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion (ADD), Maßnahmen, die bereits laufen, können rückwirkend ab dem 1. August 2021 gefördert werden.

„Das Land und die Kommunen haben in dieser Pandemie eng und vertrauensvoll miteinander gearbeitet. Mit der heutigen Vereinbarung setzen wir diese gute Arbeit fort – jeder in seinem Verantwortungsbereich, aber mit einem gemeinsamen Ziel: die Kinder und Jugendlichen in unserem Land bestmöglich zu unterstützen, ihnen zu helfen und Chancen zu geben“, erklärte die Ministerin abschließend.

Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“

Mit dem Aktionsprogramm stellt die Bundesregierung in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt zwei Milliarden Euro zur Verfügung, um Kinder und Jugendliche durch vielfältige und niedrigschwellige Angebote vor Ort dabei zu unterstützen, Versäumtes nachzuholen. Das gilt nicht nur für Lerninhalte. Das Bundesjugendministerium verantwortet dabei die Bereiche frühkindliche Bildung, außerschulische Angebote und Ferienfreizeiten sowie die Begleitung und Unterstützung junger Menschen im Alltag und in der Schule.

Quelle: Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz vom 29.09.2021

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