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Neue Kommunikations- und Transferplattform: Kinder- und Jugendhilfe in der Corona-Krise gemeinsam gestalten!

Fünf Erwachsene sitzen an einem Tisch auf dem sich bunte, transparente Sprechblasen überlappen.
Bild: © Rawpixel com - fotolia.com

Die zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergriffenen Maßnahmen haben erhebliche Auswirkungen auf die bisherigen Arbeitsweisen der Kinder- und Jugendhilfe. Die Kommunikations- und Transferplattform www.forum-transfer.de stellt ab sofort Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe Austausch- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zu finden sind dort aktuelle Hinweise, Empfehlungen und fachlich systematisierte Beispiele „guter Praxis“, mit dem Ziel die Arbeitsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe unter den Bedingungen der Corona-Pandemie zu sichern und weiterzuentwickeln.

Ein zentrales Kennzeichen der Kinder- und Jugendhilfe ist, dass sie in all ihren Handlungsfeldern und Räumen auf sozialen Kontakten und Interaktionen aufbaut. Von den Frühen Hilfen über die Kindertagesbetreuung, die Hilfen zur Erziehung, die Jugendarbeit und die Jugendsozialarbeit bis hin zum Kinderschutz erfolgt Erziehung, Beziehung, Beratung, Bildung, Hilfe und Schutz zumeist in unmittelbarem Kontakt mit Menschen. In der aktuellen Situation ist allerdings die Reduzierung der Sozialkontakte der einzige wirksame Weg zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

„Überall in der Republik suchen öffentliche und freie Träger nach neuen Möglichkeiten, um Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien bestmöglich weiter zu unterstützen. Trotz der massiven Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben muss die Kinder- und Jugendhilfe arbeits- und handlungsfähig bleiben“, betont Wolfgang Schröer (Universität Hildesheim und Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums).

Gemeinsam für junge Menschen und Familien eine krisenfeste Kinder- und Jugendhilfe schaffen

Die Kinder- und Jugendhilfe erfindet sich gerade neu. Sie eröffnet viele Wege, um junge Menschen und Familien weiter – gerade jetzt in der „Corona-Zeit“ zu unterstützen und in Krisen zu intervenieren. Dabei entstehen an vielen Orten neue Ansätze und wertvolle Methoden, Verfahren und auch Richtlinien – vielfach digital, aber nicht nur. Darum bedarf es des Austausches und einer Plattform, in der die Fachkräfte ihre Ansätze vorstellen und präsentieren können. Nicht an jedem Ort muss alles neu erfunden werden.

Die Plattform www.forum-transfer.de enthält aktuelle Hinweise und Empfehlungen sowie fachlich systematisierte Beispiele „guter Praxis“, wie die Arbeitsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe in der Situation der Corona-Pandemie aufrechterhalten und auch für die Zeit danach weiterentwickelt werden kann.

„Diese Plattform soll die Kinder- und Jugendhilfe unterstützen, gute Modelle möglichst schnell in die Breite zu bringen.“ (Matthias Röder, Jugendamtsleiter)

Praxistipps und Ideen, Austausch und Unterstützung für Fach- und Leitungskräfte in allen Handlungsfeldern

„Gemeinsam können wir die aktuelle Situation besser meistern“, so Heinz Müller vom Institut für Sozialpädagogische Forschung (ism) in Mainz. Er hat die Plattform zusammen mit seinen Kolleg(inn)en und weiteren Expert(inn)en der Kinder- und Jugendhilfe von der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH), dem Deutschen Institut für Jugendhilfe- und Familienrecht (DIJuF) und der Universität Hildesheim aufgebaut. Müller stellt heraus: „Wir müssen jetzt miteinander nach Wegen suchen, wie die Kinder- und Jugendhilfe nicht nur in Kontakt mit jungen Menschen und Familien bleibt, sondern ihnen gerade jetzt reelle Unterstützung anbieten kann.“

Es ist den Initiator(inn)en wichtig, dass unkompliziert Praxistipps für öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht, ausgetauscht und erprobt werden können. „Dabei kommt es nicht darauf an, wer die beste Idee hat, sondern wie gute Ideen schnell dazu führen, dass den Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien geholfen wird“, ergänzt Matthias Röder, Jugendamtsleiter in Hessen, der die Plattform ebenfalls mitentwickelt hat. „Dafür braucht es vor allem Information, Austausch und Vernetzung. Recht sollte für gute Ideen keine Hürde, sondern eine Stütze sein“, hebt Katharina Lohse, fachliche Leiterin des DIJuF hervor.

„Letztlich wird die Plattform nur dann ihren Dienst erfüllen, wenn sie von Fachkräften angenommen und mitgestaltet wird. Darum sind ihre Hinweise und Tipps so wichtig!“, so Tanja Rusack von der Universität Hildesheim weiter. „Wir wollen zeigen, dass junge Menschen, die z.B. in Wohngruppen oder Pflegefamilien leben, weiterhin in der Kinder- und Jugendhilfe sehr gut begleitet werden und auch junge Menschen in sehr kritischen Situationen, wie junge Menschen auf der Flucht oder im Wohnungsnotstand, Angebote finden können“, unterstreicht Josef Koch von der IGfH.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt und fördert die Plattform.

Hintergrund

Alle Initiatior(inn)en und beteiligten Organisationen sind seit Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe praktisch, beratend oder wissenschaftlich tätig. Ihnen ist es wichtig, dass die Menschen gerade jetzt merken, dass die Kinder- und Jugendhilfe für die jungen Menschen und Familien da ist.

Die Initatior(inn)en rufen dazu auf, die Plattform aktiv zu nutzen und mitzugestalten, um gemeinsam für die jungen Menschen und Familien eine krisenfeste Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen!

Projektträger:

in Kooperation mit:

Quelle: Institut für sozialpädagogische Forschung gGmbH, Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V., Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und Deutsches Institut für Jugendhilfe- und Familienrecht e.V.

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