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Coronavirus / Kindertagesbetreuung

Kindertageseinrichtungen sind für Kinder und Familien unverzichtbar – Schrittweise Wiederaufnahme des Angebots sichern

Eine junge Frau betreut drei Kleinkinder
Bild: © RioPatuca Images -fotolia.com

Für den Deutschen Caritasverband und seinen Fachverband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) ist eine schrittweise und zügige Wiederaufnahme des Angebots von Kindertageseinrichtungen dringend erforderlich. Anlässlich der am 27. Mai 2020 stattfindenden Jugend- und Familienministerkonferenz fordern die Verbände Unterstützung von Bund und Ländern für notwendige Investitionen.

Um eine Rückkehr der Kinder verlässlich und verantwortungsvoll zu gestalten, sei eine Unterstützung von Bund und Ländern dringend erforderlich, fordern der Deutsche Caritasverband und sein Fachverband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK). „Wir brauchen ausreichend Personal in unseren Kindertageseinrichtungen, damit die Kinder in kleinen Gruppen betreut werden können. Nur so ist ein hinreichender Schutz vor Infektionen und ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten“, unterstreicht Clemens Bieber, Vorsitzender des KTK-Bundesverbandes.

Zusätzliches Personal für Betreuung in kleinen Gruppen notwendig

Da auch aus dem Kreis der pädagogischen Fachkräfte einige einer Risikogruppe angehören und bis auf weiteres nicht in der direkten Arbeit mit den Kindern eingesetzt werden können, sei ein flexibler Einsatz nicht-pädagogischer Mitarbeitenden zur Unterstützung der Fachkräfte notwendig. „Die Finanzierung dieses zusätzlichen Personals muss gesichert sein“, so Bieber. „Auch ausreichende Hygiene- und Schutzmaßnahmen für die Kinder und für das Personal sind erforderlich.“ Die Mehrkosten, die durch erforderliche Hygiene-Mittel und Hauswirtschaftspersonal entstehen, müssen durch die öffentliche Hand refinanziert werden. Auch sei es notwendig Erzieherinnen und Erzieher in regelmäßigen Abständen zu testen. „Das sind wir den pädagogischen Fachkräften in unseren Kindertageseinrichtungen schuldig, die täglich das Angebot aufrechterhalten und für die es nicht möglich ist, Mindestabstände einzuhalten“, betont Bieber.

Jedes Kind hat ein Recht auf soziale Kontakte

„Wir begrüßen, dass in allen Bundesländern darauf hingewirkt wird, für alle Kinder zügig eine Betreuung anzubieten. Kein Kind darf über viele Monate hinweg von der institutionellen Betreuung, vom Bildungsgeschehen in den Einrichtungen und vom sozialen Kontakt zu Gleichaltrigen ausgeschlossen werden“, so Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. Es sei unabdingbar, die Rechte des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen und Abstand davon zu nehmen, vorzugsweise nur Kinder aufzunehmen, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten.

„Jedes Kind hat ein Recht auf soziale Kontakte. Deshalb müssen wir allen Kindern so schnell wie möglich einen Zugang ermöglichen. Notfalls ist es dabei erforderlich, reduziertere Betreuungsumfänge anzubieten oder auch Räume außerhalb der Kindertageseinrichtung zu nutzen“, betont Neher. Zudem gelte es, Betreuungsangebote während der bevorstehenden Sommerferien in den Blick zu nehmen. Caritas-Präsident Peter Neher fordert die Länder dazu auf, tragfähige Konzepte für die Betreuung der Kinder in den Schulferien zu entwickeln, damit Kinder nicht noch länger auf einen Besuch der Kindertagesbetreuung verzichten müssen.

Der KTK-Bundesverband ist ein Fachverband des Deutschen Caritasverbandes. In ihm sind 8.000 katholische Kindertageseinrichtungen mit über 106.000 pädagogischen Fachkräften organisiert.

Quelle: Deutscher Caritasverband e.V. vom 27.05.2020

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