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Impfdiskussion

Kinder- und Jugendärzte zum Impfangebot an Kinder ab Zwölf

Ein Kind verstellt die Zeiger einer gebastelten Uhr
Bild: Markus Spiske - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

In einer gemeinsamen Presseerklärung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) und des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (Virchowbund) warnen diese, dass die faktische Demontage der Ständigen Impfkommission (STIKO) der Impfkampagne schade.

STIKO werde als bewährte Institution insgesamt geschwächt

„In dieser Phase der Pandemie müssen wir in Deutschland alles tun, um die Impfbereitschaft gerade der Erwachsenen zu erhöhen. Es ist kontraproduktiv die unabhängigen, wissenschaftlich begründeten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Frage zu stellen. Gerade dies tut die Gesundheitsministerkonferenz, indem sie ohne Abstimmung mit der STIKO Beschlüsse fasst. Dadurch wird die STIKO als bewährte Institution insgesamt geschwächt. Bei aller berechtigten Kritik an der Transparenz der Entscheidungen, der Kommunikation und Geschwindigkeit der STIKO, lehnen wir den gestrigen faktischen Eingriff in die wissenschaftliche Unabhängigkeit ab und weisen ihn zurück“, erklären der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) und der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (Virchowbund).

„Wir werden auch in Zukunft zum Erhalt einer breiten Impfbereitschaft eine unabhängige, wissenschaftliche und glaubwürdige Institution benötigen, der die Menschen vertrauen und die ihnen Schutz vor politischer Einmischung bietet.“
Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes

Epidemiologische Pandemiebekämpfung, Individualschutz und Sozialpolitik

„In der derzeitigen Diskussion werden epidemiologische Pandemiebekämpfung, Individualschutz und Sozialpolitik in ungünstiger Weise völlig durcheinandergeworfen. Hier wäre eine transparente Begründung zur jeweiligen Entscheidung mit Darstellung der Gewichtung der verschiedenen Aspekte wichtig, egal welche Institution in der Pandemie eine Empfehlung oder Entscheidung trifft.“
Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

In der Sache selbst begrüßen BVKJ und Virchowbund die Ankündigung der STIKO, sich in den nächsten Tagen zur Frage der Impfung Jugendlicher und zu den Auffrischungsimpfungen zu äußern. Beide Verbände halten dies allerdings auch für überfällig.

Andere wichtige Fragen, wie Schulöffnung, gerechte Lernchancen und gesundheitliche Schäden durch die Pandemiemaßnahmen wie beispielsweise Depressionen oder Entwicklungsstörungen durch soziale Isolierung müssten und dürften in einem Abwägungsprozess zu solchen Impfempfehlungen eine Rolle spielen. Am Ende solle das oberste Gebot die Sicherheit der zu Impfenden und eine transparente, ethisch begründete Güterabwägung sein.

Zur Frage der Auffrischungsimpfungen meinen die Verbände es hätte vollkommen ausgereicht, wenn die Gesundheitsministerkonferenz sich zur Vorbereitung der dritten Impfung verpflichtet hätte. Eine Empfehlung der STIKO hätte dann in Ruhe abgewartet werden können.

Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. vom 03.08.2021

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