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Coronavirus / Familienpolitik

Diakonie fordert Familien-Schutzschirm in der Corona-Krise

Eine Mutter hat ihr Kind auf dem Schoß, das einen Apfel hält
Bild: rawpixel.com

Die Diakonie fordert in einem Positionspapier einen Schutzschirm für Familien und schlägt ein Corona-Familienpaket mit drei wesentlichen Komponenten vor. Dazu gehören ein besonderer Ausgleich für von Armut bedrohte Familien, eine erhöhung des Kurzarbeitergeldes sowie eine Anpassung der Notbetreuung in Kitas.

Die Corona-Krise stellt viele Familien vor gewaltige Herausforderungen

„Unterstützung von Armut bedrohten Familien, Zuschläge für Eltern mit Kurzarbeitergeld und die bestmögliche Gewährleistung von Betreuung sind die dringlichsten Themen für einen Familien-Schutzschirm", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Insbesondere Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Familien in engen Wohnverhältnissen und Kinder mit hohem Förderbedarf sollten auf eine besondere Unterstützung vertrauen können.

Das von der Diakonie vorgeschlagene Familienpaket sei von Bund und Ländern schnell umsetzbar und überfordere die öffentlichen Haushalte nicht. Ohne eine Brücke in die Zeit nach Corona drohten dagegen vielen Familien schwere finanzielle und soziale Schäden. Familien hätten in der Krise existentielle Belastungen zu bewältigen, auf die jetzt eingegangen werden müsse: „Die Corona-Krise stellt viele Familien vor gewaltige Herausforderungen. Die Aussicht, dass die Kitas bis auf weiteres geschlossen bleiben und der Unterricht in Schulen nur für bestimmte Jahrgänge wieder anläuft, bringt nicht nur Alleinerziehende an den Rand ihrer Kräfte. Je mehr sich aber abzeichnet, dass die Krise noch länger andauern wird, brauchen Familien und ihre Kinder mehr denn je unsere Unterstützung. Familie und Beruf müssen auch in der Krise vereinbar sein", so Loheide.

Die Forderungen der Diakonie im Detail

  • Von Armut bedrohte Familien müssten nach dem Vorschlag der Diakonie einen besonderen Ausgleich erhalten, da Sonderangebote, Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets und Notfallhilfen wie durch Tafeln reduziert sind. Außerdem fehle ihnen oftmals die technische Ausstattung, damit die Kinder online Schulunterricht und Freundeskontakte wahrnehmen können.
  • Beim Kurzarbeitergeld solle für Familien der Abstand zum Normalverdienst verringert werden, insbesondere bei Alleinerziehenden, kinderreichen Familien und Kindern mit besonderem Förderbedarf.
  • Die Notbetreuung in den Kitas müsse verstärkt die familiäre Situation berücksichtigen und schrittweise ausgebaut werden. Die bestmögliche Gewährleistung des Besuches einer Kita müsse ein zentrales Ziel sein. Wenn keine externe Betreuung gesichert werden kann, solle eine bezahlte ganze oder teilweise Freistellung der Eltern zu Betreuungszwecken gefördert werden.

Mehr Informationen finden sich im Positionspapier (PDF 124 KB) und auf der Corona-Informationsseite der Diakonie Deutschland.

Quelle: Diakonie Deutschland, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. vom 22.04.2020

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