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Saarland: Sozialministerium baut Angebot der „Frühen Hilfen“ weiter aus

Kind beim Arzt
Bild: © mbt_studio - Fotolia.com

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie wird als Konsequenz aus dem Vierten Kinder- und Jugendbericht das Angebot der „Frühen Hilfen“ im Saarland ausbauen und zu „Frühe Hilfen Plus“ weiterentwickeln. Sozialminister Andreas Storm erläuterte das neue Konzept am 27.08.2014 vor Journalisten in Saarbrücken.

„Wir wollen die bestehenden Regelangebote mit den bestehenden Angeboten der „Frühen Hilfen“ vernetzen. So sollen präventive und familienunterstützende Angebote aufeinander abgestimmt werden, um Betreuungslücken zu vermeiden. Unser Ziel sind lückenlose Betreuungsketten für Kinder bis zu 6 Jahren, wobei wir ein besonderes Augenmerk auf belastete Familien legen werden“, sagte Storm.

Mit dem Institut für psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie der Universitätsklinik Heidelberg unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Manfred Cierpka wird bis Ende des Jahres 2014 eine Konzeption zur Weiterentwicklung der Frühen Hilfen erstellt. Das Konzept „Frühe Hilfen Plus“ wird dabei im Wesentlichen aus drei Modulen bestehen, erläuterte der Minister.

Im  Modul Schnittstellen sollen Angebote der Frühförderung, der Kindertagesbetreuung,  die Schwangerenberatungsstellen als auch die Kliniken und das Ehrenamt eng miteinander vernetzt werden. „Um dies zu erreichen, bieten wir ab Oktober gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote an, für die Kindertageseinrichtungen wird ein rein primärpräventives Interventionskonzept erarbeitet und an sechs Modellstandorten erprobt sowie an den Geburts- und Kinderkliniken jeweils eine „Klinikkoordinatorin Frühe Hilfen“ als Ansprechpartnerin benannt“, sagte der Minister.

Mit dem Modul Qualifikation wollen wir die Qualität der bestehenden Angebote sichern und ausbauen. Dazu werden erneut Qualifizierungsmaßnahmen für die Netzwerkpartner angeboten. Unter anderem startet ein weiterer Ausbildungskurs zur Familienhebammen und Familien-,Gesundheits-, und Kinderkrankenpflegerinnen. Ebenfalls ab Oktober wird es Schulungen für Familienhebammen/FGKiKP im Bereich Vertrauliche Geburt und Netzwerkarbeit geben.  Das Ministerium hat eine Qualitätsmappe „Frühe Hilfen“ mit Anleitungen und Informationen für Fachkräfte  erstellt, die ab Oktober den Netzwerkpartnern, Gynäkologen, Kinderärzten, Hebammen und Kinderkrankenschwestern, geburts- und Kinderkliniken und Sozialarbeitern  zur Verfügung stehen wird.

Im Modul Evaluation werden die genannten Maßnahmen im kommenden Frühjahr durch das Institut für psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie der Universitätsklinik Heidelberg evaluiert werden. „Damit knüpfen wir an die bereits bestehenden Ergebnisse der Begleitforschung des Landesprogramms Frühe Hilfen an und ermitteln, welche Auswirkungen die geplanten Maßnahmen für die betroffenen Familien haben und in wieweit eine solche Begleitung das Leben der Familien nachhaltig beeinflusst oder verbessert“, erklärte Storm.

Für die Projekte stehen  bis Ende 2015 insgesamt 270.00 Euro zur Verfügung. Das Land steuert 200.000 Euro bei, 70.000 Euro kommen als Ko-Finanzierung über den Bund.

„Mit der jetzt geplanten  Weiterentwicklung stärken wir das schon bislang erfolgreiche Programm Frühe Hilfen. Damit können wir unsere Vorreiterrolle, die das Saarland bislang in dem bundesweiten Programm innehat, weiter ausbauen“, sagte Storm abschließend.

Hintergrund:

Das Saarland ist das einzige Bundesland, das das Angebot „Frühe Hilfen“  flächendeckend bereit hält.  Gemessen an der Geburtenzahl haben wir im Saarland die höchste Betreuungsdichte an Familienhebammen und FGKiKP.  Seit Projektbeginn im Januar  2008 wurden  rund 2000 Familien betreut und cirka  25.500 Hausbesuche durchgeführt. Das Saarland ist das einzige Bundesland das von Programmbeginn an flächendeckend eine Doppelbesetzung der Kreiskoordinierungsstellen mit einer Kinderärztin und einer Sozialpädagogin vorhält. Dies gewährleistet eine gute Vernetzung zwischen Gesundheitshilfe und Jugendhilfe.

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes vom 27.08.2014

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