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Berufswahl ist noch immer von Geschlechterrollen beeinflusst – Fachtagung will Zeichen setzen

Ein Mechaniker ist übers Auto gebeugt

Die Berufswahl von Mädchen und Jungen ist noch immer stark von Geschlechterstereotypen geprägt. 2008 waren zum Beispiel vier von fünf Auszubildenden in Gesundheitsberufen weiblich. 99 Prozent aller Auszubildenden zum Kfz-Mechatroniker waren Männer.

Auch in anderen Berufen bestimmt traditionelles Rollenverständnis die Wahl des Ausbildungsplatzes. 2009 waren in der Bundesrepublik lediglich 3,5 Prozent der Beschäftigten in Erziehungsberufen männlich und nur jeder Fünfte Student in den Fächer Physik und Ingenieurswissenschaften weiblich. Ein Grund für die geschlechtsspezifische Unterteilung des Arbeitsmarktes ist das fortbestehende Alltagsdenken bezüglich Männern und Frauen in der Gesellschaft. Männer fühlen sich oft in pflegenden oder pädagogischen Berufen weniger anerkannt. Außerdem sind diese Berufsfelder, aufgrund des geringeren Verdienstes und den kaum vorhandenen Aufstiegschancen für Männer beziehungsweise für die Jungen weniger attraktiv. Frauen fühlen sich oft aufgrund der stereotypen Außendarstellung des Berufsfeldes nicht zu der jeweiligen Tätigkeit hingezogen. Auch empfinden sie die Lehre in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen oft zu theoretisch überladen und zu wenig praxisorientiert.

Am Donnerstag veranstaltet der DGB Nord und die Vereinigung der Unternehmerverbände MV (vumv) in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit und der Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT MV eine Fachtagung zur genderspezifischen Berufsorientierung. Die Veranstaltung wird im Rahmen des Sozialpartnerschaftsprojektes Girls" Day und JungsTag MV organisiert. Gleichstellungsministerin Manuela Schwesig hat die Schirmherrschaft der Fachtagung übernommen. Gerade mit Sicht auf die demografische Entwicklung und den existierenden Fachkräftemangel kann diese geschlechterspezifische Unterteilung des Arbeitsmarktes nicht bestehen bleiben. So müssen mehr Maßnahmen geschaffen werden, um die stereotypen Berufsstrukturen aufzulösen. In Mecklenburg-Vorpommern ist diesbezüglich auf einem guten Weg. Durch den im Jahr 2001 eingerichteten Girls" Day und den 2011 eingerichteten Jungstag, bekommen die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeiten neue Berufsfelder kennenzulernen und sich in nicht geschlechtsspezifischen Tätigkeitsbereichen zu erproben. Die Landeskoordinierung, in Trägerschaft des DGB Nord und der vumv, trägt tatkräftig dazu bei, dass diese beiden Aktionstage jährlich erfolgreich durchgeführt werden.

Die Fachtagung findet am Donnerstag, den 7. November 2013 zwischen 10 und 15.30 Uhr an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Schwerin statt.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern vom 06.11.2013

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