Förderung der Erziehung in der Familie

Projekt des LVR für Kinder psychisch kranker Eltern zieht Zwischenbilanz in Mettmann

KipERheinland ist ein Projekt, das Kindern psychisch kranker Eltern individuelle, wohnortnahe Hilfen ohne Zugangsbarrieren anbietet.

KipERheinland, so heißt das Projekt, das Kindern psychisch kranker Eltern individuelle, wohnortnahe Hilfen ohne Zugangsbarrieren anbietet. Seit September 2011 läuft das, vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) geförderte Projekt in neun Modellregionen im Rheinland - alle verfolgen ein Ziel: die Schaffung eines gut strukturierten, tragfähigen Netzwerkes, das präventive und akute Hilfe für Familien mit psychisch erkrankten Elternteilen leistet. Welche Angebote dank der finanziellen Förderung des LVRs in den 36 Monaten Projektzeit in der Region geschaffen werden, entscheiden die Kooperationspartner. Mit der Förderung von jeweils insgesamt 105.000 Euro werden in den meisten Fällen Personalkosten gedeckt.

Seit Beginn des KipERheinland-Projektes im Kreis Mettmann, das in Trägerschaft des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Kreisgesundheitsamtes Mettmann liegt, ist die Schaffung einer vernetzten Basis das oberste Ziel. Um insbesondere in den Städten Wülfrath, Velbert und Heiligenhaus Hilfsangebote für Kinder psychisch kranker Eltern verlässlich vermitteln zu können, galt es zunächst die relevanten ansässigen Institutionen für die Bedürfnisse der Zielgruppe zu sensibilisieren. "Ich habe das Projekt und das damit verbundene Vorhaben in der Erwachsenen-, Kinder- und Jugendpsychiatrie, bei der Jugendhilfe, beim Jugendamt, bei allen Erziehungs- und Psychologischen Beratungsstellen, in den Sozialpsychiatrischen Zentren und bei KIPKEL vorgestellt", beschreibt Heike Gumz, Mitarbeiterin beim Sozialpsychiatrischen Dienst Mettmann und Netzwerk-Koordinatorin, den Beginn ihrer Netzwerkarbeit.

Entstanden ist aus der Sensibilisierung der Einrichtungen ein Kooperationsgremium, das sich zunächst über den Arbeitsauftrag, die Vorgehens- und Arbeitsweisen sowie die bislang vorliegenden Angebote für Kinder mit psychisch kranken Eltern ausgetauscht hat. "Erst wenn alle Institutionen einen Überblick über die Arbeit und Unterstützungsangebote der anderen ansässigen Einrichtungen haben, kann Hilfe zielgerichtet und sicher vermittelt werden" so Heike Gumz.

Zeitnah soll dazu auch eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beteiligten Netzwerkpartner beschlossen werden, in der Standards und Handlungsgrundsätze den verpflichtenden Rahmen der Zusammenarbeit gewährleisten. Ziel ist es, ähnlich wie in der Region Ratingen, sowie der Region um Mettmann, Erkrath und Haan und dem Gebiet Hilden, Langenfeld und Monheim, auch im Nordosten des Kreises ein Netzwerk aufzubauen, das die Hilfen vor Ort niedrigschwellig und bedarfsorientiert vermittelt.

Neben dem Netzwerkaufbau und der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen, gibt es bereits im gesamten Kreis Mettmann Unterstützungs- und Präventionsangebote für Kinder psychisch kranker Eltern.

KIPKEL e.V. Haan, als ein Beispiel, legt im Rahmen von KipERheinland, neben seiner täglichen Arbeit mit betroffenen Familien, den Fokus auf die Zusammenarbeit mit Schulen im Süden des Kreises. KIPKEL-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten dabei Lehrerkollegien kostenlos Informationsveranstaltung und Workshops zum Thema Kinder psychisch erkrankter Eltern an. Diese sogenannten Multiplikatorenschulungen machen zum einen auf die Besonderheiten, Probleme, Warnsignale und Bedürfnisse der Zielgruppe aufmerksam, zeigen aber auch die Wege zur unkomplizierten Hilfe.

Die Pädagogen knüpfen Kontakte zu Ansprechpartnern und bekommen Tipps zur Gesprächsführung mit Kindern, Eltern oder Angehörigen. Erst wenn die psychische Erkrankung erkannt und angesprochen ist, kann KIPKEL Haan e.V. mit dem Einverständnis aller, individuelle Hilfe anbieten und vermitteln.
Damit die Vermittlung von Hilfsangeboten auch in der Region Velbert, Wülfrath und Heiligenhaus verbessert wird, war die Gründung eines kooperativen Netzwerkes ein wichtiger Schritt. Mit der Festlegung von Handlungsgrundsätzen, Zuständigkeits- und Verantwortungsbereichen, sowie einer niedrigschwelligen Anlaufstelle können im Nordosten des Kreises fortan bestehende Angebote der örtlichen Institutionen für Familien mit psychisch erkrankten Elternteilen zielgerichtet vermittelt werden.

Quelle: PM LVR vom 10.04.2012

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