Statement

Zum Rücktritt von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey

Junge mit Mikrofon und Schriftzug "Für unsere Zukunft"
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Franziska Giffey hat dem 17. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) am 18. Mai 2021 noch ihr ganz persönliches Credo mit auf den Weg gegeben: „Wir arbeiten dafür, dass jedes Kind es packt. Egal, wo die Herkunft eines Kindes liegt.“ Einen Tag später wurde ihr Rücktritt bekannt, zu dem die AGJ-Vorsitzende und Jugendhilfetag-Chefin Karin Böllert ein Statement abgeben hat.

Zum Rücktritt von Franziska Giffey als Bundesfamilienministerin erklärte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Prof. Dr. Karin Böllert von der Universität Münster, auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) in Essen:

AGJ-Vorsitzende Böllert zum Rücktritt von Giffey

Mit Franziska Giffey geht eine engagierte Jugend- und Familienpolitikerin auf Bundesebene von Bord. Sie hat für die Kinder- und Jugendhilfe in den vergangenen drei Jahren wichtige Akzente gesetzt. Franziska Giffey hat gerade gestern noch auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag ihr aktuelles „Herzensanliegen“ als „nationale Zukunftsaufgabe“ genannt: den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Damit wollte Giffey etwas verhindern, was Tag für Tag Zehntausendfach zum Alltag in Deutschland gehört: „Mittags ist Schluss und das Kind steht mit leerem Magen und vollem Rucksack vor der Tür“, sagte Giffey am Dienstag auf dem DJHT.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Genau deshalb wollte sie ab 2026 mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für die ersten Klassen starten. In Stufen sollte es dann weitergehen. 2029 würde der Anspruch dann für alle vier Grundschulklassen gelten. Wichtig ist der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland, dass diese Pläne in die Tat umgesetzt werden – und zwar unabhängig davon, wer Franziska Giffey im Bundesfamilienministerium nachfolgt.

Womit Franziska Giffey als Bundesfamilienministerin hervorsticht: In ihrer Regierungszeit hat die Bundesregierung erstmals eine ressortübergreifende Jugendpolitik entwickelt. Und mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz hat sie den Startschuss für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe gegeben. In Zukunft werden auch alle behinderten jungen Menschen durch Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe gestärkt.

Ruf nach Chancengleichheit

Franziska Giffey hat dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) gestern noch ihr ganz persönliches Credo mit auf den Weg gegeben: „Wir arbeiten dafür, dass jedes Kind es packt. Egal, wo die Herkunft eines Kindes liegt.“ Dieser Ruf nach Chancengleichheit, nach besseren Startchancen für Kinder aus ärmeren Familien ist die Messlatte, die Franziska Giffey – wohl auch mit ihrer Neukölln-Erfahrung im Rücken – im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gelegt hat. Wer immer ihr nachfolgt, diese Messlatte darf um keinen Zentimeter tiefer gelegt werden. Das ist die Erwartung und Anforderung der deutschen Kinder- und Jugendhilfe an die Nachfolge von Franziska Giffey.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft für Kinder- un Jugendhilfe AGJ vom 19.05.2021

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