17. DJHT

Von Messbarkeit und Wirksamkeit in der Kinder- und Jugendarbeit

Ein Jugendlicher sitzt auf einer Mauer, ein andere schaut über die Mauer durch sein Smartphone
Bild: Ant Rozetsky - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Am 18. Mai 2021 fand das gemeinsame Fachforum „Messbarkeit und Wirksamkeit in der Kinder- und Jugendarbeit“, von Prof. Dr. Liebig der Hochschule Düsseldorf sowie des Landesjugendrings NRW, auf dem diesjährigen, digitalen 17. Deutschen Kinder- und jugendhilfetag (DJHT) statt. Dass Kinder- und Jugendarbeit wirkt, ist unumstritten. Aber treffen die Maßnahmen den Kern dessen, um was es in der Kinder- und Jugendarbeit gehen soll?

Kinder- und Jugendarbeit wirkt. Um Wirkungen zu überprüfen, bedarf es einer Evaluation, die Legitimierung und Qualität übereinbringt. Ziel der Veranstaltung ist eine lösungsorientierte Fachdiskussion über Qualitäts- und Wirkungsorientierung. Die Veranstaltung des Landesjugendrings Nordrhein-Westfalen war mit über 200 vielfältigen Teilnehmer/-innen ausgebucht.

Forschungsprojekt „Wirkungsorientierung in der KJA“

In einem ersten Fachvortrag näherte sich Prof. Dr. Liebig von der Hochschule Düsseldorf dem Diskurs aus wissenschaftlicher Sicht und stellte zentrale Ergebnisse durch das MKFFI geförderte Forschungsprojekt „Wirkungsorientierung in der KJA“ vor. Der aktuelle Stand der Wirkungsorientierung sowie das empirisch fundierte Wissen zu den Wirkungen der Kinder- und Jugendarbeit sei vielerorts rudimentär. Dabei könne eine Wirkungsforschung die Wissensbasis der professionellen Praxis merklich und nachhaltig erweitern. Er legte überzeugend die Notwendigkeit der Kinder- und Jugendarbeit dar, den „Übergang von der gefühlten zur gemessenen Wirkung“ zu forcieren.

In einem zweiten Vortrag konnte der Landesjugendring NRW seinen Wirksamkeitsdialog als gelungenes Praxisbeispiel vorstellen. Der Form und Wirkung nach sind Fachbezogene Pauschale und Wirksamkeitsdialog in NRW bundesweit einzigartig – sie sind ein Versuch, einer lebensweltorientierten Jugendarbeit Rechnung zu tragen und gleichzeitig Aussagen über die Qualität der Arbeit zu treffen.

„Die Kombination erlaube einen offenen Diskurs über Erfolge, aber auch Misserfolge und Grenzen des Arbeitsbereiches, um die Qualität der Arbeit langfristig zu sichern und voran zu treiben, ohne finanzielle Einbußen zu befürchten. Gleichzeitig können die einzelnen Verbände die Ergebnisse sogar sehr gut für die Verbesserung der Qualität der eigenen Arbeit nutzen.“ so Jens Lübbe, stellvertretender Vorsitzender des Landesjugendring NRW.

Verwaltung, Jugendarbeit und Wissenschaft: die Besucher/-innenstruktur gestaltete sich vielfältig, was zu einer regen Beteiligung beigetragen hat. Beispielhaft seien hier folgende diskutierte Themen und Fragestellungen genannt:

  • Wie kann es gelingen, dass überhaupt Effekte (Veränderungen) empirisch erfasst werden?
  • In manchen Regionen gibt es Angriffe auf die Arbeit der Kinder- und Jugendarbeit. Kann Wirkungswissen hier nicht auch gefährlich werden für die Kinder- und Jugendarbeit, also gegen sie verwendet werden?
  • Welche Möglichkeiten bietet der Wirksamkeitsdialog in der Corona-Zeit?

Das gemeinsame Fazit: Jugendarbeit wirkt. Die Diskussion um Qualitätsentwicklung und Wirksamkeit der Jugendarbeit ist ein immer relevanter werdender Punkt. Zur Messbarkeit ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und ein offener Diskurs zwischen Verwaltung und freien Trägern Grundvoraussetzung.

Quelle: Landesjugendring Nordrhein-Westfalen vom 18.05.2021

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