Start der Pilotphase für den Medienpass NRW

68 nordrhein-westfälische Grundschulen erproben ab Anfang des neuen Schulhalbjahres den "Medienpass NRW". Träger der Jugendmedienarbeit sind aufgerufen, sich mit ihren Angeboten an die Schulen zu wenden.

Medienpass NRW - Medienkompetenz ist nicht selbstverständlich
Bild: Ilja Koschembar

"Kinderwelten sind Medienwelten. Deshalb muss Medienkompetenz schon im Kindesalter erlernt werden", sagte Medien­ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren. Für Schulministerin Sylvia Löhrmann gehört die Vermittlung von Medienkompetenz auch in die Schulen: "Mit dem Medienpass NRW entsteht ein innovatives Bildungs­angebot, das Lehrerinnen und Lehrer bei der Verankerung von Medien­kompetenz in den Fachunterricht unterstützt."

Das Angebot besteht aus drei Bausteinen: Ein Kompetenzrahmen gibt Orientierung, über welche Fähigkeiten Kinder und Jugendliche ver­schiedener Altersstufen verfügen sollten. Der von der Medienberatung NRW erarbeitete Lehrplan-Kompass enthält praxisbezogene Hilfen für den Unterricht. Der eigentliche Medienpass, ein Sammelheft für Grund­schulkinder, dokumentiert das Kompetenzniveau und motiviert zur weiteren Beschäftigung mit Medien.

Die Medien- und die Schulministerin erwarten, dass die Pilotschulen die viermonatige Erprobungsphase nutzen, um aus der Praxiserfahrung Anregungen für die Weiterverbreitung zu entwickeln. In der Konzeption des Medienpasses setzen Landesregierung und Landesanstalt für Medien (LfM) auf Dialog: Schon in die Materialien für die Pilotschulen sind etliche Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern aus einer Online-Konsultation vom 14. Juni bis 25. Juli 2011 sowie Rückmeldungen von Experten aus Wissenschaft, Schule und Jugendarbeit eingeflossen. Nach der Erprobungsphase werden sie erneut überarbeitet. Zum Schuljahr 2012/2013 soll das Angebot flächendeckend allen Grund­schulen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stehen. Die Teilnahme am Medienpass NRW ist freiwillig.

Kinder- und Jugendministerin Ute Schäfer verwies auf die Verdoppe­lung von Mitteln für medienpädagogische Angebote im Kinder- und Jugendförderplan und rief die Träger der Jugendmedienarbeit auf, sich mit ihren Angeboten an die Schulen zu wenden und zum Gelingen des Medienpasses NRW beizutragen.

Für die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) ist das Pilotprojekt ein Meilenstein. Die Förderung der Medienkompetenz ist ein zentraler Bestandteil ihres gesetzlichen Auftrages. LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier: "Medienkompetenz sorgt in hohem Maße für einen chancengerechten Bildungszugang; sie ist eine Schlüsselkompetenz. Nur wer medienkompetent ist, kann vernünftig am gesellschaftlichen und politischen Leben teilhaben, weil er selbstbestimmt und kritisch mit Medien umgehen kann und dadurch mögliche Risiken, die von Medien ausgehen können, verringert."

Der "Medienpass NRW" ist eine gemeinsame Initiative der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und der Medienberatung NRW.

Quelle: Landesregierung NRW / Landesanstalt für Medien (LfM)

Redaktion: Ilja Koschembar

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