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„Teilhabe lernen” durch formales, nicht-formales und informelles Lernen

Politischer Rahmen

Die Verbesserung der Jugendbeteiligung ist eingebettet in die und verbindlicher Teil der Jugendstrategie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz) hat verschiedene Beschlüsse und Empfehlungen im Kontext von (demokratie)politischer Bildung verabschiedet. Dazu gehören:

  • Stärkung der Demokratieerziehung (PDF 151 KB) (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 06.03.2009). Dort heißt es: „Erziehung für die Demokratie ist eine zentrale Aufgabe für Schule und Jugendbildung - Demokratie und demokratisches Handeln können und müssen gelernt werden.“
  • Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule (PDF 234 KB) (Beschluss der Kultusministerkonferenz, Fassung vom 05.12.20013). Der Beschluss legt Ziele und allgemeine Grundsätze für eine systematische interkulturelle Entwicklung von Schulen fest, um Schülerinnen und Schüler beim Erwerb interkultureller Kompetenzen zu unterstützen. Das schließt auch Angebote im Bereich der Demokratieerziehung und die Förderung einer demokratischen Gesprächskultur ein.
  • Erinnern für die Zukunft. Empfehlungen zur Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule (PDF 140 KB) (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 11. Dezember 2014) Der Beschluss definiert allgemeine Grundsätze und bietet Orientierung, um Erinnern und Erinnerungskultur in die historisch-politische Bildung einzubinden und junge Leute zu befähigen, historische Entwicklungen zu beschreiben und zu bewerten und zu verstehen, welchen Einfluss das eigene Handeln auf die Gestaltung der Welt hat.
  • Medienbildung in der Schule (PDF 181 KB) (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 8. März 2012). Der Beschluss formuliert grundlegende Aussagen zur Bedeutung der Medien für Schule und Bildung. Er bietet Schulen und Lehrkräften Orientierung für die Medienbildung der Schüler/-innen, um ihnen Kompetenzen für die politische Mitwirkung und kulturelle Partizipation in der Gesellschaft zu vermitteln.

Im Juli 2017 hat die Bundesregierung die Strategie zur Extremismusprävention und Demokratieförderung (PDF 1,5 MB) beschlossen. Sie umfasst unter anderem die Handlungsfelder: Politische Bildung, interkulturelles Lernen und Demokratiearbeit und  Zivilgesellschaftliches Engagement. Ziel ist es, die im Rahmen der Strategie gebündelten Maßnahmen auszubauen und neue Ideen zu entwickeln. Dazu gehört das Programm des Bundesministeriums des Inneren 'Zusammenhalt durch Teilhabe' (seit 2010). Fördervolumen jährlich: 12 Millionen Euro. Das Programm fördert Projekte zur Stärkung demokratischer Teilhabe und gegen Extremismus. Im Mittelpunkt stehen regional verankerte Vereine, Verbände und Multiplikator(inn)en.

Aufgabe der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) ist es, das Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken. Ihre Informationsangebote richten sich unter anderem an Schüler/-innen. Der Schülerwettbewerb der BpB dient der Vermittlung politischer Bildung in der Schule. Er richtet sich an Schüler/-innen der Klassenstufen 5 bis 11/12. Die Aufgabenstellung variiert von Jahr zu Jahr.

Das Programm 'Demokratie leben!' des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt Projekte in ganz Deutschland darin, Handlungskonzepte zur Förderung von Demokratie und Vielfalt zu entwickeln. Es besteht seit 2015. Im Mai 2018 verkündete Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey die Entfristung des Bundesprogramms. Die Fördersumme für das Jahr 2019 beträgt insgesamt 115,5 Millionen Euro. Zielgruppen des Programms sind insbesondere Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern, Familienangehörige und Bezugspersonen. Außerdem werden ehren-, neben- und hauptamtlich in der Jugendhilfe Tätige, Multiplikator(inn)en sowie staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure angesprochen.

Zielgruppen, die in den oben genannten Dokumenten angesprochen werden, sind sowohl Jugendliche als auch Lehrkräfte und Multiplikator(inn)en.

§ 11 des Sozialgesetzbuchs (SGB VIII) Achtes Buch Kinder- und Jugendhilfe bietet die gesetzliche Basis, um jungen Menschen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Diese sollen an die Interessen junger Menschen anknüpfen. Jugendliche sollen mitbestimmen und mitgestalten dürfen. Die Angebote sollen Jugendliche zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement bewegen. Dazu gehört unter anderem die außerschulische politische und soziale Jugendbildung.

Formale Bildung

Citizenship education in Deutschland ist darauf ausgerichtet:

Demokratie und Politikbewusstsein zu entwickeln, ist Teil des deutschen Bildungssystems. Bildungspolitik fällt in die Kompetenz der Bundesländer. Dementsprechend unterscheiden sich die Bedeutung des Fachs, die Lehrpläne sowie die Benennungen des Schulfachs von Bundesland zu Bundesland: Politik, Sozialwissenschaften, Gemeinschaftskunde, Sozialkunde, Gesellschaftslehre, Politikwissenschaften, politische Bildung, Sachunterricht, Sachkunde, Weltkunde – unter verschiedenen Bezeichnungen werden Sozial- und Bürgerkompetenzen vermittelt (PDF 51,29 KB).

Je nach Bundesland unterscheidet sich die Stundenanzahl des Schulfachs. Beispiele:

Übersicht Lehrpläne finden sich auf der Webseite der Kultusinister Konferenz.

Non-formale Bildung und informelles Lernen

Beteiligungsstrukturen im formalen Bildungsbereich

Die Regelungen in Rahmen- und Lehrplänen beziehungsweise in den Schulgesetzen der Bundesländer sehen die Verpflichtung der Schulen vor, Schülerinnen und Schüler aktiv an der Gestaltung ihres Lernens in der Schule zu beteiligen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Beteiligung: als Klassensprecher/-in, im Schülerrat oder einer Gesamtschülervertretung, in der Klassenkonferenz, in der Lehrerkonferenz, in der Schulkonferenz, als Mitglied des Landesschülerrates oder der Landesschülerkonferenz. Die Regelungen in den Bundesländern dazu sind unterschiedlich.

Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (2009, Deutsches Kinder-hilfswerk e.V.) - Überblick über gesetzlichen Bestimmungen in den Bundesländern.

Beispiele für partizipatives Lernen in formalen und non-formalen Settings

Beteiligung auf lokaler Ebene und in der Gesellschaft

Bundesprogramme/-wettbewerbe zur Förderung demokratischen Handelns sind:

  • Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es werden besonders Projekte gefördert, die sich der Demokratieförderung und der Extremismusprävention widmen. Zielgruppen: Kinder und Jugendliche, deren Eltern, Familienangehörige und Bezugspersonen, ehren-, neben- und hauptamtlich in der Jugendhilfe Tätige, Multiplikator(inn)en sowie staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure.
    Laufzeit: seit 2015 (wurde 2018 entfristet).
    Fördersumme 2017: 104,5 Millionen Euro, angemeldete Summe für 2018: 115,5 Millionen Euro
  • Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" (ZdT) des Bundesministeriums des Innern. Es werden Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus gefördert. Das Programm wird von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb umgesetzt.
    Laufzeit: seit 2010
    Jährliche Fördersumme: 12 Millionen Euro (bis 2015: 6 Millionen €/pro Jahr) (PDF 1,5 MB)
  • Bundeswettbewerb “Förderprogramm Demokratisch Handeln” des Förderverein Demokratisch Handeln e.V.
    Laufzeit: seit 1990 für alle allgemeinbildenden Schulen in Deutschland ausgeschrieben
    Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Bildungsministerien der Bundesländer.

Im Juli 2016 startete in Deutschland die nationale Umsetzung der „No Hate Speech“-Kampagne des Europarats.

Programme/Wettbewerbe/Initiativen der Bundesländer sind:

Partnerschaften/Kooperationen

Das Konzept der Ganztagsschulen ermöglicht die Zusammenarbeit zwischen Schule und außerschulischen Partnern wie Jugendorganisationen und Jugendverbänden. Basis für die Umsetzung der Ganztagsschulen war das Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB). Damit wurden zwischen 2003 und 2009 über 8000 Schulen zu Ganztagsschulen auf- und ausgebaut. Danach haben die Bundesländer weitere Anstrengungen zum Auf- und Ausbau sowie zur qualitativen Weiterentwicklung schulischer Ganztagsangebote unternommen. Da Schule Ländersache ist, haben die Bundesländer jeweils eigene Regelungen zum Thema Ganztagschule. Das können einerseits Rahmenvereinbarungen zwischen dem für Bildung zuständigen Ressort mit verschiedenen Dachverbänden und -organisationen sein. Diese bilden den organisatorischen und finanziellen Rahmen für die Zusammenarbeit von Schulen mit Verbänden, Vereinen und Institutionen bei der Durchführung von Betreuungs- und Ganztagsangeboten. Andererseits können Schulen auch selbst Kooperationsverträge mit lokalen oder regionalen außerschulischen Kooperationspartnern abschließen. Kooperationspartner von Schulen sind zum Beispiel Landessportverbände/-sportbünde, Landesvereinigungen kultureller Jugendbildung, Landesjugendringe.  Aber auch Bildungsträger in der Region, die außerschulische Lernangebote machen, oder Vereine sowie religiöse und andere gesellschaftliche Organisationen, die Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten bieten, Verantwortung für die Gestaltung des Zusammenlebens in der Gesellschaft zu übernehmen, kommen als Kooperationspartner (PDF 234 KB) in Frage.

Der Ganztagsschulansatz ermöglicht die Kooperation mit öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und je nach Verantwortungsbereich der Schule auch die Mitgestaltung des pädagogischen Konzepts. Zu den thematischen Inhalten gehören hier auch die soziale und interkulturelle Bildung, Gewaltprävention, Stärkung der Selbstkompetenz, Integration, Partizipation und Demokratie. Das Ganztagsschulangebot wird regelmäßig überprüft. Evaluation und regelmäßiges Qualitätsmanagement sorgen dafür, das Angebot laufend weiterzuentwickeln und an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Die Ganztagsschulangebote werden von den Bundesländern gefördert (PDF 1,0 MB).

Beispiel für die Kooperation zwischen non-formaler Bildung und Schule

Für weiterführende Informationen zu weiteren gesellschaftlichen Akteuren finden sich auf der Webseite Eurydice.

Non-formales Lernen fördern

Außerhalb der Schule lernen junge Leute Teilhabe durch eine Reihe von staatlich geförderten Aktivitäten wie den Freiwilligendiensten (Siehe auch Youth-Wiki-Kapitel „Freiwilliges Engagement“), durch Engagement in einem Verein, Jugendverband, Jugendzentrum, Jugendtreff etc. Jugendverbände sind Orte, wo Jugendliche demokratische Praktiken einüben und somit Einfluss auf die Jugendpolitik nehmen können. Kinder- und Jugendarbeit ist das Feld für soziale, politische und kulturelle Bildung und die Gestaltung von Freizeit (PDF 7,0 MB), wo sich junge Menschen in der von ihnen gewählten Form zusammenschließen und treffen können.Weitere Akteure (PDF 5,8 MB) sind außerdem Jugendbildungsstätten und Organisationen der politischen Jugendbildung, zivilgesellschaftliche Organisationen aus dem Umfeld der sozialen Bewegungen.

Der Kinder- und Jugendplan des Bundes (PDF 528 KB) ist das Instrument zur Förderung der Jugendarbeit und der Arbeit der Jugendverbän-de, unter anderem im Bereich der politischen Jugendbildung, auf Bundesebene. Auf Bundesländerebene sind die Ausführungsgesetze des SGB VIII die Grundlage für eine strukturelle Förderung und Projektförderung der Jugend(verbands)arbeit und anderer Bereiche der Kinder- und Jugendhilfe. Siehe auch Youth-Wiki-Kapitel „Unterstützung von Jugendorganisationen > Öffentliche finanzielle Förderung“.

Qualitätssicherung / Qualitätsrichtlinien für den Bereich der nicht-formalen Bildung

Das Sozialgesetzbuch (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe bietet allgemeine Aussagen und Zielvorgaben zur Qualität, aber keine Festlegungen oder Qualitätsnormierungen. Konkrete Qualitätsforderungen lassen sich aus § 11 zur Jugendarbeit ableiten. Dieser besagt, dass die Angebote der Jugendarbeit an den Interessen Jugendlicher anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und gestaltet werden sollen und Jugendliche zur Selbstbestimmung befähigen, zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen soll. Beteiligung als Selbstorganisation ist die zentrale Qualitätskomponente der Kinder- und Jugendverbandsarbeit. Hierbei spielen die Jugendgruppenleiter/-innen eine besondere Rolle. Ihre Ausbildung wirkt sich auf die Arbeit und damit auch auf die Qualität von Beteiligung aus. Die Ausbildung wird nach festgeschriebenen Standards absolviert. 2009 wurden von der Jugendministerkonferenz bundesweite Mindestanforderungen beschlossen. Jedes Bundesland hat zudem ergänzende Qualitätsstandards, z. B. bei der Dauer der Ausbildung (bundesweit mind. 30 Stunden, in einigen Bundesländern bis zu 50 Stunden). Wer die Ausbildung entsprechend der vorgeschriebenen Standards absolviert hat, kann die Jugendleiter/in-Card (Juleica) beantragen und erhalten. Inhaber/-innen der Juleica verfügen damit über einen Qualitäts- und Qualifizierungsnachweis (PDF 352 KB) für die ehrenamtliche Tätigkeit in der Jugendarbeit, der sie auch gegenüber öffentlichen Stellen, wie z.B. Informations- und Beratungsstellen, Jugendeinrichtungen, Polizei und Konsulaten legitimiert.  

Um die Qualität der Beteiligungsprozesse in der Jugendarbeit sicherzustellen, gilt es immer wieder, bestimmte Aspekte zu hinterfragen und zu reflektieren, wie z. B. die demokratischen Entscheidungsstrukturen (Entscheidungsspielräume für Jugendliche, Einflussnahme, Niedrigschwelligkeit der Angebote, Räume für Beteiligungserfahrungen) bzw. den Rahmen zur Gestaltung von Beteiligungsprozessen.

Es gibt kein allgemeingültiges Qualitätssicherungssystem im non-formalen Bereich. Viele Organisationen im nicht-formalen Bereich haben ihre eigenen Arten von Qualitätssicherungsverfahren entwickelt. Je nach Finanzierung eines Projektes oder Programmes greifen zudem unterschiedliche Qualitätsmanagement- bzw. Qualitätssicherungssysteme, da hier unterschiedliche Richtlinien gelten. Dies betrifft vor allem den Bereich der nationalen und internationalen Jugendarbeit und die jeweiligen Formate, in denen sie stattfindet. Im Bereich der Internationalen Jugendarbeit gibt es inzwischen eigene Qualitätssysteme und -tools für folgende Formate: Jugendbegegnungen, Fachkräfteaustausch, Freiwilligendienste, Au pair, Seminare/Trainings, Praktika. Weitere Informationen finden sich in der Publikation „Innovationsforum Jugend global: Qualität in Formaten der Internationalen Jugendarbeit“ (Stand: 2015)

Sämtliche Formate zielen darauf ab, dass Kinder und Jugendliche lernen sollen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und sich in verschiedenster Weise ehrenamtlich in unterschiedlichen Formaten (individuelle oder Gruppen-Formate) aktiv einzubringen, sei es als Teilnehmende/r oder als Leitung (Gruppenleiter/in, Betreuer/in, Teamer/in) einer Maßnahme. Hauptamtliche Mitarbeitende sind insofern relevant, als dass sie durch geeignete Maßnahmen und Methoden in die Lage versetzt werden, Jugendliche zur Beteiligung zu befähigen. Insofern haben die o.g. Qualitätssicherungssysteme im Kontext des Themas Partizipation immer eine Relevanz für alle Akteure: Kinder, Jugendliche, hauptamtlich engagierte Fach- und Führungskräfte.

Die zweckentsprechende und wirtschaftliche Verwendung von Mitteln ist über das Antrags- und Verwendungsnachweisverfahren unter Beachtung der entsprechenden Richtlinien organisiert. In den Projektkonzepten und Finanzanträgen müssen klare Aussagen zu Kosten getroffen werden. Die zum Beispiel durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes geförderten Projekte und Maßnahmen unterliegen den Richtlinien des Kinder- und Jugendplans.

Die zweckentsprechende und wirtschaftliche Verwendung von Mitteln ist über das Antrags- und Verwendungsnachweisverfahren unter Beachtung der entsprechenden Richtlinien organisiert. In den Projektkonzepten und Finanzanträgen müssen klare Aussagen zu Kosten getroffen werden. Die zum Beispiel durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes geförderten Projekte und Maßnahmen unterliegen den Richtlinien des Kinder- und Jugendplans. Der Kinder- und Jugendplan des Bundes ist das Instrument zur Förderung von Maßnahmen auch im Bereich der politischen Jugendbildung. Um Fördermittel dafür zu erhalten, müssen diese den Richtlinien über die Gewährung von Zuschüssen und Leistungen zur Förderung der Kinder- und Jugendhilfe durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) (PDF 528 KB) entsprechen. Qualitätsentwicklung ist eines der Ziele, die über den KJP unterstützt und gestärkt werden sollen. Die Richtlinien schreiben vor, dass Qualitätsmaßstäbe für die Überprüfung und Weiterentwicklung der Praxis in diskursiven beteiligungsorientierten Verfahren entwickelt, festgelegt und kontinuierlich überprüft und angepasst werden sollen. Diese sollen auch Verfahren einschließen, die die Beteiligung junger Menschen und ihrer Familien gewährleisten. Wer Förderung aus dem KJP erhält, muss nach Abschluss der Maßnahme einen Verwendungsnachweis erstellen. Je nach Maßnahme sind Teilnehmerlisten zu führen.

Weitere Informationen finden sich im Länderbericht Deutschland (2016 Update) im European Inventory on validation of non-formal and informal learning.

Unterstützung des Lehrkörpers

Lehrer/-innen haben im Rahmen ihrer Tätigkeit Anspruch auf Fortbildung. Sie können an den entsprechenden Institutionen für Lehrerfortbildung, Schulentwicklung und Qualitätsentwicklung in den Bundesländern Fortbildungen in den unterschiedlichsten Bereichen, auch in der politischen Bildung, wahrnehmen, zum Beispiel in Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen oder Thüringen.

Die in allen Ländern gemeinsamen inhaltlichen Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung (PDF 1,4 MB), die in allen Bundesländern gelten, umfassen auch die Demokratieerziehung und -didaktik. Die Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (PDF 68,8 KB), beschlossen von der Kultusministerkonferenz, umfassen auch das Kennen und Reflektieren von demokratischen Werten und Normen sowie ihre Vermittlung sowie das Kennen von interkulturellen Dimensionen bei der Gestaltung von Bildungs- und Erziehungsprozessen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung sowie die 15 bestehenden Landeszentralen für politische Bildung bieten Informationsmaterial, Handreichungen, Publikationen und Fortbildungsangebote im Bereich der politischen Bildung. Siehe auch Youth-Wiki-Kapitel „Sensibilisierung junger Menschen für politische Fragen > Informationsanbieter / Beratungsstrukturen“.

Das Deutsche Kinderhilfswerk bietet bundesweit eine Fortbildung zum Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung an. Die Weiterbildung qualifiziert unter anderem Fachkräfte der Jugendhilfe, der schulischen und außerschulischen Bildung, Kinder- und Jugendbeauftragte, Mitarbeitende aus Kinderbüros und Koordinierungsstellen für Beteiligung sowie aus Politik und Verwaltung für die Planung, Organisation und Durchführung von Beteiligungsprozessen mit Kindern und Jugendlichen. Sie vermittelt konkrete Maßnahmen und Strategien für ihre Umsetzung im Alltag.

Fachkräfte finden auf den Internetseiten Kinderrechte und Kinderpolitik Hinweise zu Methoden für Beteiligungsaktionen mit Kindern und Jugendlichen, theoretische Grundlagen, Strategien, Aktionsfelder sowie Kooperationspartner.

Der Veranstaltungskalender des Wegweiser Bürgergesellschaft bietet Informationen zu Seminaren, Tagungen und Fachveranstaltungen von zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Organisationen rund um Themen der Bürgergesellschaft.

Netzwerke/Veranstaltungen
Das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung ist ein Thinktank für Positionen, Projekte und Aktionen. Es setzt sich dafür ein, dass Demokratie als Herrschafts-, Gesellschafts- und Lebensform für alle Altersgruppen erlebbar gestaltet ist.

Das Netzwerk Bürgerbeteiligung führt Menschen aus allen Lebens- und Arbeitsbereichen zusammen, deren Ziel es ist, die Partizipation von Bürger(inne)n an politischen Entscheidungen voranzubringen. Es führt jährliche Netzwerktreffen durch.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat die Plattform NECE (Networking European Citizenship Education) zur Vernetzung von Akteuren der politischen Bildung / Citizenship Education initiiert. In diesem Rahmen finden regelmäßig Konferenzen und Workshops statt. Sie richten sich an Institutionen oder Einzelorganisationen, die in der politischen Bildung aktiv sind, aber auch an weitere Akteure, e.g. der kulturellen Bildung oder Stadtentwicklung, um einen Disziplinen übergreifenden und multiperspektivischen Dialog zu gewährleisten.

Siehe auch Youth-Wiki-Kapitel „Unterstützung von Jugendorganisationen > Initiativen zur Erhöhung der Diversität von jugendlichen Mitgliedern“.

Dieser Artikel wurde auf www.youthwiki.eu in englischer Sprache erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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